Das Kollektiv Tierbefreiung Stuttgart demonstriert am Samstag vor der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gegen die Pferdeshow Cavalluna. Sie fordern das Ende von Tiershows.

Digital Desk: Julia Hawener (jhw)

Nachdem der Weltweihnachtscircus in Stuttgart Anfang des Jahres nach anhaltendem Protest bekannt gab, künftig vollständig auf Tiere zu verzichten, nahmen Tierschützer am Samstag die Hanns-Martin-Schleyer-Halle ins Visier. Das Kollektiv Tierbefreiung Stuttgart protestierte dort gegen die jährlich gastierende Pferdeshow Cavalluna.

 

Die Tierschützer kritisieren unter anderem die wohl bei Cavalluna angewandte Trainingsmethode der „Rollkur“. Dabei werde der Kopf durch starkes Ziehen an den Zügeln übermäßig tief auf die Brust gezogen, was zu Stress, Schmerzen und langfristigen Schäden führen könne.

Kollektiv fordert generelles Tierschauverbot für die Stadt Stuttgart

Mit Megafon, Banner, Plakaten und Flyern forderten die Aktivisten die Halle auf, im Sinne der Pferde zu handeln und Tiershows wie Cavalluna aus ihrem Programm zu streichen. Sie sehen den Verzicht des Weltweihnachtscircus als „großen Schritt für den Tierschutz in Stuttgart“ und wollen, dass die Hanns-Martin-Schleyer-Halle diesem Beispiel folgt.

„Wir fordern die Hans-Martin-Schleyer-Halle auf, tierfeindliche Shows wie Cavalluna aus dem Programm zu streichen. Es gibt genügend Künstlerinnen und Künstler von Musik bis Comedy, welche die Stuttgarter Hallen füllen und das Publikum begeistern – ohne dass dafür mit Gewalt und Zwang dressierte Pferde durch die Manege gescheucht werden,“ sagt Emilia Schüler, Pressesprecherin des Kollektivs Tierbefreiung Stuttgart.

Die Pferdeshow Cavalluna gastiert jährlich in Stuttgart. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur-Stuttgart

Über die Schleyer-Halle hinaus appellierte das Kollektiv auch an den Stuttgarter Gemeinderat. Sie forderten, den nächsten Schritt zu wagen und ein generelles Tierschauverbot für die Stadt zu erlassen. In Stuttgart gilt demnach bereits seit 2019 ein kommunales Wildtierverbot auf dem Cannstatter Wasen.