Deniz Undav vom VfB Stuttgart Die Hände am Pokal? „Ich denke an nichts anderes“
Der Stürmer blickt auf die Saison und seine persönlichen Leistungen zurück – und sagt, warum das Endspiel in Berlin größer ist als die Partie bei Real Madrid.
Der Stürmer blickt auf die Saison und seine persönlichen Leistungen zurück – und sagt, warum das Endspiel in Berlin größer ist als die Partie bei Real Madrid.
Er will mit seinen Toren zum Pokalsieg beitragen: Deniz Undav ist nach schwierigen Wochen raus aus dem Formtief und hat wieder deutlich mehr Bindung zum Angriffsspiel des VfB Stuttgart, mit dem er an diesem Samstag um 20 Uhr auf der großen Finalbühne antritt. Vor dem Endspiel gegen Arminia Bielefeld warnt der 28-Jährige eindringlich vor dem Drittligisten – und spricht über die Bedeutung und Größe der Partie im Olympiastadion. Deniz Undav über…
… den Gegner Arminia Bielefeld: „Wir unterschätzen sie auf gar keinen Fall, Bielefeld ist nicht umsonst im Finale. Man kann einmal Glück haben, vielleicht zweimal – aber nicht viermal. Wir gehen das Spiel an, als würden wir gegen Bayern oder Madrid spielen. Sie haben ihren Stil durchgezogen – und es im Halbfinale geschafft, dass Leverkusen seinen Stil ändert und auf lange Bälle geht. Wir versuchen, das nicht zu machen und unser Spiel durchzuziehen. Vielleicht kommen Provokationen, vielleicht nicht. Ich hoffe, dass sich keiner provozieren lässt. Die werden in den Zweikämpfen auf jeden Fall eklig sein. Wir müssen dagegenhalten und vielleicht sogar noch ekliger sein.“
… die Bedeutung der Partie: „Wir können durch den Sieg vieles wieder gutmachen. Dann hast du trotz vieler negativer Dinge eine gute Saison gespielt, weil du dich wieder für Europa qualifiziert hast. Wenn es nicht klappt, wäre es keine gute Saison. Dann brennt die Stadt. Ich will gar nicht daran denken, was ist, wenn wir verlieren. Dann wird es jedem schlecht gehen, jeder wird leiden müssen und sich lange etwas anhören müssen. Und das wollen wir vermeiden. Wir werden mit dem klaren Mindset in das Spiel gehen, dass wir nur als Sieger vom Platz gehen.“
… die Saison mit dem VfB: „Wir haben in dieser Saison viel gelernt. Zum Beispiel, dass du dich bei einer Mehrfach-Belastung anders vorbereiten und es anders nachbereiten musst. Ich hoffe, dass der Trend weiter nach oben geht und wir noch dominanter auftreten. Wir können es eigentlich. Die neuen Spieler haben sich jetzt integriert. Hier geht es darum, Fußball zu spielen, zu zocken und nicht nur auf lange Bälle zu gehen. Das hat jeder mittlerweile drin. Deswegen ist es jetzt besser geworden. Ich glaube, dass wir für nächste Saison viele Lehren aus dieser ziehen können.“
… seine persönliche Leistung: „Persönlich hätte ich mir natürlich eine bessere Saison erhofft. Ich war zweimal verletzt raus, hatte auch keine richtige Winter-Vorbereitung. Das ist aber keine Ausrede, ich muss besser spielen. In fünf, sechs Spielen hat mir leider das Glück gefehlt, die Dinger vorne zu machen. Das lag aber nicht daran, dass ich etwas verändert habe oder auf einmal nicht mehr laufe. Meine Art sich zu bewegen ist gleich geblieben – nur jetzt sagt keiner mehr was, weil ich wieder treffe.“
… über den Stellenwert des Spiels in seiner Laufbahn: „Es ist das größte Spiel für mich in meiner Karriere bisher. Vorher war es die Partie in der Champions League bei Real Madrid. Aber es geht halt um einen Titel. Deswegen ist das Pokalfinale auf Platz eins und Real auf Platz zwei. Die Hände an den Pokal zu bekommen, das ist mein einziges Ziel. Ich denke an nichts anderes.“