Klimaschutzmanagerin Stefanie Krüger vor einer Karte zur Kommunalen Wärmeplanung Foto: urh
Denkendorf, Neuhausen und Wolfschlugen haben gemeinsam eine kommunale Wärmeplanung erstellen lassen. Am 15. April wird das Ergebnis in Denkendorf vorgestellt.
Ulrike Rapp-Hirrlinger
09.04.2026 - 16:00 Uhr
Ein erheblicher Teil des Energieverbrauchs entfalle auf die Wärmegewinnung. Diese sei derzeit noch stark fossil geprägt, was wiederum einen hohen Ausstoß an CO2-Emissionen bedeute, erklärt Stefanie Krüger, die Klimaschutzmanagerin der Gemeinden Denkendorf und Neuhausen. Das soll sich ändern.
Anders als beim Strom sei die Wärmewende jedoch komplexer und damit schwieriger zu erreichen. Eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) kann Orientierung geben, wie der Weg in eine klimaneutrale Energieversorgung aussehen kann. Dazu haben sich die Gemeinden Denkendorf, Neuhausen und Wolfschlugen zusammengetan und umfangreiche Analysen des Bestands und der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme in den Bereichen Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Industrie und öffentliche Liegenschaften erstellen lassen.
Zudem wurden Szenarien entwickelt, die unter anderem Ziele für eine zukünftige Wärmeversorgung skizzieren. Abschließend wurde ein konkreter Umsetzungsplan erstellt, der Maßnahmen priorisiert und Zeithorizonte festlegt. Die KWP für die drei Gemeinden ist nun abgeschlossen. Auf Basis der erhobenen Daten können die Kommunen dann eine Strategie entwickeln, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung schrittweise umgesetzt werden kann.
Wie hoch ist der Wärmebedarf?
Am Anfang des Projekts wurde flächendeckend der aktuelle Wärmebedarf und die Art der Heizungen sowohl von privaten wie auch öffentlichen Gebäuden analysiert. Dabei kam unter anderem heraus, dass in Wolfschlugen überwiegend mit Öl geheizt wird, während in Denkendorf und Neuhausen vor allem Gas eingesetzt wird. Eruiert wurde dann, wie man den Energieverbrauch reduzieren und fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzen kann, erläutert Krüger. „Es geht nicht nur um die CO2-Bilanz, sondern auch um eine sichere Infrastruktur. Denn fossile Brennstoffe müssen überwiegend importiert werden und das macht uns abhängig.“
Mit dem Blick von außen wurden auf Basis der erhobenen Daten Gebiete identifiziert, die für eine zentrale Wärmeversorgung, wie etwa ein Wärmenetz, infrage kommen könnten und wo dies wenig sinnvoll erscheint. Dazu wurden für die einzelnen Gebiete Steckbriefe erstellt, die unter anderem die Bausubstanz, das Alter der Gebäude, den Wärmeverbrauch und die Anzahl der Gebäude mit Sanierungspotenzial auflisten. Ein Wärmenetz könne sich etwa bei einer dichten Bebauung und hoher Abnahme lohnen, sagt Krüger. Das könnten Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude mit hohem Wärmebedarf wie Schulen oder auch Industriebetriebe sein.
Weniger Abhängigkeit von fossiler Energie, unter anderem beim Heizen – das ist das Ziel. Foto: picture alliance/dpa
In Neuhausen sind solche als zentral eingestuften Gebiete etwa der Ortskern, in Denkendorf liegen sie nördlich der Ortsdurchfahrt. „Es geht nicht nur um mögliche Wärmenetze, sondern auch darum, Beratungsangebote über Sanierungsmöglichkeiten für Immobilieneigentümer außerhalb der zentralen Gebiete zu machen“, betont die Klimaschutzmanagerin. Eine solche Maßnahme könne zum Beispiel eine Wärmepumpen-Bündelaktion sein, ähnlich der jüngst angebotenen PV-Bündelaktion.
KWP strebt nachhaltige Wärmeversorgung an
Ziel der KWP sei es, eine langfristige und nachhaltige Wärmeversorgung zu planen, um die Klimaneutralität voranzutreiben und gleichzeitig Transparenz und Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Investoren zu schaffen, erklärt Stefanie Krüger. Die KWP stelle mögliche lokale Versorgungsoptionen für eine nachhaltige, klimafreundliche und zukunftsorientierte Wärmeversorgung dar und soll damit Immobilienbesitzern bei ihren konkreten Überlegungen zur Wärmeversorgung Orientierung geben.
„Für die Sanierung ihrer Immobilien sind die Eigentümer allerdings selbst verantwortlich“, betont die Klimaschutzmanagerin. Der KWP könne jedoch Klarheit bringen,beispielsweise ob es sich lohnt, auf ein zentrales Wärmenetz zu warten oder eine individuelle Lösung zu suchen. Denkendorf, Neuhausen und Wolfschlugen sind die KWP freiwillig angegangen. Bis 2028 sind alle Kommunen verpflichtet, einen solchen Plan zu erstellen.
Am 15. April werden die Ergebnisse der KWP bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung um 18 Uhr im Denkendorfer Rathaus (großer Sitzungssaal) vorgestellt.