Der Nationaltorhüter Diogo Costa und der 18-jährige Mittelfeldstratege Rodrigo Mora gehören zu den Säulen des FC Porto. Doch im Sturm haben die Portugiesen Sorgen.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Wenn der VfB an diesem Donnerstag (18.45 Uhr) in der ausverkauften Stuttgarter MHP-Arena den FC Porto empfängt, dann ist dies mindestens eine Partie auf Augenhöhe. Denn der Tabellenführer der portugiesischen Liga hat die Ligaphase der Europa League als Fünfter abgeschlossen – und besitzt mit dem 36 Jahre jungen Italiener Francesco Farioli einen sehr innovativen Trainer.

 

Farioli, der Ajax Amsterdam trotz laufenden Vertrags im Vorsommer verließ, weil ihm die Entwicklung des Clubs nicht schnell genug ging, hat dem Weltpokalsieger von 1987 und 2004 neues Leben eingehaucht. Defensiv steht der FC Porto sehr stabil. Doch vorne hat der Club aktuell ein Problem, weil zwei Säulen im Spielsystem aufgrund von Verletzungen weggebrochen sind. Dafür stehen zwei andere Spieler weiterhin im Fokus.

Diogo Costa Bereits mit elf Jahren kam der in der Schweiz geborene Torhüter in die Jugendakademie des FC Porto. Mit 20 Jahren gab der 1,86 Meter-Mann dann sein Debüt für die blau-weißen Drachen, hat für den Club mittlerweile 233 Pflichtspiele absolviert. In der Saison 2021/22, in welcher der FC Porto letztmals die nationale Meisterschaft holte (historisch gesehen war es Titel Nummer 30), blieb Costa in 15 Ligaspielen ohne Gegentor.

Der inzwischen 26-jährige Nationaltorhüter spielte für Portugal bei der WM 2022 in Katar sowie im Sommer 2024 bei der EM in Deutschland. Im Achtelfinale gegen Slowenien stellte Diogo Costa dabei einen Rekord auf, indem er sämtliche drei Elfmeter hielt – als erster Torwart bei einer EM behielt er im Elfmeterschießen eine weiße Weste.

Auf ein mögliches Elfmeterschießen im Rückspiel am 19. März im Estadio do Dragao von Porto sollte es der VfB also mit dem 42-fachen Nationalkeeper im gegnerischen Tor nicht unbedingt ankommen lassen.

Rodrigo Mora Keine Frage, der nur 1,68 Meter kleine Mittelfeldregisseur ist eines der Toptalente in Europa. Mora ist erst 18 Jahre jung – und hat mit 15 Jahren seinerseits einen Rekord gebrochen: Denn da wurde er zum bislang jüngsten eingesetzten Spieler in der portugiesischen Liga.

Mora kommt wie Costa aus der eigenen Jugend. Der Marktwert des Edeltechnikers aus dem offensiven Mittelfeld liegt schon jetzt bei 40 Millionen Euro, Tendenz steigend. Kein Wunder also, dass die Späher europäischer Spitzenclubs aus dem obersten Champions-League-Regal schon auf Mora aufmerksam geworden sind. Der Spieler wird in seiner Heimat bereits als „Luka Modric Portugals“ bezeichnet. Paris Saint-Germain soll ernsthaftes Interesse hegen, doch der Vertrag von Rodrigo Mora beim FC Porto läuft bis Sommer 2030.

Samu Aghehowa Mit 50 Millionen Euro besitzt der Stürmer den höchsten Marktwert aller Spieler des FC Porto. Doch der 21-jährige A-Nationalspieler Spaniens, der in dieser Saison bereits 20 Pflichtspieltore für den FC Porto erzielt hat, riss sich Mitte Februar das Kreuzband. Wie Aghehowa fällt auch Mittelstürmer-Kollege Luuk de Jong aus. Der Niederländer riss sich bereits im November des Vorjahres ebenfalls das Kreuzband.

Im letzten Pflichtspiel des FC Porto, dem 2:2 bei Benfica Lissabon vom Wochenende, spielte daher der junge Deniz Gül im Sturmzentrum – und er ist auch kein Schlechter: Gül ist mit 21 Jahren bereits A-Nationalspieler der Türkei.