Eine Wohnmobil-Rundreise durch Spanien verspricht lebendige Städte und vielfältige Landschaften – von Barcelona über Andalusien bis Galicien, mit unvergesslichen Erlebnissen und flexiblen Stopps zwischen Campingplätzen und kulturellen Highlights.

Spanien, ein Land voller Leidenschaft und atemberaubender Kontraste, entfaltet seine Schönheit am besten im eigenen Rhythmus. Eine Wohnmobiltour über die iberische Halbinsel eröffnet dabei die unvergleichliche Freiheit. Malerische Küsten, charmante Städte, verborgene Naturparke – das und noch mehr hat eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen zu bieten. Mit dem rollenden Zuhause werden nicht nur versteckte Juwelen zugänglich, sondern auch spontane Abenteuer auf jedem Kilometer dieser vielfältigen Entdeckungstour möglich. Dieser Guide beleuchtet alle relevanten Aspekte für ein unvergessliches Spanien-Abenteuer auf Rädern.

 

Inhalt:

Reiseroute durch Katalonien

Reiseroute durch Nordspanien

Reiseroute durch Südspanien

Deshalb sollte man mit dem Wohnmobil durch Spanien reisen

Eine Tour mit dem Wohnmobil bietet die Freiheit, Urlaubsdestinationen im eigenen Tempo zu erkunden. Nicht selten trifft man bei der Reise auf versteckte Juwelen, die man bei spontanen Stopps entdeckt. Aber nicht nur hierzulande geht man in Spanien gerne auf Entdeckungstour, auch die Spanier selbst reisen gerne innerhalb ihres eigenen Landes. Unter anderem deshalb gibt es zahlreiche kleine und große Campingplätze verteilt in ganz Spanien.

Viele dieser Plätze liegen in der Natur und sind gute Ausgangspunkte für Wanderungen oder Klettertouren. Auf vielen der Campingplätze muss man sich auch um die heiße spanische Sonne keine Sorgen machen, da zahlreiche Plätze Schatten spenden.

Das Land auf der iberischen Halbinsel ist gespickt von Städten und kleinen Dörfern, die charmant und sehenswürdig sind. Auch hier ist die Campingplatz-Infrastruktur sehr gut. Beispielsweise gibt es Plätze in der Nähe von Barcelona, Madrid oder Burgos, die den Besuch in die jeweiligen Städte besonders einfach machen, um die Sehenswürdigkeiten und Kultur zu entdecken – und das, ohne sich Gedanken um die Sicherheit seines Wohnmobils zu machen.

Reiseroute durch Katalonien

1. Cervera

Der erste Zwischenstopp in Katalonien führt nach Cervera, einer historisch bedeutsamen Stadt, die auf einer Anhöhe thront. Hier wurde einst das katalanische Parlament gegründet und über ein Jahrhundert die Universität beherbergt, was überall im mittelalterlichen Stadtbild sichtbar ist. Besucher können durch enge Gassen wie die atmosphärische „Hexengasse" schlendern und die repräsentativen Bauten bestaunen. Außerhalb des Zentrums liegt zudem das romanische Kirchlein Sant Per el Gros aus dem elften Jahrhundert, ein magischer Ort, der einen Abstecher wert ist und über einen Stellplatz an der Touristeninformation erreichbar ist.

2. Barcelona

Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens, bildet unweigerlich einen Höhepunkt jeder Wohnmobil-Rundreise und fasziniert mit seiner einzigartigen Mischung aus Gotik, Modernisme und mediterranem Flair. Um die Stadt entspannt zu erkunden und die Sicherheit des Campers zu gewährleisten, empfiehlt sich ein Stellplatz außerhalb des Zentrums, wie der Hola Camp Barcelona direkt am Strand mit guter Busverbindung zur Plaça de Catalunya. Ein Muss ist der Besuch der beeindruckenden Sagrada Família und des farbenfrohen Park Güell, für die eine frühzeitige Online-Buchung der Tickets wertvolle Wartezeit erspart. Doch auch das Jugendstil-Ensemble des Hospital de Sant Pau oder der zauberhafte Palau de la Música sind architektonische Meisterwerke, die begeistern. Neben ausgedehnten Spaziergängen auf den Ramblas und durch das gotische Viertel bietet Barcelona unzählige weitere Entdeckungsmöglichkeiten, die selbst bei mehreren Tagen Aufenthalt kaum zu erschöpfen sind.

3. Das Kloster Montserrat

Das Kloster Montserrat thront spektakulär in einem 1.200 Meter hohen Sandsteingebirge unweit von Barcelona und ist ein bedeutendes Pilgerziel in Katalonien. Die Wallfahrtsstätte beherbergt die Schwarze Madonna, Schutzpatronin Kataloniens, und ist bekannt für ihren weltberühmten Knabenchor. Neben dem Kloster selbst locken gut ausgeschilderte Wanderwege zu Eremitagen im umliegenden Gebirge und bieten atemberaubende Ausblicke. Für Camper stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung, wobei größere Wohnmobile die Parkplätze am Fuße des Berges nutzen und bequem mit Zahnrad- oder Seilbahn zum Kloster gelangen können, um hohe Gebühren zu vermeiden.

4. Vic

Nach dem Besuch des Klosters Montserrat geht die Reise weiter nach Vic, das nordwestlich von Barcelona gelegen ist und einen ausgezeichneten Wohnmobil-Stellplatz am Grüngürtel bietet. Das Herzstück der Stadt bildet die imposante Plaza Mayor, ein unbefestigter Platz mit mittelalterlichem Flair und hohen Arkaden. Bei einem empfohlenen Rundgang lassen sich zahlreiche historische Bauten entdecken, darunter ein gut erhaltener römischer Tempel aus dem zweiten Jahrhundert und Reste der Stadtmauer. Vic fasziniert zudem mit seiner Sammlung romanischer Kunst und einem Bischöflichen Museum.

5. Blanes

Es wird Zeit für einen Abstecher ans Meer, und so führt die Reise nach Blanes, dem offiziellen Startpunkt der berühmten Costa Brava. Die Stadt teilt sich in eine historische Altstadt mit Fischereihafen und eine südwestliche Feriensiedlung, wo auch die Campingplätze direkt am Meer liegen. Camper finden einen einfachen, aber praktisch gelegenen Stellplatz mitten in der Stadt, der außerhalb der Hauptsaison sogar kostenfrei ist und nahe der Promenade liegt. Hier lässt sich entspannt entlang des Strandes bummeln, eine Fischversteigerung in der Auktionshalle La Llotja beobachten oder der Botanische Garten Marimurtra oberhalb des Hafens besuchen.

6. Palamós

Weiter entlang der Costa Brava führt die Reise nach Palamós, wo die kurvige Küstenstraße spektakuläre Blicke auf das Meer freigibt. Hier erwartet Camper ein ideal gelegener, terrassierter Stellplatz, der mit Annehmlichkeiten wie sauberen Toiletten und Duschen sowie Strom überzeugt und auch eine Waschmaschine bietet. Palamós selbst ist bekannt für seinen bedeutenden Fischereihafen, und ein Besuch des Museu de la Pesca oder eine Fischauktion am Nachmittag gewähren faszinierende Einblicke in die maritime Tradition.

7. Peratallada

Die Reise führt weiter ins Landesinnere nach Peratallada, einem katalanischen Kleinod, wo die Zeit stillzustehen scheint. Der Name der Stadt, aus dem Katalanischen übersetzt „geschnittener Stein", nimmt Bezug auf die in den Fels gehauenen Gräben, die den Ort einst schützten. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten sind die Stadt selbst: alte Steinhäuser, Kopfsteinpflastergassen und gepflegte Gebäude mit bunten Blumen, die ein Gefühl wie im Mittelalter vermitteln. Besucher können entspannt durch die malerischen, für Fahrzeuge zu engen Gassen schlendern und die einzigartige Atmosphäre auf sich wirken lassen. Für Wohnmobile stehen Parkplätze rund um den Ort zur Verfügung.

8. Pals

Nur wenige Kilometer von Peratallada entfernt, führt die Reise nach Pals, einem charmanten Ausflugsziel mit einer mittelalterlichen Altstadt, die auf einem Hügel thront und unter Denkmalschutz steht. Oben auf dem Hügel warten die Kirche Sant Pere aus dem zehnten Jahrhundert und der Turm Torre de les Hores, die einen weiten Blick über Katalonien bis zum Meer bieten.

9. Girona

Als krönender Abschluss dieser Rundreise durch Katalonien bietet sich Girona an. Die Stadt verzaubert mit ihrer mittelalterlichen Altstadt, die vom Fluss Ríu Onyar in der Neustadt Mercadal getrennt wird. Für Wohnmobilisten empfiehlt sich der private Stellplatz im Stadtzentrum, der sicher ist und Nähe zu den Sehenswürdigkeiten bietet. Besucher können auf der gut erhaltenen Stadtmauer, dem Passeig de la Muralla, die Altstadt umrunden und dabei eine fantastische Aussicht genießen. Besonders beeindruckend ist die Kathedrale Santa María, deren gewaltige Treppe als Kulisse für „Game of Thrones" diente. Darüber hinaus laden das ehemalige jüdische Viertel El Call mit seinen verwinkelten Gassen und die Maurischen Bäder zu einer Entdeckungsreise durch das alte Girona ein.

Von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela: Reiseroute durch Nordspanien

1. Jaca

Am Fuße der Pyrenäen beginnt in Jaca das Nordspanien-Abenteuer auf dem Jakobsweg, das bereits hier erste spektakuläre Eindrücke bereithält. Die Stadt selbst empfängt mit ihren romanischen Kirchen und einer Festung, doch besonders lohnenswert sind Abstecher in die Umgebung. Das imposante Castillo de Loarre, eine romanische Burg, und die pittoresken Felsen von Los Mallos de Riglos, wo Gänsegeier hoch über dem Tal ihre Kreise ziehen, sind wahre Hingucker.

2. Pamplona

Von Jaca führt der Weg weiter nach Pamplona. Hier lässt sich eine lebendige Geschichte erleben, die weit über die berühmten San Fermín-Stierläufe hinausreicht. Die gut erhaltene Altstadt mit ihren engen Gassen und der beeindruckenden Kathedrale bietet viel Raum für Entdeckungen.

3. Puenta la Reina

Die Route erreicht daraufhin Puente la Reina, einen ikonischen Ort am Jakobsweg. Er ist berühmt für seine sechs-bogige Römerbrücke aus dem elften Jahrhundert, die als architektonisches Kleinod des Camino gilt. Hier vereinen sich zudem die zwei Hauptrouten des aragonesischen Pilgerwegs und des Camino Francés.

4. Logroño

Die Reise führt weiter nach Logroño, der pulsierenden Hauptstadt der Weinregion La Rioja. Hier vereinen sich Kultur und Genuss: Neben einem Besuch der Kathedrale Santa María de la Redonda und einem Spaziergang durch die historische Altstadt lockt vor allem die berühmte Calle Laurel. Dort reihen sich unzählige Tapas-Bars aneinander für ein nettes Abendessen.

5. Burgos

Nach Logroño beeindruckt Burgos mit seiner zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Kathedrale. Die Stadt atmet Geschichte und bietet neben dem imposanten Dom eine charmante Altstadt mit verwinkelten Gassen und historischen Plätzen. Ein Besuch lässt tief in die kastilische Vergangenheit blicken und hat architektonisch einiges zu bieten. Das Wohnmobil lässt sich am besten im Freizeitgebiet Fuentas Blancas auf dem Campingplatz abstellen. Mit dem, Bus erreicht man von dort das Stadtzentrum innerhalb von 20 Minuten.

6. León

Auch der Besuch in León hat eine Menge Kultur zu bieten. Eine eindrucksvolle gotische Kathedrale mit bunten Kirchenfenstern zieht Besucher in ihren Bann. Unweit davon beeindruckt die Basilika San Isidoro mit ihren außergewöhnlich gut erhaltenen romanischen Fresken und Königsgräbern. Für Camper gibt es einen offiziellen Wohnmobilstellplatz im Zentrum. Von dort aus lässt sich die Stadt ideal erkunden.

7. Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist das erhabene Ziel des Jakobsweges und auch dieser Camper-Reiseroute. Die berühmte Kathedrale, mutmaßliche Grabstätte des Apostels Jakobus, dominiert die historische Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Zwar wurde der Weg nicht zu Fuß bestritten, doch mit dieser Camper-Route konnten die schönsten Orte entlang des Pilgerweges dennoch entdeckt werden. Wer noch nicht genug hat, kann das Abenteuer bis zum äußersten Zipfel Galiziens ausdehnen und den Abschluss in Cabo Finisterre, dem „Ende der Welt", zelebrieren.

Reiseroute durch Südspanien

1. Ubeda

Die Rundreise durch den Süden Spaniens beginnt in Ubeda, deren Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Stadt ist bekannt für ihre herausragende Renaissance-Architektur, darunter die beeindruckende Plaza Vázquez de Molina mit der Sacra Capilla del Salvador und dem Palacio de Jabalquinto. Für Wohnmobile finden sich Abstellmöglichkeiten am Stadtrand, von wo aus die historische Innenstadt fußläufig erreichbar ist.

2. Cordoba

Weiter Richtung Westen wartet auch schon Cordoba, die drittgrößte Stadt Andalusiens. Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten zählen das Jüdische Viertel, die Ausgrabungsstätte Medina Azahara, die Mezquita (Moschee) und der Königspalast „Alcazar“. Westlich der Altstadt findet sich ein Stellplatz für Wohnmobile auf der Fläche eines öffentlichen Parkplatzes.

3. Sevilla

Nach der drittgrößten Stadt Andalusiens geht es jetzt in die größte: Sevilla, eine Metropole, die mit ihrer unvergleichlichen Lebensfreude und Architektur das Herz im Sturm erobert. Die Hauptstadt Andalusiens fasziniert mit architektonischen Wundern wie der Kathedrale mit ihrer berühmten Giralda, dem märchenhaften Real Alcázar und dem weitläufigen Plaza de España. Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen des Viertels Santa Cruz offenbart die lebendige Atmosphäre, die das Land innehat.

4. Cadiz

Von Sevilla aus führt die Reise an die Küste nach Cadiz, eine der ältesten Städte Westeuropas, die auf einer schmalen Landzunge im Atlantik liegt. Ihre weiße Altstadt mit verwinkelten Gassen und der imposanten Kathedrale versprüht einen ganz eigenen Charme. Ein besonderes Highlight ist der Botanische Garten mit seinen faszinierenden Felshöhlenlandschaften und plätschernden Wasserfällen. Campern wird empfohlen, außerhalb des Stadtgebiets zu parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu reisen.

5. Ronda

Ein Zwischenstopp in Ronda darf nicht fehlen. Berühmt ist die Stadt für ihre spektakuläre Puente Nuevo Brücke, die über eine Schlucht führt, die die Stadt durchzieht. Ronda ist eine wichtige Geburtsstätte des modernen Stierkampfes, weshalb der Besuch der Arena mit angeschlossenem Museum schon fast ein Muss ist. Ein ganzjährig geöffneter Campingplatz ist der Campingplatz El Sur.

6. Granada

Weiter geht es auf der kulturintensiven Reise nach Granada. Auch hier zählt das Albaicin-Viertel zum UNESCO-Weltkulturerbe. Außerdem ist die Alhambra, die ehemalige Residenz der Nasridenkönige aus dem 13. und 14. Jahrhundert, ein wahrer Publikumsmagnet und Wahrzeichen der Stadt. Ein schön gelegener Campingplatz ist der Campingplatz Granada über dem Stadtteil Peligros. Von dort kommt man mithilfe einer Busverbindung in die Stadt.

7. Guadix

Abschluss der Reise bildet der Ort Guadix. Das faszinierende hier: Guadix ist berühmt für seine weltweit höchste Anzahl an bewohnter Höhlen. Aber auch die Innenstadt mit der Kathedrale versprüht ihren eigenen Charme. Problemlos abstellen lässt sich der Camper am Rande des Festgeländes Recinto Ferial.


Eine Wohnmobil-Rundreise durch Spanien verbindet maximale Freiheit mit einer beeindruckenden Vielfalt aus Kultur, Natur und Küstenlandschaften. Ob Katalonien, Nordspanien oder Andalusien – jede Region bietet einzigartige Routen, gut ausgebaute Stellplätze und unvergessliche Eindrücke.