Der Baumstammläufer André Schiele ist auch beim 27. Ditzinger Lebenslauf zugunsten von Menschen mit Mukoviszidose wieder dabei.
Da muss man erst mal drauf kommen. „Ein Freund hat mich auf die Idee gebracht, beim Laufen mal einen Baumstamm zu schultern“, erzählt André Schiele. Diesem Freund ist es bei einem Marathon-Lauf etwas langweilig geworden. Dann habe er sich einen Baumstamm gegriffen, den er auf dem Weg gefunden hat, und sei damit weitergelaufen. „Die Zuschauer waren davon begeistert, haben gelacht und geklatscht“, so Andre Schiele weiter. „Und das war auch seine Absicht“, erinnert er sich.
André Schiele griff die Idee auf und setzt sie für solche Läufe um, bei denen für einen wohltätigen Zweck Spenden gesammelt wurden. Einer dieser Benefizläufe ist der Ditzinger Lebenslauf, der am kommenden Wochenende wieder bevorsteht. Dort lief er auch zum ersten Mal mit einem Baumstamm auf der Schulter. Der heute 50-jährige Ingersheimer erinnert sich noch daran, dass das ein rund 12 Kilogramm schwerer Birkenstamm war.
Inzwischen sind die Stämme schwerer geworden, die er bei seinen Läufen immer von einer Schulter zu anderen wechselt. So ist er schon zwei Mal mit jeweils 17 Kilo Weide und Buche „im Gepäck“ viele Kilometer durchs Gelände gelaufen. Die Zuschauer können dabei nicht unbedingt erkennen, um welchen Baum es sich dabei handelt, denn die Rinde wird entfernt, damit er glatter aufliegt. Doch ein besonders Schulterpolster trägt er unter dem T-Shirt, nicht verrät André Schiele.
Beim diesjährigen Ditzinger Lebenslauf macht er die hölzerne Last, die er wieder schultern will, sogar vom Spendenaufkommen im Vorfeld des Laufes abhängig. „Mit meinem Baumstamm auf der Schulter, dessen Gewicht ich von der Höhe Ihrer Spenden abhängig mache, absolviere ich mindestens einen Marathon“, kündigt der „Baumstammläufer mit Herz“ auf seiner Homepage an. „Jede hundert Euro mehr an Spenden, die vorab zusammenkommen, machen den 10 Kilogramm Baumstamm um ein Kilogramm schwerer“, so sein Plan.
Wie sportlich und super fit muss jemand sein, der eine solche Herausforderung auf sich nimmt? Ist doch für viele andere Menschen ein Langstreckenlauf ohne Zusatzgewicht kaum zu meistern. Andre Schiele, der von Beruf Metzger ist, aber schon seit Jahren im Landschaftsgartenbau arbeitet, möchte seine besondere Leistung nicht überbewerten. „Man merkt so etwas schon hinterher, aber es hält sich in Grenzen“, meint er nur. Seinen letzten Marathon mit Baumstamm-Last hat er in rund sieben Stunden absolviert, ohne Baumstamm auch schon in unter vier Stunden. Früher, erzählt er, habe er viel Fußball gespielt, dann aber lange sportlich nichts gemacht. Über die Jahre habe sich das auch bei seinem Körpergewicht bemerkbar gemacht, so André Schiele. „Doch irgendwann hat es Klick gemacht und ich habe mir gesagt, dass es nicht sein kann, dass ich jetzt so unsportlich bin“, beschreibt er die Situation, in der er dann mit dem Laufen anfing. Am Anfang waren es zehn Kilometer, später dann ein Halbmarathon, und dann kam der erste Marathon mit gut 42 Kilometern.
Mit Holz auf den Schultern für den guten Zweck
Parallel dazu entstand die Idee, mit diesen Läufen für andere etwas Gutes zu tun, etwa durch das Sammeln von Spenden. Dass der Läufer André Schiele dabei auch noch einen Baumstamm schultert, ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem i. Und zwar nicht für ihn selbst, sondern auch für die Spenderinnen und Spender, die diese besondere Leistung belohnen. So ist er für Menschen mit Mukoviszidose – wie beim Ditzinger Lebenslauf – unterwegs, engagiert sich aber auch für andere Hilfsprojekte, etwa zugunsten von Menschen mit Krebs oder für Kinder mit schweren Erkrankungen.
„Ich habe bei den Aktionen viele nette Leute kennengelernt, und kenne selbst Menschen, die von schweren Krankheiten betroffen sind“, sagt der Familienvater. Im vergangenen Jahr hat er beim Ditzinger Lebenslauf rund 350 Euro Spenden für den Kampf gegen die Krankheit Mukoviszidose gesammelt. Auch in diesem Jahr hofft der Baumstammläufer auf eine mindestens so große Resonanz auf seinen Einsatz mit viel Holz auf den Schultern.