Der Gemeinderat hat sich auf 100 000 Euro für den Superblock in Stuttgart-West geeinigt. Weitere Superblocks gibt es nicht – aber eine Million Euro für ein Vorhaben im Lehenviertel.
Für Superblocks in Stuttgart waren ursprünglich zwei Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 eingeplant, doch dann kamen die Sparzwänge – und das Tiefbauamt schlug vor, diesen Betrag komplett einzusparen. Dazu ist es nun nicht gekommen: Der Gemeinderat hat mit der Verabschiedung des Doppelhaushalts 100 000 Euro für den Superblock in Stuttgart-West bewilligt.
Damit bleibt der Superblock in der Augustenstraße vorerst bestehen, 50 000 Euro stehen für ihn in den kommenden beiden Jahren jeweils zur Verfügung. Diese Beträge hatte die Grünen-Fraktion im Gemeinderat am Ende noch gefordert, um das Projekt zu retten, das den Verkehr beruhigen und mehr Aufenthaltsqualität bringen soll.
Grünen-Stadtrat Roth: Zustand des Superblocks muss geändert werden
Im Gegensatz zum CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander Kotz, der „nicht traurig“ über die Absage an weitere Superblocks ist, zeigt sich der Grünen-Stadtrat Marcel Roth froh, dass nun zumindest die kleinere Summe bewilligt ist. Er hat den Antrag für die 100 000 Euro geschrieben. Am aktuellen Zustand des Superblocks müsse etwas geändert werden, sagt Roth: „Mit dem Geld können neue Gartenelemente und kleine Änderungen finanziert werden.“ Konkret gehe es dabei etwa um Baumkübel.
„Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin“, sagt auch Hanka Griebenow, eine der Initiatorinnen des Projekts und selbst Anwohnerin. Sie hätte auch anderen Stadtvierteln Superblocks gewünscht. Die sind mit dem nun verabschiedeten Haushalt jedoch vom Tisch – zumindest vorerst.
Wie es mit dem Superblock im Stuttgarter Westen auf lange Sicht weitergeht, ist noch offen. Der jetzige Block war anderthalb Jahre getestet worden. Im ersten Quartal 2026 soll laut Stadt die Entscheidung fallen, ob aus dem Provisorium etwas Dauerhaftes wird.
Für ein anderes Quartiersvorhaben gibt es bereits grünes Licht – darauf verweisen der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Axel Brodbeck, und der Grünen-Stadtrat Marcel Roth. „Wir haben eine Million Euro für die zügige Umsetzung des Verkehrsberuhigungsprojekts Klein-List in Stuttgart-Süd beschlossen“, sagt Roth. Das Vorhaben im Lehenviertel soll ebenfalls mehr Grün und Aufenthaltsqualität sowie weniger Parkplätze bringen. Autos sind dort auch künftig noch erlaubt, sollen die Liststraße aber langsamer passieren.
223 500 Euro werden laut Roth zudem in den neuen Haushalt übertragen – für die Umgestaltung des Wilhelmsplatzes und des Straßenraums zwischen Wilhelms- und Leonhardsplatz im Zentrum Stuttgarts. Im Doppelhaushalt 2024/2025 waren dafür bereits 250 000 Euro bewilligt, davon aber lediglich 26 500 Euro abgerufen worden.