Nach dem Militärangriff auf den Iran muss eine Condor-Maschine umkehren. Verbindungen nach Dubai und Erbil fallen aus. So ist die Lage am Stuttgarter Flughafen.
Die Militäreskalation im Nahen Osten hat deutliche Auswirkungen auf den Flughafen Stuttgart. Nachdem am Samstag bereits ein Condor-Flug nach Dubai zur Umkehr gezwungen wurde, bestätigt die Flughafenleitung am Sonntag nun gegenüber unserer Redaktion das Ausmaß der Einschränkungen: Mindestens fünf Flugverbindungen wurden gestrichen, zahlreiche Passagiere müssen umplanen.
Flughafen Stuttgart bestätigt Flugausfälle wegen Nahost-Eskalation
Wie Flughafen-Pressesprecherin Beate Schleicher auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wurden allein am Samstag zwei Ankünfte aus Dubai und Erbil gestrichen sowie ein Abflug nach Dubai. Eine Maschine der UR Airlines aus Erbil landete zwar noch in Stuttgart – der Rückflug wurde dann aber annulliert.
Der aufsehenerregendste Fall ereignete sich am Samstagmorgen: Condor-Flug DE2546 nach Dubai war bereits über dem Kosovo unterwegs, als die Crew zur Umkehr gezwungen wurde. Die A320neo mit 93 Passagieren an Bord landete kurz vor Mittag wieder am Stuttgarter Airport – unsere Redaktion hatte darüber bereits am Samstag berichtet.
Weitere Streichungen am Sonntag am Stuttgarter Flughafen
Die Situation bleibt angespannt: Für den heutigen Sonntag sind nach Angaben des Flughafens zwei weitere Flüge von und nach Dubai gestrichen – betroffen ist die Airline Eurowings. Ob der für Montag geplante Eurowings-Flug EW1152 nach Dubai stattfindet, ist derzeit noch unklar. „Für den Flug am Montag liegen uns noch keine Informationen vor“, so Schleicher.
Am Stuttgarter Flughafen gibt man sich gelassen: „Auswirkungen auf unseren Betrieb haben diese vereinzelten Streichungen nicht.“ Für die betroffenen Passagiere bedeutet die Situation dennoch erhebliche Unannehmlichkeiten und Planungsunsicherheit.
Was Reisende am Stuttgarter Flughafen jetzt beachten sollten
Der Flughafen Stuttgart appelliert an alle Reisenden mit Flügen in die betroffene Region: „Passagiere sollten sich bei ihrer Airline beziehungsweise ihrem Reiseveranstalter über den Status ihres Fluges informieren.“ Die Airlines würden ihre Kunden üblicherweise direkt über Änderungen benachrichtigen.
Für aktuelle Updates verweist die Flughafenleitung auf die eigene Website, auf der eingehende Änderungen „umgehend angezeigt“ werden. Für konkrete Fragen zur Flugplanung im Laufe der Woche sollten sich Passagiere direkt an die betreffenden Airlines wenden.
Hintergrund: Militäraktionen im Nahen Osten
Auslöser der Flugausfälle sind die Luftangriffe, die Israel und die USA am Samstagmorgen gegen den Iran starteten. Aus Teheran, aber auch aus Riad in Saudi-Arabien und Abu Dhabi wurden Explosionen gemeldet, nachdem der Iran seinerseits Ziele in der Region angegriffen hatte.
Die Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr sind erheblich: Die Lufthansa strich bis zum 7. März alle Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman, Erbil sowie nach Abu Dhabi. Emirates setzte den gesamten Flugverkehr von und nach Dubai aus – ein bemerkenswerter Schritt für einen der wichtigsten Luftfahrt-Knotenpunkte weltweit.
Auch Air France, Swiss, Turkish Airlines, British Airways und zahlreiche weitere Airlines meldeten Ausfälle. Mehrere Länder – Iran, Irak, Israel, Syrien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar – schlossen ihre Lufträume ganz oder teilweise.
Massive Einschränkungen im weltweiten Flugverkehr
Laut der Flugverfolgungs-Website FlightAware waren bis Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet, über 1400 Flüge wurden komplett annulliert. Die Luftfahrtbranche erlebt damit eine der schwerwiegendsten Krisen der vergangenen Jahre.
Condor hat vorsorglich alle Stuttgart-Dubai-Verbindungen bis einschließlich 2. März ausgesetzt. „Abhängig von den weiteren Entwicklungen vor Ort kann es in den kommenden Tagen zu weiteren Flugplananpassungen kommen“, sagte Sprecherin Johanna Tillmann unserer Redaktion.
Betroffene Passagiere können ihre Flüge kostenlos stornieren oder umbuchen. „Die Sicherheit unserer Gäste und Besatzungsmitglieder hat für Condor zu jedem Zeitpunkt oberste Priorität“, betonte Tillmann.
Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Der Flughafen Stuttgart und die Airlines beobachten die Lage in enger Abstimmung mit den Behörden.