Ehemalige Fritty Bar in Stuttgart Stillstand auf der Baustelle statt Fritten

Ein großes Loch mitten in der Innenstadt: die Königstraße 51. Foto: Krug

2022 gingen die letzten Pommes über die Theke der Fritty Bar, später wurde das Hirschbuckel-Gebäude abgerissen. Seither klafft eine Lücke in der Stadt. Verzögert sich der Bau?

Baden-Württemberg: Lea Krug (lkr)

Einst ein El Dorado für alle, die tags oder nachts Hunger auf Pommes oder Gyros hatten: die Fritty Bar in der Stuttgarter Innenstadt. Vor drei Jahren, im Juli 2022, gingen die letzten Fritten nach 38 Jahren über die Theke, dann war Schluss. Das Mietverhältnis endete, das Hirschbuckel-Gebäude direkt neben dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude sollte kernsaniert werden.

 

Neben der Fritty Bar ebenfalls betroffen: der Club Toy, der sich unter dem Gebäude befand. Die Enttäuschung über das Ende der beiden Institutionen war groß. Eine Petition forderte den Erhalt, T-Shirts wurden gedruckt und durchs Netz ging ein Aufschrei. In einem Video von 2022 drücken viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter ihr Bedauern über das Ende des Imbisses aus.

Geholfen hat all dies nichts, das alte Gebäude von 1953 sei schlicht zu alt, ein Neubau unumgänglich, machte die Eigentümerfirma Stinag deutlich. Nach und nach machten Bagger und Abrisswerkzeug das Gebäude dem Erdboden gleich. Heute verriegelt ein Bauzaun das Gelände, wo sich einst viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter zur Mittagspause oder im nächtlichen Getümmel trafen.

Das Gebäude vor dem Abriss im Jahr 2022. Foto: LICHTGUT

Seit Monaten scheint nun Stillstand zu herrschen, mit dem Neubau wurde hier noch nicht einmal begonnen. Aber warum? Die Stinag-Vorstandsvorsitzende Heike Barth äußert sich gegenüber unserer Zeitung zu den Gründen: „Den Bauantrag haben wir im Jahr 2023 gestellt. Derzeit warten wir auf die Genehmigung der Stadt Stuttgart und führen Gespräche mit dem Baurechtsamt.“

Warum das alles so lange dauere? Die Stadt Stuttgart verweist auf Nachfrage unserer Zeitung auf weitere Probleme, die es im Genehmigungsprozess gegeben haben soll. Eine Pressesprecherin teilt mit, dass der im Jahr 2023 eingereichte Bauantrag für den geplanten Neubau in der Königstraße 51 zurückgezogen worden sei und ein neuer Antrag im Jahr 2024 einging, zunächst jedoch „unvollständig“ gewesen sei. Dieser Antrag befinde sich im „Ämterlauf“, so die Stadt. Auch weil die Gewerbeaufsicht eine Nachforderung gestellt habe, hätten weitere Unterlagen nachgereicht werden müssen, auch diese seien „nun in der Prüfung“.

Bei Abrissarbeiten im Februar 2023. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Mit Aussagen, wann in der Königstraße 51 gebaut wird und mit welchen Kosten das Unternehmen nun rechnet, hält sich Heike Barth daher in Hinblick auf laufende Verhandlungen und Gespräche mit der Stadt lieber bedeckt.

Eine bereits im Jahr 2022 veröffentlichte Visualisierung des Büros Wittfoht Architekten vermittelt jedoch einen Eindruck davon, wie sich die Immobilienfirma das Gebäude der Zukunft vorstellt: große Fenster, viel Licht. „Wir wollen ein zeitloses Gebäude errichten“, formuliert es Barth. Der Plan des Immobilienkonzerns: ein Stockwerk höher zu bauen, als das Gebäude am Hirschbuckel vor seinem Abriss war. Aus Sicht der Stinag sei das an dieser Stelle jedoch nicht ungewöhnlich hoch, alle direkt angrenzenden Gebäude im Umfeld sind deutlich höher. Vier Stockwerke seien aus „wirtschaftlichen Gründen“ nicht umsetzbar, erklärt sie.

Doch neben der noch ausstehenden Genehmigung gibt es für Heike Barth von der Stinag vor allem eine große Herausforderung: steigende Baukosten. „Die Kostensteigerung ist enorm, im Prinzip klettern die Kosten jeden Monat weiter nach oben. Auch deshalb führen wir nach wie vor Gespräche mit der Stadt.“ Derzeit sei sie und ihr Team vor allem damit beschäftigt zu analysieren und rechnen, beschreibt sie das Verfahren im Hintergrund.

Für Gesprächsstoff sorgte in den vergangenen Jahren aber nicht nur die Frage, wie es an der Königstraße 51 selbst weitergeht, sondern auch die Frage, ob eine neue Fritty Bar irgendwann Eröffnung feiern würde. Kurz nach der Schließung 2022 zeigte sich Chef Niko Papanikos noch äußerst optimistisch. Mehrfach machte er deutlich, einen vergleichbaren Imbiss an anderer Stelle in der Innenstadt wieder eröffnen zu wollen. Doch tatsächlich warten die Fans der Fritty Bar darauf bis heute. Auf entsprechende Nachfragen will er sich heute nicht mehr äußern.

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