Eiche an der VT-Bank Den Wert des Marbacher Baums unterschätzt

Die Umweltaktivisten haben in Marbach auf den Wert des Stadtbaums hingewiesen. Foto: avanti/Ralf Poller

Die VR-Bank Ludwigsburg hat gut daran getan, die 130 Jahre alte Eiche in Marbach am Neckar zu erhalten. Ein lang schwelender Streit hätte ihr geschadet, meint unser Redakteur Oliver von Schaewen.

Ludwigsburg: Oliver von Schaewen (ole)

Mit ihrer Rolle rückwärts zugunsten der alten Eiche auf ihrem Marbacher Filialgrundstück hat die VR-Bank die richtige Entscheidung getroffen.

 

Ein lang schwelender Konflikt hätte nicht dem Image der auf Bürgernähe bedachten Genossenschaftsbank entsprochen, die im Landkreis mit 60 Filialen und SB-Stellen sowie persönlicher Beratung bewusst Flagge zeigt. Und letztlich, da darf man den spitz rechnenden Finanzfüchsen der Bank glauben: Das Projekt wäre auch wegen möglicher Verteuerungen durch Rechtsstreitigkeiten unrentabel geworden.

Im Nachhinein ist man immer schlauer – diese Binsenweisheit nehmen jetzt auch die VR-Bank und die Stadt Marbach mit auf den Weg. Denn sie haben den wahren Wert der stattlichen Eiche für die Bürger unterschätzt. So konnten die Umweltschützer von BUND, Nabu und der Nachhaltigkeitsgruppe die ganze Klaviatur des Protestes spielen und binnen kurzer Zeit viele Bürger hinter sich bringen. In Zeiten, in denen Naturschutz als bürokratisches Hindernis gesehen wird, treffen die Aktivisten einen Nerv. Möglich, dass ihre Forderung nach einem Baumschutzprogramm für die Stadt Marbach neue Nahrung erhält. In Ludwigsburg gibt es diesen Schutz vitaler alter Stadtbäume.

Der König-Wilhelm-Platz soll neu gestaltet werden. Foto: Werner Kuhnle

Natürlich bedeutet der Abgesang auf das Projekt auch einen Dämpfer für die Planungen der Landesgartenschau 2033 in Marbach. Die Aufgabe ist jetzt neu gestellt: Wie kann der König-Wilhelm-Platz so gestaltet werden, dass er das Stadtleben in puncto Verkehr bereichert? Die VR-Bank will weiter ein Partner sein. Wie man die Parkplatzfrage so löst, dass genügend Stellplätze erhalten bleiben, aber die Fußgänger nicht vom Autoverkehr dominiert werden, stellt planerisch eine Herausforderung dar.

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