Einbruch in Gelsenkirchen Verunsicherung bei Bankkunden in Stuttgart: Wie sicher sind Schließfächer?
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen geht es nun um die Frage: Wie sicher sind die Schließfächer?
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen geht es nun um die Frage: Wie sicher sind die Schließfächer?
Bankschließfächer gelten als besonders sicher – vor allem im Vergleich zur Aufbewahrung zu Hause. Doch der spektakuläre Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen über die Weihnachtsfeiertage wirft neue Fragen auf. Die Täter bohrten sich über einen Archivraum in den Tresorraum und plünderten fast alle der 3250 Schließfächer. Eine Tat von beispiellosem Ausmaß, deren Schaden sich auf viele Millionen Euro beläuft. Nicht nur in Gelsenkirchen fragen sich nun viele: Wie sicher sind Bankschließfächer wirklich?
„Bankschließfächer bei Banken und Sparkassen zählen trotz aktueller Ereignisse unverändert zu den sichersten Aufbewahrungsorten für Wertgegenstände“, betont ein Pressesprecher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg trotz des Vorfalls. Die Schließfächer seien in speziell gesicherten Tresorräumen untergebracht und damit aus Sicht des Verbandes „deutlich sicherer als zu Hause“. Wie genau dieser Schutz im Einzelnen ausgestaltet ist, dazu könne der Verband jedoch wenig sagen. Die Entscheidungen lägen bei den 50 rechtlich eigenständigen Sparkassen in Baden-Württemberg.
Ähnlich verhalte es sich beim Versicherungsschutz. „Wie und in welcher Höhe der Inhalt eines Schließfachs versichert ist, hängt vom konkreten Schließfachvertrag ab“, so der Sprecher. In vielen Fällen gebe es eine Grundabsicherung „bis zu einem festgelegten Betrag“, der jedoch „von Sparkasse zu Sparkasse unterschiedlich sein kann“ und unabhängig vom tatsächlichen Wert des Inhalts gelte. Gerade bei besonders wertvollen Gegenständen sei daher Vorsicht geboten. Kundinnen und Kunden sollten prüfen, „ob die vereinbarte Versicherungssumme zum Inhalt des Schließfachs passt“.
Da „nur die Kundinnen und Kunden selbst den Inhalt ihres Schließfachs kennen“, sei auch eine sorgfältige Dokumentation entscheidend. Wichtig seien „Kauf- oder Zahlungsbelege, Fotos, Gutachten oder andere Urkunden“, die allerdings „nicht im Schließfach selbst aufbewahrt werden sollten“. Grundsätzlich eigneten sich Bankschließfächer laut Verband „vor allem für wertvolle und selten benötigte Gegenstände“, etwa Schmuck, Erbstücke, Sammlerstücke oder wichtige Dokumente.
Auch die Landesbank Baden-Württemberg verweist auf hohe Sicherheitsstandards. Diese böten „eine professionelle und mehrstufige Sicherheitsinfrastruktur“ sowie bauliche Schutzmaßnahmen, „die in Privathaushalten typischerweise nicht erreicht werden“. Dort seien alle Mietfächer standardmäßig mit mindestens 25.000 Euro versichert. Zudem bestehe die Möglichkeit, bei Bedarf eine zusätzliche Schließfachversicherung abzuschließen.
Einheitlich geregelt ist dies jedoch nicht. Die Volksbank Stuttgart mahnt zur Eigenverantwortung. „Für die Schließfächer besteht kein zusätzlicher Versicherungsschutz“, stellt ein Sprecher klar. Kundinnen und Kunden sollten daher prüfen, „ob und bis zu welcher Höhe der Inhalt der Schließfächer über die Hausratversicherung abgesichert ist“. Alternativ biete die Volksbank Stuttgart „eine spezielle Bankschließfachversicherung“ an.
Dass ein zusätzlicher Schutz sinnvoll sein kann, zeigte sich für die Bank und ihre Kundinnen und Kunden bereits vor wenigen Jahren. Zwar kam es damals nicht zu einem Diebstahl wie in Gelsenkirchen, wohl aber zu einer anderen Katastrophe. Der Sprecher berichtet: „Beim großen Hochwasser im Wieslauftal im Jahr 2024 wurden einige Kundenschließfächer überschwemmt, dabei sind Dokumente durch das Wasser vernichtet worden.“
Neben klassischen Banken gibt es in vielen größeren Städten inzwischen auch bankenunabhängige Anbieter von Schließfächern, in Stuttgart etwa Trisor oder Asservato. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick auf den Versicherungsschutz. Je nach monatlicher Gebühr oder Größe des Fachs gelten unterschiedliche Versicherungssummen.
Die Berichterstattung aus Gelsenkirchen hat auch in der Region Stuttgart für Verunsicherung gesorgt. Die Volksbank Stuttgart habe „mehrere Kundenanfragen zur Absicherung von Schließfachinhalten“ erhalten, da viele ihre Versicherungssumme hinterfragen. Eine Abkehr vom Bankschließfach sei laut der Bank jedoch nicht zu beobachten.