Auch unter ökologischen Gesichtspunkt wäre es begrüßenswert, wenn Greta Thunberg ihren Demotourismus etwas einschränken würde. Vielleicht hätte sie dann mehr Zeit, ihre vorschnellen Urteile über die Verhältnisse in Nahost zu überdenken. Die einstige Jeanne d’Arc jugendlicher Klimaschützer ist zuletzt eher mit antisemitischen Phrasen aufgefallen, denen sie wahlweise digital oder real bei einschlägigen Kundgebungen hinterher trabt.
Zu den letzten Heldentaten der grünen Galionsfigur zählen mehrere Festnahmen bei pro-palästinensischen Protestaktionen. Ihr unvollständiges Geschichtsbild, ihre politische Engstirnigkeit und die Ressentiments gegenüber Israel sind kritikwürdig. Aber das macht sie noch nicht zur Staatsfeindin. Forderungen nach einem Einreiseverbot sind deshalb völlig überzogen. Für Thunberg wie für Politiker, die sich dafür einsetzen, gilt: Jeder blamiert sich, so gut er kann. Im Unterschied zum Gazastreifen herrscht in Deutschland Demonstrationsfreiheit. Wenn Thunberg im solidarischen Überschwang allerdings Straftaten begehen sollte, wird sie ihren ökologischen Fußabdruck in deutschen Gerichtssälen hinterlassen.