Zahlreiche Brücken in der Stadt sind in die Jahre gekommen. Nun zeigt sich diese Misere auch an einer viel befahrenen Brücke im S-Bahnnetz. In Feuerbach, wo die Nordlinien S 4, S 5, S 6 und S 60 die Bundesstraße 295 überqueren, muss in den kommenden Jahren die denkmalgeschützte Bahnbrücke, Baujahr 1906, neu gebaut werden. In der vom Eisenbahn-Bundesamt im August erteilten Baugenehmigung, dem sogenannten Planfeststellungsbeschluss, heißt es nüchtern, das Bauwerk sei „technisch abgängig“. Sprich es ist am Ende seiner Lebensdauer angekommen. Ein Neubau ist unumgänglich.
Zwölf Monate Bauzeit
Die gute Nachricht: Es gibt noch eine gewisse Schonzeit, ehe die mit der Baustelle zu erwartenden Einschränkungen für den Bahn- und Straßenverkehr beginnen werden. „Nach derzeitigem Planungsstand ist die Erneuerung der Brücke ab 2027 vorgesehen“, erklärt eine Bahnsprecherin. Die Bauzeit werde „insgesamt voraussichtlich rund zwölf Monate“ betragen.
Dreimal wird in dieser Zeit der S-Bahnverkehr unterbrochen werden müssen. Zunächst wird das bestehende Bauwerk abgerissen und eine Hilfsbrücke errichtet. Während einer zweiten Sperrung will die Bahn die Gründung für die neue Brücke herstellen. In einer dritten Phase lässt sie die Hilfsbrücke wieder abreißen und die neue Brück fertigstellen. „Zusammengenommen dauern diese Sperrungen etwa zweieinhalb Monate“, prognostiziert die Bahnsprecherin.
Auch Gleis für Zusatz-S-Bahn betroffen
Noch feilt die Bahn an einem Fahrplan- und Ersatzkonzept für die Bauphasen. Betroffen davon ist neben den beiden S-Bahngleisen auch ein Schienenstrang, der in Feuerbach endet. Dort hielten in der Vergangenheit die Züge der Strohgäubahn, derzeit ist das sogenannte Gleis 130 ungenutzt. Allerdings wurde es zuletzt mit einer elektrischen Oberleitung versehen, da perspektivisch dort die Express-S-Bahnlinie S 62 enden soll. Heute ist für sie – wenn sie überhaupt fährt – bereits im benachbarten Zuffenhausen Schluss.
Bundesstraße 13 Tage gesperrt
Betroffen von dem Vorhaben ist auch der Straßenverkehr. Die Brücke führt über die Borsigstraße. Und die ist an dieser Stelle dreispurig. Die beiden stadtauswärtsführenden Streifen stehen dem Verkehr auf der Bundesstraße 295 zur Verfügung. „Für einzelne Bauphasen muss die Borsigstraße voll gesperrt werden“, heißt es in der Baugenehmigung. Es handle sich um „circa 13 Tage“. Im Genehmigungsverfahren hatte sich die Stadt dafür stark gemacht, die Vollsperrungen nur an Wochenenden und nachts einzurichten. Das Rathaus drang mit dieser Forderung allerdings nicht durch.