Eishockey: Stuttgart Rebels Einer der Gewinner der Saison
Angreifer Nico Geidl hat sich bei den Rebels vom Perspektivspieler zum Leistungsträger entwickelt. Mit 19 Toren ist er der beste Torschütze der Degerlocher.
Angreifer Nico Geidl hat sich bei den Rebels vom Perspektivspieler zum Leistungsträger entwickelt. Mit 19 Toren ist er der beste Torschütze der Degerlocher.
Schaffen sie es noch oder schaffen sie es nicht? Zehn Spieltage vor Saisonende hinkt der Eishockey-Oberligist Stuttgart Rebels zwei Punkte und zwei Plätze hinter dem zehnten Platz her, der zur Teilnahme an den Pre-Playoffys berechtigt – dem erklärten Saisonziel der Degerlocher. Die Hoffnung stirbt zuletzt, so sieht es auch Rebels-Stürmer Nico Geidl. Nach fünf Niederlagen in Folge – zuletzt die 0:9-Packung in Memmingen – laufe es zwar schlecht, „aber wir haben bei zehn ausstehenden Spielen immer noch die Chance, den Turnaround zu schaffen“, sagt der 23-jährige gebürtige Tscheche, der auch den deutschen Pass besitzt.
Egal, ob die Saison für das Schlusslicht der beiden vergangenen Oberliga-Spielzeiten dieses Mal noch in die Verlängerung geht oder die Schläger nach Beendigung der Hauptrunde in den Schrank gesperrt werden müssen, Nico Geidl ist bereits jetzt einer der positiven Erscheinungen und Gewinner der aktuellen Spielzeit. Der Stürmer, der vor zwei Jahren noch für den tschechischen Zweitligisten HC Frydek-Mistek aufs Eis ging, hat sich vom Perspektivspieler zum treffsicheren Leistungsträger entwickelt. Mit 19 Treffern ist er Top-Torjäger der Degerlocher, zudem leistete er bei zwölf Toren die Vorarbeit – und dies in 33 von bisher insgesamt absolvierten 42 Partien. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es zwölf Tore und elf Assists in 39 Partien. Eine hartnäckige Adduktorenverletzung stoppte im November den Lauf des 1,85 Meter großen und 80 Kilogramm schweren Linksschützen und verhinderte eine noch bessere Bilanz. „Das war ärgerlich“, sagt Geidl, „ich bin zwar wieder komplett hergestellt, habe aber aktuell noch nicht die Form beziehungsweise bin noch nicht so im Flow wie vor der Verletzung.“
Gleichwohl er selbst von einer persönlichen Entwicklung beziehungsweise Leistungssteigerung spricht. „Ich spiele aktuell meine beste Profisaison“, hat Geidl erkannt, dessen Vater deutsche Wurzeln hat, seine Tante in Konstanz lebt. Vor allem im Abschluss sei er deutlich sicherer, zielstrebiger und effizienter geworden, sagt er. Und er ist in guter Gesellschaft beziehungsweise fühlt sich an der Seite seiner Sturmpartner Alex Blais und Jayden Lammel „sehr wohl, es macht großen Spaß mit den beiden zu spielen, wir harmonieren und ergänzen uns sehr gut“.
Auch der kanadische Rebels-Stürmer und gleichzeitige Sportlicher Leiter Matt Pistilli ist voll des Lobes über seinen Mitspieler. „Nico wurde damals verpflichtet, weil er ein Spieler mit Entwicklungspotenzial war. Dementsprechend überrascht es mich nicht, dass er in dieser Saison einen weiteren Schritt gemacht hat“, sagt Pistilli, der vor allem die Körperlichkeit, das Defensivverhalten und das Agieren Geidls vor dem Gehäuse schätzt. „Er macht keine komplizierten Dinge, ist geradlinig Richtung Tor unterwegs und weiß, wo er zu stehen hat, um den Puck im Gehäuse unterzubringen.“
Natürlich ist die Entwicklung des 23-Jährigen noch nicht abgeschlossen. Das weiß er selbst am besten: „Ich kann mich in allen Bereichen noch verbessern und arbeite hart an mir.“ Ob er aber den nächsten Entwicklungsschritt in Stuttgart vollzieht, oder bei einem anderen Verein, das wisse er Stand jetzt noch nicht. Vielmehr liege die Konzentration nun voll und ganz auf dem Erreichen der Pre-Playoffs und dementsprechend auf dem kommenden Freitag (19.30), wenn die Rebels zum Württemberg-Duell bei den Heilbronner Falken antreten. Bislang stehen gegen das Team aus der Käthchen-Stadt drei Spiele und drei Niederlage. Dennoch: „Wir sind motiviert und wollen alles geben, um zu gewinnen“, weiß Geidl, der aktuell auch in den letzten Zügen seines Studiums in Marketing-Kommunikation an der Pan-European Universität in Tschechien ist.
Und sollten die Rebels ihren Negativlauf ausgerechnet in Heilbronn stoppen, dann hat sich der 23-Jährige mindestens einen Milchkaffee verdient. Diesen liebt er nämlich und gönnt sich mit seiner Freundin häufig einen am Marienplatz. „Dort gefällt es mir sehr gut, ebenso auf der Karlshöhe“, verrät er seine favorisierten Plätze in Stuttgart.