Eishockey: Stuttgart Rebels Paukenschlag – Rebels trennen sich von Trainer Melichar

Wurde bei den Rebels entlassen: Trainer Jan Melichar. Foto: Günter E. Bergmann - Photography

Nach fünf Niederlage in Serie und das Abrutschen auf Platz zwölf hat sich der Eishockey-Oberligist von seinem Headcoach getrennt.

Paukenschlag beim Eishockey-Oberligisten Stuttgart Rebels nach dem blutleeren Auftritt beim 0:9-Debakel am Sonntag in Memmingen: Die fünfte Niederlage in Serie hat nun Konsequenzen – für Jan Melichar. Die Verantwortlichen auf der Waldau haben den Trainer Anfang der Woche entlassen. Übernehmen wird der bisherige Assistenztrainer Eu Jin Yap in Zusammenarbeit mit dem Sportlichen Leiter und Stürmer Matt Pistilli.

 

Nach der Pleitenserie werden die Chancen auf den angestrebten Tabellenplatz zehn, der zu den Pre-Playoffs berechtigt, immer geringer. Zwar fehlen nur zwei Punkte zum Ziel, doch die aktuellen Leistungen lassen schwer an eine Wende glauben. So sahen es auch die Verantwortlichen und fühlten sich zum Handeln genötigt. „Wir mussten reagieren, einen neun Impuls setzen, um den Bock vielleicht doch noch umzustoßen und die Pre-Playoffs noch zu schaffen“, sagt einer der beiden Rebels-Geschäftsführer Alexander Fuchs. Getroffen hat es – wie üblich – den Trainer, wobei die Degerlocher bereits „seit Dezember das Gefühl hatten, die Mannschaft macht nicht den nächsten Schritt und die Ergebnisse stagnieren“, sagt Fuchs. Er gibt aber auch zu, die Entscheidung gegen Melichar sei ihm „sehr schwer“ gefallen, weil dieser ein „harter, akribischer Arbeiter“ sei und unter schweren Rahmenbedingungen stets „vollstes Engagement und Einsatz“ gebracht habe und mit dazu beigetragen hat, „den Verein weiter zu entwickeln und auf einen höhren Level zu bringen“.

Für die Mannschaft sei es indes eine harte Nachricht gewesen, sagt der Rebels-Kapitän Dane Montgomery. Jan Melichar hätte viel für jeden einzelnen im Team und den Erfolg getan, so der US-Amerikaner weiter. Weiter ist aber denn auch das passende Stichwort. Am Ziel Pre-Playoffs werde sich auch mit einem neuen Coach nichts ändern, die Chance wolle man auf jeden Fall noch nutzen, weiß Montgomery.

Und was sagt der nun Ex-Trainer zu seiner Entlassung? „Es ist alles noch sehr frisch, aber ich muss die Entscheidung des Vereins akzeptieren und hoffe, dass die Jungs am Freitag in Heilbronn gewinnen und auch weiterhin alles möglich ist“, sagt Jan Melichar. Der tschechische Trainer übernahm die Rebels im Sommer 2024, schloss mit der Mannschaft zwar die Oberliga-Saison wie ein Jahr zuvor auch als Schlusslicht ab, jedoch war man konkurrenzfähig. In dieser Runde wollte man, weiterhin wohl mit dem wohl geringsten Etat der Liga, noch konkurrenzfähiger sein und in die Pre-Playoffs. Über weite Strecken der Runde waren die Degerlocher auf Kurs, nur in den vergangenen Wochen kam man von diesem – teilweise auch durch indiskutable Leistungen – ab.

Melichars bisheriger Co-Trainer, der aus Malaysia stammende Eu Jin Yap, übernimmt nun zusammen mit Pistilli das Team. Normalerweise ist er Headcoach bei der Jugend. Wobei die Frage erlaubt sein muss: Malaysia und Eishockey? „Das passt schon“, sagt Fuchs. Eu Jin Yap habe bereits die Frauennationalmannschaft von Katar trainiert, anschließend in Finnland Eishockey studiert, dort dann drei, vier Jahre bei Jugendakademien von renommierten Vereinen gearbeitet, ehe er vor zwei Jahren zum Stuttgarter EC kam. Seine Aufgabe nun für das Profiteam der Rebels: „Den Spielern das Selbstvertrauen zurückbringen und Spaß am Spiel zu vermitteln“, so Fuchs.

Einen externen Coach wollen die Rebels nicht verpflichten. Bei noch „planbaren vier Wochen“ sei es recht unwahrscheinlich, einen qualitativen guten Trainer zu bekommen.

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