EM Darja Varfolomeev Ein fehlendes Puzzlestück: „Endlich ist auch diese Goldmedaille da“

Darja Varfolomeev avanciert mit drei Titeln zur dominierenden Athletin bei den Europameisterschaften. Foto: Filippo Tomasi/IPA via ZUMA Press/dpa

Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden gewinnt bei den Europameisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik in Varna zum ersten Mal den Mehrkampftitel und siegt auch mit Ball und Band.

Als Darja Varfolomeev am Schlusstag der Europameisterschaften in Varna mit ihrer Trainerin Julia Raskina-Rizzo auf die Noten für ihre Finalübung mit dem Ball wartete, tanzte die Gymnastin auf dem Sofa sitzend zum Song „bauch beine po“ von Shirin David: „Auf und ab, wir laufen im Takt mit den Waffen einer Frau, brrr pa pa pap“. Bei den Titelkämpfen in Bulgarien hat Darja Varfolomeev mit ihren Waffen gekämpft – mit Präzision, Ausdruck und Höchstschwierigkeiten. Und mit Erfolg: Die 19-Jährige Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin vom TSV Schmiden ist zum ersten Mal Europameisterin im Mehrkampf geworden, hat Gold mit dem Ball gewonnen und ihren Titel mit dem Band erneut verteidigt.

 

Beim World Challenge Cup in Portimao Mitte Mai hatte Darja Varfolomeev ungewohnte Schwächen gezeigt. In Varna präsentierte sie sich in alter Wettkampfstärke. Mit drei Titeln war sie wieder mal die dominierende Athletin bei einem internationalen Großereignis. Und vor allem der Mehrkampfsieg machte sie „glücklich und dankbar“: „Ich habe schon alle großen Titel im Mehrkampf gewonnen – außer bei der EM. Jetzt ist diese Goldmedaille endlich auch da.“

„Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagt Sina Maier, die Standortmanagerin im Stützpunkt in Schmiden. Die Europameisterschaften sollten nur ein weiterer Schritt in Richtung Weltmeisterschaften im August in Frankfurt am Main sein und wurden zum Triumphzug für Darja Varfolomeev, die als einzige Gymnastin für ihre Übungen Höchstnoten von 30 Punkten und mehr bekam. Für sie waren es die erfolgreichsten kontinentalen Titelkämpfe seitdem sie vor vier Jahren in Tel Aviv ihre ersten beiden EM-Medaillen – Bronze mit Keulen und Ball – gewonnen hatte. Ein Jahr später holte sie in Baku ihren ersten Titel mit dem Band und konnte den Erfolg 2024 in Budapest und vergangenes Jahr in Tallinn wiederholen, wie auch jetzt in Varna. „Ich hätte nicht gedacht, dass es am Finaltag noch einmal so gut läuft. Ich habe mich sehr gut gefühlt und es hat mir viel Spaß gemacht zu zeigen, was ich drauf habe“, sagte Darja Varfolomeev nachdem sie am Sonntag zweimal oben auf dem Siegertreppchen stand.

Mit dem Reifen verfehlt Darja Varfolomeev das Podest nur knapp. Darja V Foto: Filippo Tomasi/IPA via ZUMA Press/dpa

Mit dem Reifen war Darja Varfolomeev zudem Vierte geworden. Das Keulenfinale fand ohne sie statt, da sie mit diesem Gerät in der Qualifikation gepatzt hatte. Danach verriet sie, dass sie sich an den ersten beiden Tagen in Varna unwohl gefühlt und kaum geschlafen habe. „Ich habe dadurch meine ganze Energie und Kraft verloren.“ Und dennoch erstaunlich gut geturnt.

Die Nationalgruppe freut sich über die Plätze fünf und sechs

Auch Viktoria Steinfeld konnte bei ihrem ersten großen Auftritt bei internationalen Titelkämpfen überzeugen. Die Gymnastin vom TSV Schmiden verpasste als 21. knapp den Einzug ins Mehrkampffinale und belegte Platz acht im Finale mit dem Band. Die Nationalgruppe mit Alisa Datsenko, Anna-Maria Shatokhin (beide TSV Schmiden), Anja Kosan (SC Siemensstadt), Alina Ott (TSV Nürnberg 1846), Helena Ripken (VfL Zehlendorf) und Emilia Wickert (TSG Söflingen) wurde im Mehrkampf Fünfte und Sechste im Finale mit drei Reifen und zwei Paar Keulen.

Medaillen gab es für die deutschen Juniorinnen in den Gerätefinals. Melissa Diete (TSG Neu-Isenburg) gewann Silber mit dem Ball und Bronze mit dem Band. Ihre Teamkollegin Alessia Koch (TSV Schmiden) verpasste als Vierte im Finale mit Reifen das Podium nur um ein Zehntel.

Weitere Themen