Rund 3000 Gläubige versammeln sich am Freitagmorgen auf einem Sportplatz in Bad Cannstatt. Anschließend bricht auf den Straßen drumherum Chaos aus.

Digital Desk: Michael Bosch (mbo)

Die Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan haben in Bad Cannstatt am Freitagmorgen zu einem massiven Verkehrsaufkommen und Behinderungen auf mehreren Straßen geführt. Die Polizei regelte an mehreren Kreuzungen den Verkehr, an einigen Stellen kam dieser dennoch komplett zum erliegen. Augenzeugen berichten von Hupkonzerten aufgrund des Stillstands.

 

Auf dem Kunstrasenplatz an der Hofener Straße hatten sich am Freitagvormittag mehrere Tausend Muslime zum Gebet versammelt. Offenbar waren viele von ihnen mit dem Auto gekommen – das Verkehrschaos, auch in weiteren umliegenden Straßen war die Folge. In der Nähe haben mehrere muslimische Gemeinden ihre Moscheen und Zentren.

Stau in Cannstatt am Freitagmorgen Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Rund 3000 Muslime versammeln sich auf Sportplatz

Schon gegen 7 Uhr am Morgen waren die ersten Gläubigen in der Hofener Straße eingetrudelt. Das Hauptgebet begann gegen 8.30 Uhr und dauerte bis kurz vor 9 Uhr. Dass viele der circa 3000 Menschen anschließend alle auf einmal aufbrachen, habe „logischerweise“ auf viele der umliegenden Straßen zu dem Chaos geführt, so eine Polizeisprecherin. Es habe aber keine Unfälle oder Verkehrsordnungswidrigkeiten gegeben. Gegen 10.30 Uhr beruhigte sich die Lage wieder.

Konsequenzen müssen die Veranstalter wohl nicht fürchten. Das Amt für öffentliche Ordnung werde gemeinsam mit Polizei und der Gemeinde, die das Gebet organisiert habe, die Lage auswerten, so der Sprecher der Stadt Stuttgart, Sven Matis. " Es ist im Interesse des Gastgebers, dass seine Gäste stressfrei an- und abreisen können. Daher macht ein Verkehrskonzept Sinn, dass Shuttle-Lösungen oder eine stärkere Einbindung des ÖPNV berücksichtigt. Daran ist 2027 zu denken", sagt Matis.

Im Islam hat an diesem Freitag, 20. März, das dreitägige Ramadanfest begonnen. Viele Muslime suchen morgens eine Moschee auf, anschließend gibt es in den meisten Familien ein umfangreiches Frühstück. Das Ramadanfest folgt auf das Ende des Fastenmonats. In diesem Jahr fiel dessen Beginn ungefähr mit dem Start der christlichen Fastenzeit am Aschermittwoch zusammen. Das geschieht nur alle 33 bis 34 Jahre. Der Ramadan beginnt jedes Jahr rund zehn bis elf Tage früher, da sich Muslime in religiösen Angelegenheiten am kürzeren Mondkalender orientieren.