Energiewende in Stuttgart In Stuttgart ändert sich die Förderung für Heizungstausch, Solar und Dämmung

Die Stadt Stuttgart senkt ihre Förderung für Energieprogramme – auch Solaranlagen werden künftig wohl etwas schlechter bezuschusst. Foto: picture alliance/dpa

Die Stadt Stuttgart reduziert ihre Zuschüsse für die private Energiewende. Das soll bereits ab 1. Mai gelten. Wer schnell ist, kann noch von der bisherigen Höhe profitieren.

Klima/Nachhaltigkeit : Thomas Faltin (fal)

Noch ist nichts beschlossen, aber die Stadt Stuttgart hat nun erstmals vorgestellt, wie ihre künftige finanzielle Unterstützung aussehen könnte, wenn jemand seine Heizung tauscht, eine Solaranlage auf dem Dach installiert oder sein Haus dämmen lässt. Im April wird der Ausschuss für Klima und Umwelt dann über die Vorlagen der Verwaltung beraten; womöglich ergeben sich noch Änderungen. Am 1. Mai oder spätestens am 1. Juni sollen die neuen Fördersätze in Kraft treten. Die städtische Förderung wäre immer zusätzlich zu den Bundeszuschüssen.

 

Zum Jahresbeginn schon abgeschafft wurden die Zuschüsse für Balkonkraftwerke und für die notwendige Ausrüstung, wenn jemand zu Hause sein E-Auto laden will. Die Balkonkraftwerke, sagte Jürgen Görres vom Amt für Umweltschutz, seien mittlerweile so günstig, dass es keiner Förderung mehr bedürfe. Künftig soll es auch kein Geld mehr für ein Pelletlager geben sowie für den Abbau von Öltanks.

Noch gelten die alten Fördersätze in Stuttgart

Wer eine Wärmepumpe einbaut, erhält nach dem Verwaltungsvorschlag künftig 300 Euro pro Kilowatt Leistung des Geräts. Ein Neubau kommt oft mit sechs Kilowatt aus, ein wenig gedämmtes altes Haus benötigt auch mal 15 Kilowatt – sprich, die Förderung läge zwischen 1800 und 4500 Euro. Bisher schoss die Stadt 15 Prozent der Investitionskosten zu. Bei einer Wärmepumpe, die 30.000 Euro kostet, hat man bisher also 4500 Euro bekommen. Übrigens gelten diese alten Tarife noch, bis die neuen in Kraft treten. Wer schnell ist, kann also noch die höhere Förderung bekommen.

Für Wärmepumpen gibt es eine große Förderung vom Bund – und noch eine kleine der Stadt Stuttgart. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Wer sich neu an die Fernwärme anschließen lässt, kann einen städtischen Zuschuss für die Übergabestation in Höhe von 100 Euro pro Kilowatt Leistung beantragen. Bei Pelletheizungen sind es 200 Euro pro Kilowatt. Nochmals zur Erinnerung: Daneben gibt es hohe Zuschüsse des Bundes, die meistens mit der städtischen Förderung kombiniert werden dürfen.

Bei einer Solaranlage wird die Rechnung auch komplizierter. Geplant ist, künftig einmalig 30 Cent pro jährlichem Kollektorertrag zuzuschießen, multipliziert mit der Anzahl der Kollektoren. Ziemlich verquast ist das, vereinfacht könnte man sagen: Die Förderung beträgt in Euro 30 Prozent eines Jahresertrags. Bei einer üblichen Anlage auf einem Einfamilienhaus mit 8000 Kilowattstunden Jahresertrag wären das also 2400 Euro. Bisher erhält man maximal 350 Euro pro Kilowattpeak; im Beispiel entspräche das 2800 Euro. Weniger Geld gibt es auch für einen Stromspeicher.

Bei der Sanierung eines Hauses würden die Zuschüsse im Schnitt um zehn Prozent sinken, hieß es von Seiten der Stadt. Manche Dinge werden ganz gestrichen, wie etwa ein Bonus, wenn man bei der Fassadendämmung ökologische Baustoffe verwendet. Wer finanziell nicht gut aufgestellt ist oder wer etwa ein denkmalgeschütztes Haus sanieren will, erhält dagegen neu einen Bonus in Höhe von zehn Prozent.

Wie viel will die Stadt Stuttgart damit sparen?

Unklar blieb bei der Vorstellung dieser Eckdaten im Ausschuss für Umwelt und Klima am Freitag, wie viel die Stadt dadurch insgesamt sparen will bei ihren Energieförderprogrammen. Man habe die neuen Regeln abgestimmt mit Handwerkern und Energieberatern, betonte Andreas Neft, der Leiter des Amtes für Umweltschutz. Ziel sei es, mit den neuen Regeln nicht nur Geld zu sparen, sondern unterm Strich auch mehr Anträge zu fördern.

Bei den Förderanträgen für Heizsysteme dominiert in Stuttgart eindeutig die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie machte im Zeitraum von 1. Oktober 2025 bis 15. Februar 2026 insgesamt 318 von 386 Anträgen aus. Fernwärme wurde 14-mal gefördert, Pelletheizungen nur dreimal.

Seit 2020 hat die Stadt Stuttgart 11.000 Solaranlagen gefördert

Viel häufiger wurden die Zuschüsse für Solaranlagen in Anspruch genommen. Zwischen dem 13. November 2020 und dem 15. Februar 2026 waren 11.000 Anträge bei der Stadt eingegangen. Insgesamt seien damit 88 Megawattpeak an Leistung installiert worden.

Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) forderte die Bürger auf, jetzt zu handeln – die Förderung von Bund und Stadt sei womöglich nie wieder so hoch wie derzeit.

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