Lange Fahrzeiten, Staus und Kommunen am Limit: Nach dem Brand im Engelbergtunnel ist die A 81 weiter gesperrt. Pendler, Lkw-Fahrer und Anwohner machen ihrem Frust online Luft.

Volontäre: Jelena Maier-Kasparek (jem)

Knapp zwei Wochen ist es her, dass ein Lkw-Auflieger im Engelbergtunnel brannte. Seitdem ist die Weströhre gesperrt. Pendler und Lieferverkehr müssen Umwege über die umliegenden Kommunen fahren – mit immensen Auswirkungen auf die Teilorte.

 

Anwohner und Geschäftsleute klagen über das enorme Verkehrsaufkommen, über Gefahren für Fußgänger sowie über längere Fahrzeiten. Zwar hat die Autobahn GmbH angekündigt, Ende dieser Woche zumindest einen Fahrstreifen der Röhre wieder freizugeben.

Doch bis dahin, und bis die Weströhre vollständig geöffnet werden kann, bleibt die Sperrung eine erhebliche Belastung. Wie stark die Situation viele Menschen beschäftigt, zeigt auch ein Blick in die sozialen Netzwerke.

Sperrung der A 81: Lange Fahrzeiten und Spritpreise sorgen für Frust

„So ist das echt kaum noch auszuhalten“, schreibt etwa ein Pendler. Ein anderer berichtet: „Ich selbst brauche aktuell für acht Kilometer 45 Minuten zur Arbeit. Täglich.“ Während einige vor allem die verlorene Zeit beklagen, weisen andere auf die steigenden Kosten hin, die durch längere Umwege entstehen. „Umfahrungen kann sich niemand leisten, nicht mal wenn der Diesel billig ist“, bilanziert ein Nutzer.

Ein weiterer Kommentator verweist auf die Situation in Höfingen, wo die Straßen erst kürzlich saniert worden seien. „Und jetzt werden diese Straßen schon wieder kaputt gefahren, weil die Belastung offenbar über dem liegt, wofür sie ausgelegt sind.“ Viele stimmen ihm zu – andere nehmen jedoch die Lkw-Fahrer in Schutz. Schließlich müsse ihre Fracht weiterhin in die Geschäfte gelangen und sie seien über die Situation sicherlich auch nicht glücklich. Das bestätigt ein Berufskraftfahrer auf Instagram: „Vor allem der Stau frisst Lenkzeit, und die haben wir teils nicht mehr.“

Kommunen versuchen Gefahren entgegenzusteuern

Neben diesen, vorrangig nervenzehrenden, Folgen machen zahlreiche Menschen auf Social Media auf die konkreten Gefahren des Umleitungsverkehrs aufmerksam. Weil die Straßen oft eng sind, fahren die Autos teilweise auf die Gehwege – und die sind dann zu schmal für Kinderwagen oder Rollatoren. „Absolute Katastrophe. Ich fühl’ mich nicht mehr sicher!“, kommentiert eine Instagram-Nutzerin.

Die betroffenen Kommunen versuchen der Lage mit verschiedenen Maßnahmen zu begegnen. In Heimerdingen wurden Halteverbote eingerichtet, zudem wurden die Ampelschaltungen im Korridor zwischen Ditzingen und Leonberg optimiert, um den Verkehr besser zu lenken.

Einige Nutzer schlagen vor, den Verkehr in beide Richtungen jeweils einspurig durch die verbliebene Tunnelröhre zu führen. Das hatte Wolfgang Grandjean, Leiter der Unternehmenskommunikation der Autobahn GmbH Südwest, jedoch bereits wenige Tage nach dem Brand ausgeschlossen.

Bei dem Brand wurde der Engelbergtunnel beschädigt. Foto: IMAGO/KS-Images.de

Sperrung A 81 im Engelbergtunnel: Ruf nach langfristigen Lösungen

Aus vielen Beiträgen spricht inzwischen der Wunsch nach einer grundsätzlichen Lösung für die Verkehrssituation in der Region. Ein Nutzer kritisiert: „Solch einen Großraum mit zwei Autobahnen zu bedienen, ohne Alternativen, ist einfach amateurhaft.“ Immer wieder werde deutlich, wie sehr die Region unter fehlenden Ausweichstrecken leide. „Jedes Mal, wenn es auf der Autobahn stockt, baden wir es in Leonberg aus“, heißt es in einem anderen Kommentar.

Neben wütenden, und teilweise humorvollen, Vorschlägen wie „Berg wegsprengen“ hoffen viele auf verkehrspolitische Lösungen. „Es braucht endlich eine sinnvolle Umleitung, die nach Möglichkeit die wenigsten beeinträchtigt“, schreibt ein Nutzer auf Instagram.