Dieses Gerät soll dem endlosen Scrollen auf Social-Media einen Riegel vorschieben: die Zenbox. Was hinter der Erfindung des Stuttgarters Konstantin Singer steckt.

Digital Desk: Lea Jansky (ljy)

Schluss mit endlosem Scrollen: Mit seiner Erfindung, der „Zenbox“, möchte der Stuttgarter Konstantin Singer der Handysucht einen Riegel vorschieben. Weil er sich selbst an seinem Scrollen durch die Social-Media-Apps störte und sämtliche Apps nichts dagegen halfen, nahm der 36-jährige Stuttgarter das Problem selbst in die Hand. Im Dezember 2024 begann er, an einer Software und dem dazugehörigen physischen Device zu arbeiten. Nach wenigen Wochen hatte er den ersten Prototyp einer App und der Zenbox entwickelt, im Mai 2025 verkaufte er bereits die ersten Exemplare.

 

Die Funktion hinter der Zenbox ist simpel, aber effizient: Über die App kann der Nutzer selbstständig festlegen, welche Apps für einen gewissen Zeitraum gesperrt werden sollen. Durch Kontakt zwischen Smartphone und Zenbox wird diese Sperre schließlich aktiviert. Dabei kommuniziert das Handy über ein Magnetfeld mit einem NFC-Chip, der in der Zenbox verbaut ist. Entsperrt werden können die Apps erst wieder durch erneuten Kontakt zwischen Handy und Zenbox.

Produzieren lässt Konstantin Singer die Zenboxes in der „Wir machen Technik“, kurz „WMT“ GmbH, in Stuttgart-Ost. Bereits knapp 1000 Zenboxes hat der Stuttgarter mittlerweile verkauft. Die größte Hürde bei der Entwicklung war anfangs die Freigabe seiner Software durch Apple. Seit kurzem hat er es nun auch geschafft, die App von Google für Android-Geräte freigeben zu lassen. „Ich glaube, ganze 15 Leute mussten regelmäßig vorab die App testen, weil Google diese sonst nicht freigibt. Und dadurch, dass ich ja tatsächlich andere Apps beschränke, brauche ich eine Sondererlaubnis“, berichtet Singer.

Den Erfolg seiner Erfindung sieht Konstantin Singer im Vergleich zu herkömmlichen Apps, die wiederum andere Apps blockieren, in einem wichtigen Punkt: „Der Hauptunterschied ist eben, dass ich mich bewegen muss. Also die Idee dahinter ist, ich setze die Hürde so hoch, dass ich eigene Energie dafür aufwenden muss, um wieder auf gewisse Apps zuzugreifen und dann merke ich schneller, dass ich das jetzt gar nicht machen will“.

Aktuell arbeitet Singer an neuen Funktionen wie beispielsweise einer „Doomscrolling-Bremse“: „Da legt man einfach fest, wie oft darf ich eine App öffnen und wie lange jeweils? Also zum Beispiel erlaube ich mir fünf Mal am Tag Instagram zu öffnen, aber nach zehn Minuten werde ich wieder rausgeschmissen. Und wenn diese fünf Sessions vorbei sind, dann müsste ich wieder die Zenbox scannen“, erläutert der Entwickler. Auch einen Schlafmodus soll es bald geben, der automatisiert startet und bei dem man beispielsweise auch den Wecker nur noch durch Kontakt mit der Zenbox ausschalten kann.