Erfolg in TV-Show Sportlich und menschlich groß: Nicola Wulf siegt bei Ninja Warrior Germany

Nicola Wulf hat im Finale mal wieder die Muskeln spielen lassen. Foto: RTL Markus Hertrich

Die 18-Jährige aus Steinheim (Kreis Ludwigsburg) hat bei der TV-Show zum zweiten Mal die Nase vorn – und erklärt, was sie mit ihrem Preisgeld macht.

Es war ein riesiger Coup. Gleich bei ihrer ersten Teilnahme gewann Nicola Wulf im vergangenen Jahr bei der RTL-Show „Ninja Warrior Germany“ die Frauenkonkurrenz und eine Prämie von 25.000 Euro. Vielleicht sogar noch höher einzuschätzen ist, dass die 18-Jährige aus Steinheim in dem Hangel-, Kletter- und Springparcours in der diesjährigen Staffel „Ninja Warrior“ erneut nicht zu schlagen war. Denn die Erwartungshaltung war gestiegen und das Teilnehmerfeld nochmals stärker.

 

Kein Wunder also, dass die Schülerin vom Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium nach dem Erfolg überglücklich war. „Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, dass ich meinen Titel wieder verteidigen konnte, da das auf jeden Fall ein großes Ziel von mir war“, sagt Wulf. Sie habe zur Feier des Tages ihre Freunde aus der Ninja-Szene zum Essen eingeladen.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass sie den Sieg weniger genießen konnte als im vergangenen Jahr. Sie sei mit ihrer Leistung nicht zufrieden: Für ihren Anspruch an sich selbst, war die Entscheidung im Finale zu knapp. „Es fühlt sich natürlich immer besser an, deutlich zu gewinnen“, sagt sie.

Packender Zweikampf

Nicola Wulf ist voll in ihrem Element, wenn sie sich in einen Ninja-Parcours stürzen kann. Foto: RTL Markus Hertrich

In der Tat war es am Ende ein Zweikampf zwischen Nicola Wulf und ihrer härtesten sportlichen Widersacherin Lotta Kokemohr, der an Spannung kaum zu überbieten war. Beide scheiterten an derselben Stelle in Stage eins des Finales. Die Steinheimerin hatte allerdings eine Sekunde weniger gebraucht, um dorthin zu gelangen und heimste deshalb den Frauentitel ein.

Das Hindernis, an dem sich die beiden Jugendlichen die Zähne ausbissen, hatte es in sich und bugsierte auch viele Männer aus dem Wettbewerb. An einem Bügel hängend, musste man von Aufleger zu Aufleger springen, einmal sogar rückwärts.

Die große Unbekannte sei das Gewicht der Bügel gewesen, erklärt Nicola Wulf. Somit war es nicht leicht, das richtige Timing für die Übergänge zu finden. „Im ersten Versuch ist es echt schwer, das einzuschätzen“, konstatiert die Schülerin. Da jedoch die meisten an diesem Punkt ins Wasserbecken gefallen sind, sei es zu verschmerzen gewesen, hier zu scheitern.

Andererseits hatte sie sich vorgenommen, den Schlußbuzzer zu drücken und wie im vergangenen Jahr mindestens in Stage zwei vorzurücken. „Deswegen war ich natürlich sehr enttäuscht, dass ich das nicht erreicht habe“, sagt Nicola Wulf.

Zunächst war sie auch unsicher, ob ihre Leistung für den Sieg gereicht hat. „Ich habe mir gedacht, dass keine Frau über diesen Punkt gekommen ist, da der Bügel, mit dem man springen musste, sehr schwer war. Allerdings konnte ich nicht einschätzen, ob die Zeit gereicht hat“, erklärt sie.

Als ihr die Moderatoren dann aber die gute Nachricht von ihrem abermaligen Triumph überbrachten, hellte sich ihre Miene sofort auf und huschte ein Strahlen über ihr Gesicht. Zugleich versuchte sie im Siegerinterview, die neben ihr stehende und mit den Tränen kämpfende Lotta Kokemohr zu trösten – und demonstrierte damit auch menschliche Größe.

Es könnte gut sein, dass sich die beiden Teenager 2026 wieder ein heißes Rennen um den Sieg bei den Damen liefern. Zumindest Nicola Wulf möchte „auf jeden Fall nächstes Jahr nochmal teilnehmen und versuchen, den Titel zu verteidigen“. Damit würde sie Geschichte schreiben und die erste Frau sein, die dreimal im Parcours alle anderen ausgestochen hat. Ein Ziel, das sich die Vollblut-Ninja auf jeden Fall gesteckt hat.

Damit würde sich ihr Konto weiter füllen. Für ihren Erfolg in der TV-Show, der am Freitagabend, 5. Dezember, bei RTL zu sehen und vor einigen Monaten aufgezeichnet worden war, kassierte Wulf wieder 25.000 Euro. Einen großen Teil ihrer Prämien spare sie, berichtet sie. Am meisten gebe sie wahrscheinlich „für Zugtickets oder Flüge für Wettkämpfe oder Urlaube aus“.

Von Verletzungen im Trainingseifer gebremst

Wobei sie wahrscheinlich ihr Konto gerne etwas plündern würde, wenn sie sich damit von ihren Blessuren freikaufen könnte. „In der letzten Zeit hatte ich leider viele kleine Verletzungen an Sehnen oder Kapseln“, sagt sie. Gerade versuche sie, „wieder langsam ins Training zu starten“. Auftrieb dürfte ihr dabei geben, wenn sie die Bilder ihres zweiten Siegs bei „Ninja Warrior Germany“ noch einmal anschaut.

Yasin El Azzazy hat trotz einer bärenstarken Vorstellung den Einzug in Stage zwei des Finales verpasst. Foto: Markus Hertrich/RTL

Nicht ganz so erfolgreich wie Nicola Wulf hat mit Yasin El Azzazy ein weiterer Teilnehmer mit Wurzeln im Raum Marbach und dem Bottwartal abgeschnitten. Herausragend war seine Leistung dennoch. Er kam im ersten Final-Parcours sogar weiter als Wulf und scheiterte erst am vorletzten Hindernis.

Um bei den Männern eine Chance darauf zu haben, ganz vorne zu landen, reichte das aber nicht. Dazu hätte er den Schlußbuzzer drücken müssen, um somit das Türchen zu Stage zwei zu öffnen. Moderatorin Laura Wontorra lobte den früheren Erdmannhäuser und Murrer gleichwohl für eine „mega-tolle“ Staffel. Und El Azzazy kündigte an, wiederkommen zu wollen.

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