Willkommen in Marissas „asiatischem Wohnzimmer“, wie sie selbst ihr Baobei Bistronomie-Konzept beschreibt. Die Idee: traditionelle, asiatische Gerichte- und Kochtechniken mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu erschwinglichen Preisen.
Damit führt Marissa die Bistro-Geschichte in der Silberburgstraße weiter. Vor dem Umzug in die Vogelsangstraße betrieb Gastronomin Jungmi Ha hier das Misik. Auch Marissa findet: „Das ist die perfekte Lokalität, um anzufangen.“
Die 29-Jährige ist zwar keine gelernte Gastronomin, arbeitet jedoch seit ihrer Jugend in verschiedenen Gastronomien und Küchen. Der Name „Baobei“ entstand 2020 als Catering-Idee. Im vergangenen Jahr folgte die Food-Pop-up-Eventreihe „Sipsip“ im Waranga und Januar 2024 kam die Zusage für die Location im Stuttgarter Westen. Seitdem ist einiges passiert.
Das Ladeninnere erstrahlt in einem neuen, gemütlich-modernen Look. „Ich wollte es wohnlicher machen“, betont die 29-Jährige. „Als würden die Menschen kurz zu ihrer asiatischen Tante kommen, um etwas zu essen“, sagt sie und lacht.
Baobei – ein besonderer Ort
Das chinesische Wort „Baobei“ hat übrigens viele Bedeutungen. Es ist ein Kosename, vergleichbar mit „Schatz“ oder „Liebling”, bedeutet aber auch „verrückt“ oder „verspielt“ und beschreibt zugleich auch einen „treasured place“, also einen besonderen Ort. Die Symbiose aus all diesen Begriffen trifft es eigentlich perfekt, findet Marissa. „Außerdem lässt es sich gut aussprechen“, sagt die Köchin.
Marissa, die mit sieben Jahren von Singapur nach Grötzingen zog, will bei Baobei gemeinsam mit Chefkoch David Heck authentische asiatische Küche auf den Teller bringen – „Singapurisch-chinesisch“. Sie erklärt: „In Singapur gibt es so viele verschiedene Foodspots. An jeder Ecke bekommt man super schnell total frische Gerichte.“
Baobei setzt auf Zero Waste
Das Menü ist so konzipiert, dass Besucher:innen immer etwas anderes zusammen bestellen können. Marissa nennt das die „faithful friends“, darunter zum Beispiel heilsame Brühe, gebratenes Gemüse, ein Tee-Ei oder Gurkensalat. Auf der Karte stehen außerdem Jiao Zi Teigtaschen, Bao-Brötchen, saisonaler Salat, aber auch Gerichte mit geröstetem Hühnchen, Austernpilzen und Curry. Außerdem wird es täglich einen Mittagstisch und ein Tagesgericht-Angebot geben sowie eine Abendkarte von 18 bis 21 Uhr. Die meisten Gerichte sind auch in vegan erhältlich. Marissa achtet besonders darauf, die Lebensmittel-Entsorgung zu reduzieren. „Ich will versuchen, auf Zero Waste zu gehen.“ Sprich: Was aus ist, ist aus.
Neben Food-Spezialitäten besticht die Karte auch mit einer Auswahl an Teesorten. Der klassisch vietnamesische Kaffee mit Kondensmilch darf natürlich auch nicht fehlen. Dafür kooperiert Baobei mit dem Stuttgarter Kaffeelabel Runar. Und das ist nicht die einzige lokale Zusammenarbeit: Menü und Logo wurden von der Stuttgarter Grafikdesignerin Christina Rollny gestaltet, um Foto- und Videocontent kümmern sich die Hanke Brothers von Pivo Studios und für den neuen Look der Location sorgte Schreiner-Newcomer Eric Steinmetz. „Ich bin so happy über den Support“, sagt sie freudestrahlend.
Die Bistronomie ist von Dienstag bis Samstag geöffnet – immer zur Mittagszeit und nach einer kurzen Pause wieder am Abend.
Baobei, Silberburgstr. 41, Stuttgart-West, Di-Sa 12-15 + 18-21 Uhr