Die Firma Festo verpasst sich ein Transformationsprogramm, um sich auf stärker werdende Wettbewerber aus Asien einzustellen. Das bedeutet, dass Stellen abgebaut werden.

Chefredakteur: Johannes M. Fischer (jmf)

Das Automationsunternehmen Festo baut 1300 Stellen in Deutschland ab. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas Böck in einem Interview mit unserer Zeitung. Der Stellenabbau ist Teil eines globalen Transformationsprogramms. „Für uns ist entscheidend, dass wir wettbewerbsfähig bleiben, auch in einem hochdynamischen Umfeld“, sagte Böck. Festo müsse sich „auf zunehmend stärker werdende Wettbewerber aus Asien einstellen“. Dort habe man sich aufgrund der amerikanischen Zolldiskussion vor allem Europa als Wettbewerbsumfeld ausgesucht.

 

Der Stellenabbau soll „soweit es möglich ist“, sozialverträglich umgesetzt werden. Böck: „Wir planen zum Beispiel Maßnahmen, die auf Einvernehmlichkeit basieren oder auch Maßnahmen, die rentennahe Mitarbeitende ansprechen.“ Betriebsbedingte Kündigungen seien eine Option, „aber wir versuchen dies größtmöglich zu vermeiden“.

„Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus“

Das Programm bedeute, dass nicht nur über Kosten geredet werde, sondern vor allem über eine „ganz klare Wachstumsagenda“, so Böck. „Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus.“ Festo wolle nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt weiterwachsen. „Wir wollen wettbewerbsfähig sein, das bedeutet, dass wir genau diese Geschwindigkeit annehmen müssen, die wir heute auch von den asiatischen Wettbewerbern sehen und erleben.“ Ziel sei, „noch im laufenden Jahr die entscheidenden Weichen für das Transformationsprogramm zu stellen.“

Weltweit will das Unternehmen jährlich 200 Millionen Euro einsparen. Auch im Ausland würden Stellen eingespart, so Böck. In Deutschland schloss Böck die Schließung von Standorten aus. „Wir werden auch alle Produktionsstandorte in Deutschland erhalten“, so der Vorstandsvorsitzende. „Wir bekennen uns klar zum Standort Deutschland.“

2025 feierte Festo den 100. Geburtstag unter anderem, indem es Heißluftballons aufsteigen ließ. In diesem Jahr wird es sich organisatorisch stark verändern. Dabei werden auch Stellen gestrichen. Foto: Roberto Bulgrin

Festo strebt Umsatzrekord von 3,8 Milliarden Euro an

Auf der Umsatzseite will Festo den Höchststand, der vor drei Jahren erreicht wurde, „ in den nächsten drei, maximal vier Jahren wieder schaffen – idealerweise auch darüber hinaus. Dieses Jahr sind wir bei 3,3 Milliarden Euro, vor drei Jahren waren es 3,8 Milliarden Euro.“

Festo feierte erst im vergangenen Jahr seinen 100. Geburtstag. „Es war uns wichtig, dass wir das Jahr 2025 als das Jahr des 100-jährigen Bestehens vor allem mit Blick in die Zukunft, auf die nächsten 100 Jahre, begangen haben“, sagte Böck. Festo sei ein Familienunternehmen, dessen Denkweise tatsächlich auf Generationen ausgerichtet ist. Böck: „Das ist eine Verpflichtung. Es geht nicht darum, kurzfristig Quartalsergebnisse zu erreichen. So sind wir nicht gepolt und so können wir auch gar nicht denken.“