Weihnachten und Silvester fordern auch bei Deutschlands ältester Sektkellerei ihren Tribut: Der Sekt von Kessler ist leer getrunken. Auf der Homepage der Esslinger Firma heißt es: „Die überwältigende Nachfrage nach unserem Sekt in den letzten Monaten hat nun zur Folge, dass wir derzeit bedauerlicherweise viele unserer Produkte nicht liefern können.“
Aus diesem Grund sind auch das Kessler Karree 18 in Esslingen und die Bar samt Flagship-Store an der Calwer Straße in Stuttgart bis zum 16. Januar geschlossen. „Leider können wir auf die Lieferengpässe nicht kurzfristig reagieren – schon deshalb nicht, weil unsere Herstellungsmethoden sehr zeitintensiv und unsere Qualitätsansprüche nach wie vor kompromisslos sind“, heißt es vonseiten des Unternehmens. „Die letzten acht bis zehn Wochen sind für uns die fünfte Jahreszeit“, sagt Achim Silberhorn, Kesslers Markenbotschafter. „Da machen wir 30 Prozent unseres Jahresumsatzes.“ Im Jahr 2022 verkaufte das Esslinger Unternehmen ungefähr 1,8 Millionen Flaschen. Nach der Pandemie-Durststrecke habe man bei der Nachfrage das ganze vergangene Jahr über gemerkt, dass die Menschen wieder in Feierlaune seien, sagt Silberhorn: „Wir hatten extrem viele Bestellungen. Die Leute gehen wieder aus, haben wieder Freude – da gehört für viele ein Gläschen Sekt offenbar dazu.“
„Wir hatten extrem viele Bestellungen“
Zu dieser erhöhten Nachfrage kam in den letzten Wochen des Jahres noch die Krankheitswelle, die auch an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kessler nicht vorüber ging. „Die Influenza hat auch uns ordentlich erwischt“, schildert Kesslers Markenbotschafter die Situation in seinem Unternehmen im bisherigen Winter.
Nicht alle Kessler-Produkte seien von dem Engpass allerdings betroffen – „leider aber unsere Hauptprodukte“. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, das Kessler-Karree in Esslingen und den Laden an der Calwer Straße in Stuttgart bis Mitte Januar zu schließen. „Kurzfristig können wir die Verfügbarkeit nicht erhöhen“, erklärt Silberhorn. „Schließlich lagert unser Sekt teilweise bis zu fünf Jahre lang, bevor er in den Verkauf geht.“ Die Kellerei zeigt sich aber zuversichtlich, dass ab der dritten Januarwoche alle Produkte wieder wie gewohnt lieferbar sein werden.
Kellerei mit Geschichte
Kessler ist die älteste Sektkellerei Deutschlands. Das Esslinger Unternehmen wurde im Jahr 1826 von Georg Christian Kessler gegründet. Der hatte bei einem renommierten Hersteller gesehen, worauf es beim Prickelnden ankommt. Kessler hatte im französischen Reims beim Champagnerhaus schlechthin gearbeitet: Veuve Clicquot.