Die Evangelische Landeskirche benennt einen technischen Übertragungsfehler bei der Auswertung im Wahlkreis Rems-Murr als Grund für die Panne.
Das dürfte gewisse Zerknirschung bei den Wahlverantwortlichen der Evangelischen Landeskirche im Rems-Murr-Kreis auslösen. Das bisher verkündete Ergebnis bei der Wahl zur Landessynode enthält Fehler, sodass nun Korrekturen erforderlich sind. Das betrifft auch zwei Personalien.
Kurz gesagt: Einer, der sich bereits als in die Landessynode gewählt fühlen durfte, ist nun wieder draußen. Dafür darf ein anderer, dem es scheinbar nicht gereicht hatte, sich doch freuen über den Einzug in das wichtige Gremium der Evangelischen Kirche in Württemberg. Überdies sorgt die Rems-Murr-Panne auch insgesamt für eine Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse.
Christian Gehring: „Es ist einfachnur ungut“
Wie die Pressestelle der Landeskirche mitteilt, muss das vorläufige Ergebnis der Wahl zur 17. Württembergischen Evangelischen Landessynode vom 30. November 2025 korrigiert werden. Dies sei erforderlich „aufgrund eines technischen Übertragungsfehlers bei der Auswertung für den Wahlkreis Nr. 5 Rems-Murr“.
Das Ergebnis ändert sich durch die notwendige Korrektur nach Angaben des Sprechers der Landeskirche, Dan Peter, wie folgt: Christian Gehring als Vertreter des Gesprächskreises Lebendige Gemeinde ist nun doch in die Landessynode gewählt. Gehring aus Kernen ist in der Öffentlichkeit auch bekannt als Landtagsabgeordneter der CDU im Wahlkreis Schorndorf.
Aus der Landessynode heraus rutscht hingegen Gerhard Rall vom Gesprächskreis Evangelium und Kirche. Er ist nach Peters Angaben als Folge des Übertragungsfehlers nun doch nicht in die Landessynode gewählt.
Christian Gehring äußert sich auf seiner Homepage zu dieser speziellen Wendung: „Mit der Nichtwahl war ich fein“, doch „heute kam es anders“. Und er ergänzt: „Mein Mitbewerber wäre ein sehr guter Synodaler gewesen, und es ist einfach nur ungut. Natürlich passieren Fehler und im Ehrenamt sowieso.“
Lebendige Gemeinde undOffene Kirche sind nun gleichauf
Durch diese Panne bei der Auswertung der Stimmen im Rems-Murr-Kreis verschiebt sich die gesamte Verteilung der 90 Sitze in der 17. Landessynode folgendermaßen:
– Der Gesprächskreis Offene Kirche kommt auf 31 Sitze (wie bisher).
– Der Gesprächskreis Lebendige Gemeinde steigert sich um einen Sitz auf 31 Sitze.
– Der Gesprächskreis Kirche für morgen bleibt bei 18 Sitzen.
– Der Gesprächskreis Evangelium und Kirche verliert einen Sitz und hat nun 10 Sitze.
Eine wichtige Ergänzung hat Kirchensprecher Peter aber noch in petto: Die genaue Stimmenzahl wird im Rahmen des amtlichen Endergebnisses erst „in wenigen Tagen veröffentlicht werden“.