Ex-Spieler des VfB Stuttgart Lilian Egloff in der Sackgasse

Lilian Egloff findet keinen neuen Verein. Foto: Baumann

Das ehemalige Toptalent des VfB Stuttgart, Lilian Egloff, findet keinen neuen Verein. Aktuell droht ihm eine längere Phase der Vertraglosigkeit. Der Mittelfeldspieler steckt in einer Sackgasse.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Die sportliche Zukunft von Lilian Egloff ist aktuell ungewiss. Das einstige Toptalent des VfB Stuttgart, ist seit 30. Juni 2024 ohne Vertrag.

 

Der Mittelfeldmann findet partout keinen neuen Verein, hält sich in der Heimat fit. Dabei war es schon vor Wochen beinahe so weit, dass es für ihn weitergehen könnte. Zweitligist Fortuna Düsseldorf zeigte Interesse. Der Vertrag war nach Informationen unserer Redaktion ausgehandelt, lag zur Unterschrift bereit. Doch im letzten Moment machte Fortuna einen Rückzieher. Zu groß waren offenbar die Vorbehalte.

Lilian Egloff und die Horrorbilanz

Denn schließlich ist Egloffs Vita von schweren Verletzungen geprägt. Alles begann mit einem Syndesmoseanriss und fast acht Wochen Pause. Vorausgegangen war ein Foul von Daniel Didavi an Egloff im Trainingslager in Kitzbühel. Anschließend kam als Folgeverletzung ein Mittelfußbruch dazu, der ihn zehn Monate aus dem Verkehr zog. Es folgte eine Bänderverletzung im Knie. In der Schlussphase der letzten Saison nahm ihn eine muskuläre Verletzung raus. Er verpasste dadurch 49 mögliche Spiele, war insgesamt 519 Tage nicht einsatzfähig.

Eine absolute Horrorbilanz, gerade für junge Spieler an der Schwelle zum endgültigen Durchbruch. Sie brauchen Spielpraxis, möglichst viele Minuten in den Beinen, um sich weiterentwickeln zu können. Sein Talent galt einst als eines der vielversprechendsten der vergangenen Jahre beim Traditionsverein von 1893. Doch zum großen Sprung reichte es nie. Was zum Teil an den Verletzungen lag, zum Teil aber auch an ihm selbst. Denn nicht immer zeigte Egloff den Einsatz und Ehrgeiz, den es eben braucht, wenn man es packen will. Schwankende Leistungen waren die Folge.

So entschied man sich bei den Weiß-Roten nach langem Hin und Her, den Vertrag nicht noch einmal zu verlängern. Und, auch das gehört zur Wahrheit, die Stuttgarter unternahmen nicht unbedingt die allergrößten Anstrengungen, um den Spieler vor der längst gefundenen Einordnung zu schützen. Er landete in der Schublade. Verletzungsanfällig und faul. Schublade zu. Dass Egloff in den letzten Monaten extrem an sich gearbeitet hatte, Leben, Einstellung und Ernährung umkrempelte und professionalisierte und bis zu seiner muskulären Verletzung in sehr guter Verfassung war, fand nie so richtig den Weg an die breite Öffentlichkeit.

Stigmatisierung des einstigen Toptalents

Eine Stigmatisierung, mit der es sehr schwer werden dürfte, im deutschen Profifußball noch einmal einen Club zu finden, der an einen glaubt und eine ernsthafte Perspektive darstellt. Denn die Branche ist erbarmungslos. Haben einmal gewisse Mechanismen gegriffen, ist es äußerst schwierig, aus einer solchen Situation wieder herauszukommen. Egloff muss sich nun überlegen, wie es für ihn weitergehen soll. Ob es vielleicht doch zwei, eher drei Schritte zurück braucht, um es noch einmal bis ganz nach oben zu schaffen. Bis in die Bundesliga. Das Talent dazu hat er unbestritten. Vielleicht bieten sich ihm im Ausland entsprechende Optionen, fernab des deutschen Marktes.

Wie es kommen wird, ist im Moment völlig offen. Sicher ist nur, dass die Zeit knapp wird. Das Transferfenster in Deutschland ist beispielsweise nur noch bis zum 30. August geöffnet.

Richtigstellung: In einer ersten Version des Textes hieß es, der ehemalige Spieler des VfB Stuttgart würde sich bei der SG TSV Bitzfeld/TSV Schwabach fit halten. Das entspricht nicht der Wahrheit. Der Artikel wurde am 15. August um 15 Uhr entsprechend aktualisiert.

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