Scheibchenweise teilte Bosch über das Jahr hinweg mit, welche Jobs wegfallen sollen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Weltweit will der Stuttgarter Konzern Bosch in den kommenden acht Jahren Tausende Stellen abbauen. Unsere Übersicht zeigt, welche Geschäftsfelder und Standorte wie stark betroffen sind.
Die Automobilindustrie steckt tief in der Krise – und auch Bosch, als weltweit größter Zulieferer, leidet darunter. Seit Anfang des Jahres kündigt das Unternehmen scheibchenweise den Abbau von Stellen an. Mittlerweile hat sich die Zahl der wegfallenden Jobs auf mehr als Zehntausend weltweit summiert. Wir geben einen Überblick, welche Geschäftsfelder kurz- und mittelfristig wie stark betroffen sind.
Bosch rechtfertigt den geplanten Job-Abbau unter anderem mit dem hohen „Wettbewerbs- und Preisdruck“ und dem stagnierenden Automobilmarkt. Das Unternehmen will weiter „auf den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern“ setzen und teilt mit: „Auch wenn es unser Ziel bleibt, mit neuen Produkten und vielfältigen Qualifizierungsmaßnahmen das Beschäftigungsniveau bestmöglich zu halten, bedeutet dies, dass wir in einigen Bereichen einen Stellenabbau nicht vermeiden können.“
In diesen Bereichen hat Bosch in Deutschland Stellenstreichungen geplant
Hard- und Softwareentwicklung für Fahrzeuge (Cross-Domain Computing Solutions): 750 Stellen werden bis Ende 2025 abgebaut, weitere 1750 Stellen sollen bis Ende 2027 folgen
Antriebssparte: 1200 Stellen werden bis Ende 2026 abgebaut
Lenkungssparte: 1300 Stellen sollen am Standort Schwäbisch Gmünd in den Jahren 2027 bis 2030 ins Ausland verlagert oder abgebaut werden
Steuergerätesparte, inklusive Deutschland-Zentrale: Weniger als 400 Stellen werden bis Ende 2025 abgebaut
Elektromobilität (Electrified Motion): 750 Stellen fallen im Werk Hildesheim bis 2032 weg, davon rund 600 Stellen bis Ende 2026
Elektrowerkzeuge (Power Tools): 480 Stellen fallen bis Ende 2026 weg
Haushaltsgeräte (BSH): 450 Stellen sollen bis Ende 2024 wegfallen
In Summe könnten bei dem Technologiekonzern in Deutschland damit 7080 Stellen bis Ende 2032 wegfallen. Nach Unternehmensangaben sollen diese erforderlichen „Beschäftigungsanpassungen möglichst sozialverträglich erfolgen“. Unterdessen plant Bosch, weltweit weitere 5150 Stellen abzubauen. Insgesamt summiert sich der gesamte Personalabbau dann auf 12 230 Stellen.
Hard-und Softwareentwicklung von Bosch am stärksten betroffen
Bis Ende 2032 will Bosch weltweit 12 230 Jobs streichen – die Grafik zeigt, in welchen Geschäftsbereichen
Aufgrund eines „deutlichen Rückgang des Geschäfts“, kündigte auch die Tochtergesellschaft Bosch Rexroth, der weltweit führende Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien, jüngst einen Stellenabbau an. Geplant ist nach Unternehmensangaben, dass bis Ende 2028 etwa 865 Stellen wegfallen.
An diesen Standorten will Bosch Rexroth Jobs streichen
Lineartechnik: 160 Stellen werden am Standort Schweinfurth (Bayern) bis Ende 2028 abgebaut
Automatisierungsgeschäft: 240 Stellen sollen bis Ende 2026 abgebaut werden, hauptsächlich am Standort Lohr am Main (Bayern)
Mobilhydraulik: 250 Stellen sollen bis Ende 2025, hauptsächlich an den Standorten Elchingen (Bayern) und Horb (Kreis Freudenstadt) wegfallen. Außerdem ist geplant, weitere 135 Stellen in diesem Bereich, hauptsächlich am Standort Augsfeld (Bayern) bis Ende 2027 zu streichen
Zentralfunktionen: 80 Stellen sollen bis Ende 2025 abgebaut werden
Sowohl Bosch als auch Bosch Rexroth wollen den Jobbaubau sozialverträglich gestalten. Für die deutschen Standorte der Kfz-Sparte von Bosch ist eine Jobsicherung bis Ende 2027 vereinbart. Im Zuge der ersten Streichungswelle in der Softwaresparte einigte sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern darauf, die bestehende Vereinbarung zur Jobsicherung dort von Ende 2027 auf 2029 zu verlängern.