Exklusiver Club Luxusjacht von Maybach: Mercedes fährt jetzt auch zur See
Mit dem Maybach Ocean Club engagiert sich der Sternkonzern spektakulär in der Schifffahrt. Erste Mitglieder der exklusiven Gesellschaft sind bereits an Bord.
Mit dem Maybach Ocean Club engagiert sich der Sternkonzern spektakulär in der Schifffahrt. Erste Mitglieder der exklusiven Gesellschaft sind bereits an Bord.
Der Stern als Markenzeichen gibt seit 100 Jahren die unterschiedlichen Richtungen vor. In der Luft, am Boden und im Wasser soll Mercedes-Benz mit seinen Produkten vertreten sein. Diesem umfassenden Anspruch wird die Konzernmarke Maybach in besonderer Weise gerecht. Einst entwickelte Wilhelm Maybach (1846-1929) an der Seite von Gottlieb Daimler den ersten echten Automotor, um später auch noch eigene Antriebe für Luft- und Seeschiffe folgen zu lassen. Mittlerweile gilt Maybach aber vor allem als Inbegriff von Luxus im Mercedes-Kosmos und unterstreicht das jetzt noch einmal ganz deutlich, indem die Marke spektakulär in die Schifffahrt zurückkehrt.
Für dieses Comeback braucht es allerdings keine eigene Motoren. Es genügt zunächst die Idee, den Maybach-Luxusanspruch aufs Wasser zu übertragen. Und zwar in Form einer Superjacht, die in Verbindung mit einer exklusiven Mitgliedschaft gebracht wird. Ganz eng verknüpft ist das Projekt „Maybach Ocean Club“ mit der Entwicklungsgesellschaft Splendid Sea mit Sitz in Lachen am Zürichsee.
Matthias Bosse ist der Mann hinter Splendid Sea, der mit Maybach eine maritime Partnerschaft in die Wege geleitet hat. Im Mittelpunkt steht eine feudale Jacht, an der man sich über die Mitgliedschaft beteiligen kann. Auf diesem Weg wird der Bau des Schiffes finanziert. Der Auftrag für den Bau des Luxusjacht soll noch in diesem Monat der Lloyd-Werft in Bremerhaven erteilt werden, die dann in enger Zusammenarbeit mit der Design-Sparte von Mercedes-Benz entsteht. Die „Beyond Horizons“ wird 2029 oder 2030 vom Stapel laufen.
„Der Club ist auf 300 Mitgliedschaften limitiert“, erläutert Projektleiter Matthias Bosse. Wer sich in diesen exklusiver Kreis einkauft, darf die Luxusjacht dann vier Wochen im Jahr für eine Premium-Reise nutzen. Dafür stehen an Bord 30 baugleiche Suiten zur Verfügung. Zu den vielen High-Society-Annehmlichkeiten an Bord gehören auch ein Hubschrauberlandeplatz samt startklarem Helikopter, der Infinity-Pool, ein weitläufiger Spa-Bereich oder ein integrierter Miniaturhafen für Wassersport-Aktivitäten.
„Die Mitgliedschaft kostet einmalig einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag“, sagt Matthias Bosse zu den Aufnahmevoraussetzungen. Dazu komme jährlich ein sechsstelliger Betrag, „erneut im unteren Bereich“, um die laufenden Kosten des Schiffsbetriebs zu decken. Die ersten Mitgliedschaften seien bereits unterzeichnet, so Matthias Bosse.
Geld allein sei aber nicht ausschlagend, wenn es um die Mitgliedschaft im „Maybach Ocean Club“ geht. Streng kuratiert sei dieses Prozedere der Aufnahme, sagt Matthias Bosse. Heraushören lässt sich, dass auch ein zurückhaltend-stilvoller Auftritt erwünscht ist und sich der Club nicht nur aus Vertretern und Vertreterinnen der Hochfinanz zusammensetzen soll. Die berufliche Herkunft darf gerne auch in der Kultur oder im Sport liegen.
Das Mischungsverhältnis ist nach Ansicht von Matthias Bosse ganz wichtig, um den Mitgliedern neue Perspektiven in einem besonderen Gemeinschaftsurlaub zu eröffnen. „Wer lieber allein am Tisch sitzt, ist nicht an der richtigen Adresse“, sagt der Planer. Auch wenn eine Schiffslänge von 155 Metern und die 22-Meter-Breite inklusive Versorgungsbeiboot („Shadow Vessel“) genug Platz für Alleingänge bieten würde.
Reiseziele der „Beyond Horizons“ sollen der Mittelmeerraum sowie die Karibik und ihre Inseln sein. Auch besondere Veranstaltungen wie das Formel-1-Rennen in Monte Carlo oder die Festspiele in Cannes oder Venedig können in der Reiseplanung berücksichtigt werden. Ein ganz konkretes Ziel hat auch der Projektentwickler Matthias Bosse: „Ich würde gerne als Kapitän die Probe- beziehungsweise Jungfernfahrt durchführen.“ Das entsprechende Patent dazu hat er jedenfalls.