Extremsportler aus Hochdorf Axel Müller läuft, bis die Sonne wieder aufgeht
Der Extremsportler Axel Müller aus Hochdorf liebt Abwechslung und Herausforderungen. Unter anderem meistert er den Ultra Trail du Mont Blanc in 42 Stunden.
Der Extremsportler Axel Müller aus Hochdorf liebt Abwechslung und Herausforderungen. Unter anderem meistert er den Ultra Trail du Mont Blanc in 42 Stunden.
Egal ob zu Fuß, auf Skiern oder mit dem Schläger – der Extremsportler Axel Müller aus Hochdorf hat einige Herausforderungen gemeistert und ist sportlich vielseitig unterwegs. „Diese Abwechslung ist mir wichtig, auch um spezifische Verletzungen zu vermeiden“, sagt Müller. Auf seinen schönsten Sportmoment angesprochen, braucht Müller aber nicht lange, um zu antworten: „Die große Strecke des Ultra-Trails du Mont Blanc, bei dem ich 10 000 Höhenmeter in 42 Stunden zurücklegte, war ein Traum von mir. Es ist nachts einfach magisch und eine Ausnahmesituation, wenn man den Sternenhimmel erblickt und bis zum Morgengrauen weiterläuft.“
Dem 50-jährigen Hochdorfer ist der Mix aus verschiedenen Sportarten wichtig – und er spielt in seiner Freizeit auch Tennis sowie ist Vorsitzender des TC Hochdorf-Reichenbach. „Alles, was ich mache in meinem Leben, hat eben mit Sport zu tun“, sagt er mit einem Lächeln. Neben dem Ultra-Trail du Mont Blanc, der die Läufer über rund 170 Kilometer in einer einzigen Etappe durch französisches, italienisches und Schweizer Gebiet führt, schloss Müller unter anderem auch das Mountainbike-Etappenrennen Cape-Epic in Südafrika (circa 600 bis 700 Kilometer) sowie das Skitourenrennen Patrouille des Glaciers in Zermatt-Verbier ab.
Und wie kam Müller zu seiner Sportbegeisterung? „Ich habe als kleiner Junge die Kinowerbung einer Zigarettenmarke gesehen, bei der Jeeps durch den Dschungel gefahren sind. Da wollte ich unbedingt mitmachen und habe mich später während meines Studiums dafür beworben“, fängt Müller an und ergänzt: „Tatsächlich habe ich es in die nationale Endausscheidung geschafft, war bei der Expedition in Georgien dabei, die nicht nur Fahren mit dem Geländewagen, sondern auch sportliche Aktivitäten wie Mountainbiken beinhaltete. Dabei habe ich Leute kennengelernt, die mich zu den Abenteuerläufen gebracht haben.“
Müller ist gebürtiger Kölner, zog aufgrund seines Jobs bei Decathlon 2003 nach Reichenbach und lebt seit 2006 in Hochdorf. Beim Sportartikelhersteller und -händler in Plochingen war er in verschiedenen Rollen tätig und arbeitet derzeit als Payment- und Return-Manager. „Auch meine Frau, die ich bei der Arbeit kennengelernt habe, kommt ursprünglich aus dem Rheinland. Aber unsere Kinder sind hier geboren und wir fühlen uns wohl in der Region“, betont er.
In den vergangenen zehn Jahren war er „schon eher im Trailrunning aktiv, da das Laufen nicht so zeitintensiv ist“. Das Trailrunning erfährt in Deutschland derzeit einen Boom und laut Müller wechseln „auch immer mehr Straßenläufer zu dieser Disziplin, die viele verschiedene Events bietet“. Dazu gehört auch das Skyrunning, also Laufsport in bergigem Gelände. „Solche längeren Läufe haben schon etwas mit Mathematik zu tun, da man unter anderem berechnen muss, wie viel Flüssigkeit mitzunehmen ist. Es erfordert viel Planung und das ist auch der Reiz daran“, sagt Müller.
Stolz ist der 50-Jährige darauf, dass er seine Herausforderungen immer bis zum Schluss gemeistert hat. „Dafür ist die richtige Ernährung, das richtige Mindest, also nicht zu schnell aufzugeben, aber auch das Training wichtig“, erklärt Müller und ergänzt: „Beim Trailrunning hat man nicht die Monotonie wie beim Straßenlauf, denn jeder Schritt ist anders. Es ist körperlich eine extreme Belastung, aber vom Kopf her entspannter.“ Von schweren Verletzungen ist der 50-Jährige bislang verschont geblieben. „Ich hatte mal einen Ermüdungsbruch in einer sportlich nicht so intensiven Phase. Blasen an den Füßen oder verlorene Zehennägel sind da schon normal“, erzählt er.
Die richtige Vorbereitung gehört freilich auch dazu: Müller macht ganzjährig Sport – und das fängt schon in der täglichen Mittagspause an, denn die verbringt er, indem er mit seinen Arbeitskollegen läuft. „Die motivieren einen immer. Ansonsten mache ich am Wochenende längere Sporteinheiten, also rund 30 Kilometer laufen, und versuche in der kalten Jahreszeit viel Wintersport zu machen“, erzählt Müller.
Dabei darf auch die Familie nicht zu kurz kommen. „Ich versuche, das so familienschonend wie möglich umzusetzen und mit in die Ausflüge zu integrieren“, sagt Müller und führt weiter aus: „Beispielsweise sind wir ins Legoland nach Günzburg gefahren, ich habe mir mein Mountainbike mitgenommen und bin damit danach alleine zurückgedüst.“ Familie, Sport und Arbeit sollen immer im Einklang bleiben. Das ist Müller wichtig, der auch künftig noch einige sportliche Ziele anstrebt, wie den Monterosa Skymarathon in Italien im kommenden Jahr.