In den meisten Stuttgarter Haushalten war der Stromausfall am Donnerstag nur durch ein kurzes Flackern zu bemerken. Lediglich 0,06 Sekunden dauerte die Störung infolge eines kurzen Spannungsabfalls in der Hochspannung – ausgelöst durch einen Schaltfehler eines Mitarbeiters in einem Umspannwerk im Stadtbezirk Feuerbach. Eine automatische Sicherheitseinrichtung schaltete sich ein und machte den Fehler des Mitarbeiters sofort wieder rückgängig.
Doch trotz der minimalen Stromunterbrechung ist die Versorgung an manchen Orten in der Landeshauptstadt deutlich länger ausgefallen – bis zu mehreren Stunden. Laut der Polizei Stuttgart zogen sich die Störungen der Ampeln über den ganzen Donnerstag hinweg. Inzwischen seien fast alle Ampelanlagen wieder in Betrieb, lediglich jene an der B27-Kreuzung Löffelstraße/Albplatz in Stuttgart-Degerloch sei an diesem Freitagvormittag noch betroffen. Woran liegt das?
Selbst bei 0,06 Sekunden Stromausfall greift die Sicherung vor Ort
Hintergrund sind die verschiedenen Arten von Strom-Anschlüssen, erklärt der Netzbetreiber Stuttgart Netze: Alle Kundinnen und Kunden mit einem sogenannten Niederspannungsanschluss, in der Regel einfache Wohnhäuser, haben nach Angaben des Netzbetreibers von dem Ereignis nichts oder nur das kurze Flackern bemerkt. Anders bei größeren Bürogebäuden oder Industrieanlagen, die viel Strom benötigen und deshalb an einem sogenannten Mittelspannungsanschluss hängen.
Bei jenen Gebäuden können automatische Unterspannungssicherungen, mit denen auch Ampeln ausgestattet sind, selbst bei einem Sekunden-Spannungsabfall wie am Donnerstag auslösen. Das heißt: Bleibt der Strom selbst für die kurze Dauer von 0,06 Sekunden weg, greift diese zusätzliche Sicherung vor Ort. „Es ist dann sicherer, wenn die Ampeln ganz ausgehen, als wenn mehrere gleichzeitig grün zeigen“, erklärt ein Sprecher des Netzbetreibers Stuttgart Netze.
Stromausfall ausschließlich in Feuerbach: „Fehler im betrieblichen Ablauf“
„Diese Anlagen müssen durch die Kunden manuell wieder zugeschaltet werden“, heißt es. Und das kann sich, wie am Donnerstag in Stuttgart, unter Umständen mehrere Minuten oder sogar Stunden ziehen. Unabhängig von der Störung ab zirka 10 Uhr am Donnerstagvormittag gab es bereits etwa zwei Stunden zuvor einen Stromausfall, der ausschließlich Teile von Stuttgart-Feuerbach betraf.
Für mehrere Minuten war der Stadtbezirk komplett vom Netz getrennt. „Das war eine Verkettung unglücklicher Ereignisse“, sagt ein Sprecher des Netzbetreibers Stuttgart Netze und verweist bei diesem ersten Stromausfall in Feuerbach auf einen „Fehler im betrieblichen Ablauf“.