Viel Betrieb: 2024 zählte der Busbahnhof am Flughafen rund zwei Millionen Reisende. Foto: imago/Arnulf Hettrich
Betreiberwechsel am Stuttgarter Flughafen: Die Landesbahn SWEG übernimmt den Betrieb des Fernbusbahnhofs. Damit wird die Rolle des Landes am Airport immer stärker.
Beim Fernbusbahnhof am Stuttgarter Flughafen ist ein Betreiberwechsel vollzogen worden. Auf eine privatwirtschaftliche Firma folgt ein Unternehmen der öffentlichen Hand. Die Suche nach einer neuen Lösung für das sogenannte Stuttgart Airport Busterminal (SAB), das im Erdgeschoss des Parkhauses 14 beheimatet ist, hat länger gedauert, als ursprünglich veranschlagt.
Zahlreiche Verbindungen zum Land
Der Wechsel der Betreibergesellschaft hat bemerkenswerte Begleitumstände. Künftig wird der Busbahnhof des Flughafens, der zu 65 Prozent in der Hand des Landes Baden-Württemberg ist, von einem Tochterunternehmen der Südwestdeutschen Landesverkehrs-Gesellschaft (SWEG) betrieben, die ihrerseits zu 95 Prozent dem Land gehört. Im Klartext: die Landesbahn betreibt den Busbahnhof am Landesflughafen. Aufsichtsratschef am Flughafen ist Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), dem SWEG-Aufsichtsrat sitzt Hermanns langjähriger Amtschef Uwe Lahl vor.
Wohin geht die Reise? Abfahrtstafel am Stuttgart Airport Busterminal Foto: imago/Harald Dostal
Den Zuschlag erhalten habe die SWEG, die ihr Tochterunternehmen Trapico an den Start schickt. Das kümmert sich seit 1. Juli „um den reibungslosen Betrieb vor Ort und besetzt die Betriebsleitzentrale“, vermeldet die Flughafengesellschaft FSG. Das Geschäft dürfte den neuen Betreibern nicht ausgehen. Vom SAB aus fahren Busse zu rund 100 Zielen in Deutschland und in Europa. Im vergangenen Jahr zählte das SAB rund zwei Millionen Reisende. Bis zum 30. Juni zeichnete die Firma Flixbus DACH GmbH für den Betrieb verantwortlich.
Viele Bieterfragen im Verfahren Grund für die Verzögerung
Dass sich das Vergabeverfahren, bei dem es zwei Interessenten gegeben hat, länger hinzog als ursprünglich geplant, erklärt eine Flughafensprecherin mit „den vielen Bieterfragen im Verfahren“. Zudem habe der unterlegene Bieter einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer Karlsruhe gestellt“. Dieser Antrag sei schließlich zurückgestellt worden. Zuvor habe ein Bewerber darum gebeten, „die Abgabefrist für die Einreichung der Angebote zu verlängern. Um beide Bewerber im Wettbewerb zu halten, wurde dieser Bitte, auch im Sinne des größeren Wettbewerbs, entsprochen“, sagt die Sprecherin und erklärt, dass das „einem üblichen Vorgehen entspricht“. Laut Ausschreibung hätte der Vertrag im Januar 2025 beginnen sollen.
2016 wurde das SAB gegenüber von Terminal 4 eröffnet. Bis dahin waren Fernreisebusse am Zentralen Omnibusbahnhof am Stuttgarter Hauptbahnhof abgefahren. Die Anlage zwischen Bahnhof und Schlossgarten musste schließlich dem Bau von Stuttgart 21 weichen. Das SAB soll zusammen mit dem Bahnprojekt dafür sorgen, dass am Flughafen eine „Verkehrsdrehscheibe“ entsteht, wie die Projektpartner immer wieder betonen. Mit A8 und B27 ist das Areal, auf dem auch die Landesmesse ihren Sitz hat, gut ans überörtliche Straßennetz angebunden.
Intermodale Mobilität: Neue Bahnverbindungen am Flughafen
Auf der Schiene gelangen Reisende und Messebesucher mit den S-Bahnlinie 2 und 3 ans Ziel, die Stuttgarter Straßenbahnen schicken ihre Stadtbahnlinie U6 an den Flughafen und zur Messe. Mit der Eröffnung des Flughafenbahnhofs von Stuttgart 21, dessen östlicher Eingang direkt vor dem SAB liegen wird, kommen noch Züge des Regional- und auch vereinzelt des Fernverkehrs dazu. Der Busbahnhof sei „ein wichtiges Element der intermodalen Mobilität am Flughafen“, erklärt die FSG.