In der Böblinger Kongresshalle führt der bekannte Arzt, Kabarettist als Schirmherr durch das New Classical Music Festival – ohne Allüren oder Berührungsängste.
„Musik macht glücklich – und rettet die Welt“ – so lautete das Motto am Dienstagabend. Zahlreiche Besucher füllten die Kongresshalle bis auf wenig frei gebliebene Plätze. Viele davon wollten einfach mal den Hirschhausen erleben, den sie aus dem Fernsehen kannten. Und für jene, die die Sindelfinger Hanke Brothers schon mal gesehen hatten, war es unumgänglich, sich diese aus vier Brüdern bestehende New-Classical-Formation auf großer Bühne zu Gemüte zu führen.
Mit auf der Bühne war auch der Pianist und Musikkabarettist Christoph Reuter aus Berlin, der seinen Aufenthalt im Ländle gleich nutzte, um am Folgetag im Alten Amtsgericht aufzutreten. Last not least durften sich die Kinder der Singpause einmal mehr vor großem Publikum präsentieren. Ein buntes Programm also, das einen unterhaltsamen Abend versprach.
Fernseharzt sagt spontan zu
Was die Hanke Brothers bereits 2024 erfolgreich ins Leben gerufen hatten, fand heuer eine abermals gelungene Fortsetzung. So zeigt sich Flötist David Hanke zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des zweiten New Classical Festivals: „Die Resonanz nach zehn von dreizehn Konzerten war bislang super positiv!“ Somit sieht sich der Musiker darin bestärkt, dieses Format auch in den kommenden Jahren fortzusetzen. Doch, wie kam es zur Zusammenarbeit von Hirschhausen?
Mit mit dem bekannten Fernseharzt hatten die Hankes beim Deutschen Evangelischen Kirchentag einen gemeinsamen Auftritt. Dieser zeigte sich sodann spontan bereit, in der Funktion als Schirmherr ideelle Unterstützung bei der zweiten Auflage des Festivals zu leisten.
Christoph Reuter eröffnet den bunten Abend mit einem flächigen Piano-Intro, das zu einem Schumann-Stück überleitet. Ein sichtlich beeindruckter Hirschhausen stellt danach die Frage, ob man denn klassische Musik mit Pop und Jazz verbinden darf, was Reuter mit einem trockenen „Ja“ beantwortet. Der Conférencier geht danach immer wieder in den Dialog mit dem Publikum und erkundigt sich nach dem jüngsten Musikfan unter den Besuchern.
Ein elfjähriger Junge meldet sich. Hirschhausen bewegt sich auf ihn zu, mit den Worten „Als ich elf war, war ich – genauso alt wie du!“ Mit dem vermeintlich ältesten Gast in seinen Neunzigern kommt er im Anschluss ebenfalls ins Gespräch – und die Nähe zum Publikum ist hergestellt.
Wie Musik das Gehirn jung halten kann und beim Singen das Vertrauens- und Nähehormon Oxytocin ausgeschüttet wird und wie sehr Musik das ausdrücken kann, was wir nicht in Worte fassen können, belegt Hirschhausen mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten. Damit nicht alles blanke Theorie bleibt, singt er mit den Besuchern „Oh when the saints“ und „Thank You for the music“. Dann folgt der große Auftritt der singenden Schüler.
„Ständchen“ von Schubert auf der Bühnenkante
Die 2018 ins Leben gerufene Initiative der Musikschule Böblingen hat es geschafft, 1700 Kinder der ortsansässigen Schulen fürs Singen zu begeistern. Pädagogen gehen zweimal wöchentlich vor Ort, wonach dann ein Auftritt mit den Hanke Brothers in der Kongresshalle winkt. Am heutigen Festival-Abend füllt eine große Singpausen-Schar die Bühne und darf gestenreich drei Lieder mit Hanke-Brothers-Begleitung präsentieren. Für den Auftritt gibt es viel Beifall.
Bei Schuberts „Ständchen“ setzen sich die Jungmusiker zusammen mit Hirschhausen auf die Bühnenbretter: der Band zugewandt lauschen sie der Schönheit dieser Musik. In der Pause gibt es Autogramme und Selfies mit dem Schirmherrn, danach endlich die Hankes live auf der Bühne. Die ziehen eine bewegungsreiche Bühnenshow ab, die sich nicht hinter Rockstar-Attitüden verstecken muss. Mit zwei Stücken von Oliver Davis und Jonathan Hanke heizen sie dem Publikum mächtig ein. Arrangement und Instrumentalkunst vom Feinsten!
Auf Regierungslinie beim Umweltschutz
Bei dem anschließenden Auftritt von Hirschhausen mit dem Titel „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ präsentiert er seine eigene Sicht auf den Umweltschutz, begleitet von Lichtbildern. Wie schon in Coronazeiten positioniert er sich ganz auf Linie der Regierung, was möglicherweise nicht allen gefallen dürfte. Dennoch erreicht sein charismatischer, humorvoller Auftritt die Besucher. Sie singen noch ein paar Songs mit ihm, Reuter und den Hankes, bevor ein prall gefüllter und genussvoller Abend zu Ende geht.
Am Freitag, 3. Oktober, um 19 Uhr steht "Journey of light" in der Böblinger Stadtkirche an - mit David Hanke (Blockflöte) und Stephan M. Boehme (Komposition). Das Abschlusskonzert des Festivals unter dem Titel „The Shape of Time“ findet am Samstag, 4. Oktober, um 18 Uhr im Kreissparkassen-Forum mit den Hanke Brothers statt.
Eckart von Hirschhausen
Engagement
Neben seiner Bühnenkarriere engagiert sich Hirschhausen stark im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Er hat die Stiftung „Humor hilft heilen“ gegründet, die sich für den Einsatz von Humor in der Medizin und Pflege einsetzt
Werdegang
Hirschhausen studierte Medizin und Journalismus, bevor er seine Karriere als Kabarettist begann. Seine Erfahrungen im medizinischen Bereich prägen seine Arbeit.