Ferrari-CEO Benedetto Vigna will am Samstag die Jazz Open live erleben. Die Vorfreude italienischer Medien ist groß, dass der „Glanz von Stuttgart“ 2026 nach Modena kommt.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Ein weiterer Exporthit made in Stuttgart steht vor dem internationalen Aufbruch. „Aus Stuttgart gehen traditionell Autos, Güter aller Art und das Ballett in die Welt“, sagt Promoter Jürgen Schlensog, „nun eben auch ein Festivalformat – Jazz & Beyond.“ Dass die Jazz Open im Sommer 2026 ein zweites Standbein in der historischen Altstadt von Modena in Italien erhalten, unterstreicht die Bedeutung des vor 31 Jahren gegründeten Festivals. Ihre Premiere in Italien in der Emilia-Romagna feiern die Stuttgarter Veranstalter von der Opus GmbH vom 13. bis 18. Juli 2026, direkt nach Ende der Jazz Open in Stuttgart.

 

Ferrari ist Premium-Sponsor der Jazz Open in Italien

Das Rössle ist das Stuttgarter Wappentier – und ziert auch das Ferrari-Logo. Der Sportwagenhersteller Ferrari, dessen Hauptsitz sich im von Modena nur 18 Kilometer entfernten Maranello befindet, ist der Premium-Sponsor bei den italienischen Jazz Open. Und der Ferrari-CEO Benedetto Vigna reist am Samstag nach Stuttgart, um beim Auftritt von Zucchero das besondere Jazz-Open-Gefühl im Schlosshof zu erleben – eine Atmosphäre, die für viele Stammgäste ein Sommermärchen ist.

Die Jazz Open sind, so hat kürzlich die italienische Zeitung „La Stampa“ geschrieben, der „Glanz von Stuttgart“. Dass es Promoter Jürgen Schlensog gelungen ist, Ferrari als Premium-Sponsor für Modena zu gewinnen, bedeutet nichts anderes, als dass die Stuttgarter von Anfang Vollgas geben können mit ihrem neuen Ableger in der Emilia-Romagna.

Ferrari-CEO Benedetto Vigna wird am Samstag bei den Jazz Open erwartet. Foto: Ferrari

Die Vorfreude ist groß, wie ein Blick in italienische Zeitungen zeigt. Stuttgart, so schreibt „La Stampa“, habe es dank bei Jazz & Beyond geschafft, zu einem „der drei wichtigsten Festivals in Europa“ zu werden. Mit einer Begeisterung, die bei Top-Managern selten sei, setze sich der Ferrari-Chef Vigna nun dafür ein, dass Italien in den Genuss davon komme, was in Stuttgart in 31 Jahren aufgebaut wurde, ist zu lesen. OB Frank Nopper wird am Samstag nicht bei den Jazz Open sein, wenn der bedeutende Automann aus Maranello im Kessel weilt – der Rathauschef hat sich für Sonntag bei den „Open Stages“, den kostenfreien Konzerten angekündigt.

Promoter Jürgen Schlensog mit Joe Bonamassa: „Das war eines der besten Rockkonzerte, die ich je gesehen habe – und ich habe schon viel gesehen.“ Foto: privat

Ferrari zielt auf jüngere Kunden

Der Ferrari-CEO ist 56 Jahre alt und zielt in seiner Unternehmensstrategie auf eine deutliche Verjüngung des Kundenprofils. Diesem Ziel sei man bereits nähergekommen, sagte Benedetto Vigna kürzlich in einem Interview. 40 Prozent der neuen Käufer seien unter 40 Jahre alt. Dies sei „eine bemerkenswerte Entwicklung“ im Vergleich zu vor nur 18 Monaten, als diese Zahl bei 30 Prozent lag. Während das Image des Ferrari lange Zeit mit einer älteren Elite in Verbindung gebracht wurde, strömten heute junge Leute in die Reihen der prestigeträchtigen Kunden von Maranello.

Wer sich bei den Jazz Open umsieht, erkennt: Auch das Festival verjüngt sein Publikum von Jahr zu Jahr, nicht zuletzt dank der Konzerte von Raye, Kylie Minogue und Jacob Collier.

„Das war eines der besten Rockkonzerte, die ich je gesehen habe!“

Mitten im Trubel des Sommermärchen fällt der Blick auf ein Schild hinter der Theke der Vip-Tribüne. „Shut up and listen“, ein Zitat von Musiklegende Quincy Jones, steht da klar und unmissverständlich. Die Aufforderung bringt auf den Punkt, was Musik wie auch Gespräche brauchen: Aufmerksamkeit, Respekt, ein Innehalten. Die Fans der Konzerte sollen nicht gestört werden vom Gemurmel der Gin-Tonic-Gemeinde.

Bei Bonamassa aber ist es dank der perfekten Musikanlage so laut, dass Dany Schwarz wenig zu tun hat. Er gehört zu den Jazz Open wie die Jubiläumssäule zum Schlossplatz. Als Aufpasser der Business-Etage ist es sein Job, Gäste freundlich darauf hinzuweisen, wenn sie zu laut sind. Denn der Sinn der Abende ist es nicht, sehen und gesehen zu werden, sondern zuzuhören.

Jürgen Schlensog hat gern zugehört. „Joe Bonamassa war eines der besten Rockkonzerte, die ich je gesehen habe“, sagt er spät in der Nacht, „und ich hab schon viel gesehen.“

Lionel Richie und Helmut Orgeldinger (rechts) im Jahr 2002. Foto: privat

Vor dem Konzert von Lionel Richie am Sonntag, mit dem die 31. Jazz Open enden, erinnert sich Hermann Orgeldinger an seine Begegnung mit dem Weltstar. Als Programmdirektor von Radio 7 habe er von 1990 bis 2002 stets zwischen Weihnachten und Neujahr Spenden für Karlheinz Böhm und seine Stiftung Menschen für Menschen gesammelt. „Hörerinnen und Hörer und Unternehmen konnten sich bei den ,Songs for Africa’ gegen einen Obolus ihre ganz persönlichen Stücke wünschen“, erinnert er sich. Im Jahr 2000 hat Orgeldinger mit seinem Team etwa 50 Künstlerinnen und Künstler angeschrieben, ob sie bereit wären, für ein Charity-Konzert nach Ulm zu kommen.

Nur einer habe geantwortet: Lionel Richie. „Im Ulmer Maritim Hotel hat er dann vor 150 Spendern, die jeweils 100 Euro zahlten, ein Privatkonzert nur mit seinem Keyboarder gespielt“, erzählt Orgeldinger, „und das ohne Gage!“ Der heutige Chef der Orgeldinger Media Group GmbH schwärmt bis heute von ihm: „Lionel Richie ist ein grandioser Mensch und Musiker!“