Das STR.711-Kollektiv startet sein zweitägiges Experience-Wochenende auf dem Dinkelacker-Gelände. Der erste Abend setzt auf Live-Sets von Tonic Walter und Fejká – wir waren dabei.

Der Innenhof der Dinkelacker-Brauerei ist an diesem 1. Mai kein klassischer Veranstaltungsraum, sondern bleibt das, was er ist: ein offenes Industrieareal, begrenzt von Backsteinwänden, durchzogen von Gerüsten und Kabeln. Und doch kommen hier am vergangenen Abend bei Bombenwetter richtige Festival-Vibes auf.

 

Mit Tischkicker und Bierpong in den Abend starten

Wer das Gelände betritt, läuft nicht direkt in Richtung Bühne, sondern erst einmal hinein in eine kleine Spiel- und Essenslandschaft: Bierpong-Setup, Tischkicker, Bierbänke, Stehtische, Foodstände. Für das leibliche Wohl wird mit Kässpätzle aus dem Parmesanlaib und üppigen Toppings gesorgt, daneben gibt es vegane Burger von Doen Doen. Und was darf auf einem Brauereigelände nicht fehlen? Na klar: Bier. Dieses scheint an diesem Abend allerdings eher beiläufig zu plätschern als in Strömen zu fließen.

Ganz schön entspannt für einen 1. Mai

Wer tanzen will, geht nach vorne, wer Hunger hat, holt sich was auf die Hand, wer nur schauen will, findet irgendwo einen Platz im Liegestuhl. Für einen ersten Mai ist das erstaunlich unaufgeregt.

Das ist auch genauso geplant, erzählt Niels Brügger vom STR.711-Kollektiv. Rund 700 Tickets wurden für den ersten Tag im Vorfeld verkauft, maximal 800 Leute sollten es werden. „Heute soll es ein bisschen Konzertfeeling haben, ein bisschen kleiner und gemütlicher.“, sagt Brügger.

Prominentes Line Up

Im hinteren Teil des Areals findet sich das Herzstück des Abends: die Bühne, eingebaut in Gerüst und Brauereikulisse. Der Freitag ist als „Live in Concert“-Abend angelegt, im Line-up stehen DGEORGE, Tonic Walter und Fejká. Für das Kollektiv ist das ein neuer Schritt: Nicht nur auflegen, sondern Live-Sets auf dem Brauereihof. „Wir wollten mal was Neues machen“, sagt Brügger.

Den Auftakt macht DGEORGE, danach stehen Tonic Walter auf der Bühne. Das süddeutsche Duo spielt sein Set live mit analogen Instrumenten und Sounds; musikalisch bewegt sich das zwischen melodischem House, Deep House und Techno.

Danach Fejká. Der Wahl-Stuttgarter ist an diesem Abend der Name, wegen dem viele noch einmal näher an die Bühne rücken. Seine Tracks kommen auf über 100 Millionen Streams, mit Coexist hat er inzwischen ein eigenes Label gegründet; 2025 ist dort sein Album „AZUR“ erschienen. Fejká ist damit längst international unterwegs, bringt an diesem Abend aber auch den Stuttgart-Bezug ins Line-up. Spätestens hier wird dann auch mächtig getanzt.

„Mega Wetter, mega viele gute Leute“

Dem Publikum scheint die kleine Oase mitten in der Stadt sichtlich zu gefallen. Eine Besucherin bringt es knapp auf den Punkt: „Mega Wetter, mega viele gute Leute – einfach ein richtig gutes Event.“ Sie sei „Fan seit der ersten Stunde“ des Kollektivs, sagt Daniela Ruggaber, und werde gleich „auf jeden Fall noch tanzen – und morgen wiederkommen“.

Als Kollektiv zu Gast bei Freunden

Dass das Kollektiv hier überhaupt veranstaltet, ist Ergebnis einer längeren Entwicklung. Die Brewery Sessions haben auf dem Dinkelacker-Gelände schon öfter stattgefunden, in dieser Größenordnung gab es das Wochenende aber noch nicht. „Letztes Jahr waren wir so bei maximal 1000 ungefähr“, sagt Brügger. Dieses Mal kommen über beide Tage erstmals rund 2000 Menschen zusammen.

Die Zusammenarbeit mit Dinkelacker sei über Jahre gewachsen. „Wir haben uns das mit Dinkelacker über lange Jahre erarbeitet“, sagt Brügger. Daraus sei inzwischen eine Zusammenarbeit entstanden, fast eine Freundschaft. Für beide Seiten sei das eine Win-win-Situation: Die Brauerei öffnet einen Ort, der sonst nicht einfach zugänglich ist, das Kollektiv bringt ein Format hinein, das genau von dieser Umgebung lebt.

Am Samstag geht das Event in die zweite Runde

Am Samstag verschiebt sich das Format deutlich. Die „Brewery Session“ startet bereits um 13 Uhr und läuft bis 22 Uhr, danach geht es zur Afterparty weiter ins Kowalski. Mit Ede, Jonathan Kaspar sowie den Kollektiv-DJs Eliano und Sunny wird das Line-up clubbiger.