Filderstadt Hunderte Biker fahren aus besonderem Grund los – das steckt dahinter
Am 7. Juni werden sich am Motorradhaus Limbächer in Bernhausen Hunderte Maschinen in Bewegung setzen. Die Massenausfahrt hat einen wohltätigen Hintergrund.
Am 7. Juni werden sich am Motorradhaus Limbächer in Bernhausen Hunderte Maschinen in Bewegung setzen. Die Massenausfahrt hat einen wohltätigen Hintergrund.
Wer auf den Straßen von Bernhausen unterwegs ist, ist es gewohnt, rund ums Gewerbegebiet im Westen des größten Filderstädter Stadtteils vielen Motorrädern zu begegnen. Dort hat das Unternehmen Limbächer seinen Sitz, und das nach eigenen Angaben größte Motorradhaus Deutschlands zieht als Vertragspartner für 15 Motorradmarken und mit seinen mehr als 2000 Maschinen vor Ort Bikerinnen und Biker von nah und fern an.
Am Sonntag, 7. Juni, werden es auf einen Schlag noch mal einige mehr sein. „Angemeldet sind 250 bis 300, aber bei schönem Wetter werden es tendenziell mehr sein“, sagt Neo Stippa, selbst begeisterter Motorradfahrer.
Geplant ist an dem Tag eine große Ausfahrt über die Filderebene, und dies für einen guten Zweck. „Wir fahren eine Ehrenrunde gegen Krebs“ – das liest man im offiziellen Aufruf der Motorradgruppe Stuttgarter Biker, die der Waiblinger Neo Stippa vor zwei Jahren gegründet hat. Heute hat sie mehr als 600 Mitglieder aus der Landeshauptstadt und aus der Region.
Für die nun anstehende Tour hat sich diese Gemeinschaft mit der Stuttgarter Regionalgruppe des Vereins „Bikers vs. Cancer“ zusammengetan. Die wiederum gibt es in dieser Form seit vier Jahren, erklärt das Gründungsmitglied Tim Jekel, unterstützt werden vom Club in erster Linie krebskranke Kinder.
„Wir wollen unsere Reichweite für etwas Sinnvolles nutzen“, sagt der 31-jährige Esslinger. „Krebs kann jeden treffen“, fügt er hinzu. 2024 beispielsweise hat Bikers vs. Cancer 2500 Euro an das Projekt „Prima Klima“ des Klinikums Stuttgart übergeben, das sich für die Freizeitgestaltung erkrankter Kinder und ihrer Angehöriger einsetzt. Das Geld kam über die Mitgliedsbeiträge oder auch Waffelverkäufe bei Motorradtreffs zusammen.
Die Veranstaltung „Biker gegen Krebs“ am 7. Juni ist die erste gemeinsame der Gruppe und des Vereins und ein ganz neues Format. „Wir wollen zeigen: Wir Motorradfahrer machen nicht nur Theater. Wir sind nicht nur die Bösen“, sagt der 18-jährige Neo Stippa. Und mit diesem Wunsch ist er offensichtlich nicht allein.
Die unzähligen Motorradfahrerinnen und -fahrer, die dem Aufruf über Tiktok, Instagram und Whatsapp-Gruppen gefolgt sind und sich bereits angemeldet haben, werden um 13 Uhr in Bernhausen bei der Firma Limbächer starten, in einem großen Bogen über Leinfelden-Echterdingen und die Stuttgarter Filderbezirke zum Fernsehturm fahren, dort kurz stoppen und dann wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Die Ausfahrt ist offiziell als Demonstration angemeldet und wird von der Polizei begleitet, betont Neo Stippa. Dadurch dürften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in der Kolonne fahren. Zurück in Bernhausen soll eine Scheckübergabe an „Prima Klima“ stattfinden. Gespendet werden soll Geld, das „Bikers vs. Cancer“ seit der letzten Spende gesammelt hat, „plus, was an dem Tag zusammenkommt“, sagt Tim Jekel.
Weitere Interessenten können dazustoßen und beim Korso mitfahren. „Jeder ist willkommen“, sagt Tim Jekel. Teilnehmen könnten 125er-Bikes und größer sowie Quads. Damit vor Ort alle Platz haben, wird die Weidacher Straße zwischen den einzelnen Limbächer-Gebäuden für den allgemeinen Verkehr gesperrt, sagt Neo Stippa. Tim Jekel sagt: „Da wird hoffentlich viel los sein.“