Filderstadt/Leinfelden-Echterdingen Bärenhütte gesperrt wegen Hantavirenbefall
Die Bärenhütte zwischen Stetten und dem Bärensee ist gesperrt. Grund ist ein Hantavirenbefall. Wie soll es dort weitergehen?
Die Bärenhütte zwischen Stetten und dem Bärensee ist gesperrt. Grund ist ein Hantavirenbefall. Wie soll es dort weitergehen?
Der Bärensee im Filderstädter Wald ist ein beliebtes Wander- und Spaziergangsziel. Noch bevor man den See erreicht, kommt man an einer Wanderhütte vorbei, die passenderweise Bärenhütte heißt. Die ist allerdings in einem eher verwahrlosten Zustand: Die Tür fehlt, überall Graffiti, ein Schild warnt: Betreten auf eigene Gefahr.
Betreten soll man die Hütte aktuell aber auch gar nicht: Sie ist wegen eines akuten Hantavirusbefalls gesperrt. „Für einen Aufenthalt wurde die Hütte deshalb aus Gründen des Gesundheitsschutzes dauerhaft geschlossen“, erklärt Falk-Udo Beck, der Erste Bürgermeister Filderstadts. Die Hütte werde aktuell lediglich als Unterstand teilweise genutzt, nicht jedoch die geschlossenen Räume der Hütte.
Die Hantaviren werden von Nagern, in Deutschland hauptsächlich von Mäusen, übertragen. Diese scheiden mit Fäkalien oder Speichel die Erreger aus. Eine Ansteckung beim Menschen ist über die Atemwege möglich, beispielsweise wenn Scheunen oder Hütten gereinigt werden und die Hinterlassenschaften der Mäuse Staub aufwirbeln, der dann eingeatmet wird, oder auch über Bisse der Nager.
Der Befall ist vor ein paar Jahren vom damaligen Förster festgestellt worden. „Unsere Regionen sind für das Vorhandensein des Hantavirus bekannt und es gehört damit zu den täglichen Gefahren unserer Umwelt“, so Beck. Aktuell eigne sich die Hütte darum nicht mehr für längere Aufenthalte und ist gut durchlüftet, um die Staubbelastung gering zu halten. Die Grillstellen auf der anderen Seite des Wegs liegen komplett im Freien und können daher wie bisher benutzt werden.
Eine Sanierung der Hütte ist durchaus angedacht: „Es gibt hierzu auch konkrete Überlegungen“, sagt der Erste Bürgermeister, „die Umsetzung fiel bislang der Priorisierung anderer Bauprojekte zum Opfer.“ Die Stadt will die Hütte aber erhalten und so schnell wie möglich reparieren lassen. Im Zuge einer Sanierung würde die Hütte komplett gereinigt und die Wandverkleidungen entfernt werden, um den Virenbefall zu entfernen. Freilich steht die Hütte im Wald – dass sich erneut Mäuse dort niederlassen, ist nicht auszuschließen. „Die Hütte könnte zukünftig aber offener gestaltet werden“, meint Falk-Udo Beck, dann wäre eine bessere Belüftung möglich als in geschlossenen Räumen.
Eine Erkrankung zeigt sich durch Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Blutdruckabfall, und muss bei schwerem Verlauf im Krankenhaus behandelt werden. Hantavirus-Fälle sind meldepflichtig. Aus dem Landesgesundheitsministerium heißt es: „Seit 2022 liegt die Anzahl der aus Baden-Württemberg übermittelten Hantavirus-Fälle zwischen 38 und 246 Fällen pro Jahr. Ein erhöhtes Infektionsgeschehen mit insgesamt 1198 Fällen wurde letztmalig im Jahr 2021 beobachtet. Für das Jahr 2026 wurde bislang ein Fall ermittelt.“ Im Landkreis Esslingen gab es 2023 drei Fälle, 2024 zehn, und 2025 einen. Im Jahr 2026 gab es bisher im Landkreis noch keine bekannte Hantaviren-Erkrankung.