Der Stuttgarter Finanzexperte Philip Hopf trennt sich von Podcast-Partner Hoss – im Guten, wie es zuerst heißt. Doch dann eskaliert der Streit mit übelsten Vorwürfen.
An die Westernserie Bonanza dürften sich zumindest die Älteren noch erinnern. Der etwas füllige Hoss aß gerne, Hop Sing war der chinesische Koch der Cartwright-Familie. Das passte. Auch Hoss und Hopf, die Namensvettern aus der Welt der Finfluencer, haben sich lange Zeit bestens ergänzt. In den Podcast-Charts standen die Krypto-Bros mit ihrer Vorliebe für Verschwörungstheorien zeitweise ganz oben, eine Hallentour im vergangenen Jahr lockte Zehntausende, ihr Buch verdrängte für kurze Zeit sogar Angela Merkels Kanzler-Biografie von Platz eins der Spiegel-Bestseller-Liste.
Doch das ist jetzt vorbei, und es fliegen die Fetzen. Die 305. Podcast-Folge von Anfang Dezember war die letzte, seither warten die Fans. Man habe alles erreicht und schließe auf dem „Hochpunkt dieses gemeinsame Kapitel“, um sich „eigenen Projekten zu widmen“, erzählte Philip Hopf vor wenigen Tagen exklusiv gegenüber der rechtsgerichteten Zeitschrift „Junge Freiheit“. Doch das war offensichtlich nur die halbe Wahrheit.
Kam das Aus in Dubai?
Zur, wie man jetzt weiß, letzten Podcast-Ausgabe war Hopf, der in Stuttgart ein Anlageunternehmen betreibt, eigens zu Kiarash „Hoss“ Hossainpour nach Dubai gereist. Ob dort nach der Aufnahme etwas vorgefallen ist, bleibt Spekulation. Womöglich störte sich Hopf an den zunehmenden Hasstiraden, die sein deutsch-iranischer Partner im Netz gegenüber Israel losließ, vermuten manche.
Philip Hopf stehe für einen freien Diskurs, lehne die ihm zuletzt bekannt gewordene Rhetorik aber ab, teilte sein Anwalt Nikolaus Steinhöfel auf Anfrage mit. „Die aktuelle Entwicklung bei Herrn Hossainpour“ bestätige seinen Mandanten „in seiner bereits im letzten Jahr getroffenen Entscheidung, die Zusammenarbeit konsequent zu beenden, um Schaden von seiner eigenen Person und seinen Unternehmen abzuwenden.“
Gegenseitige Drogenvorwürfe
Doch längst ist der Rosenkrieg weiter eskaliert. Ein Fan mutmaßte auf X, Hoss wirke müde und unterstellte Drogenkonsum. Von Hopf erhielt der Post ein „Like“. Seither feuert Hoss aus vollen Rohren zurück und drohte sogar mit der Veröffentlichung eines Videos von Hopfs 40. Geburtstag. „Dann könnt Ihr entscheiden, wer auf Drogen war und wer nicht.“ Er selbst sei bereit, sich einem öffentlichen Drogentest zu stellen. In den Podcast-Folgen, die auch zur Selbstoptimierung aufriefen, war mehrfach erwähnt worden, dass es ein Ausdruck von persönlicher Schwäche sei, auch nur Zigaretten anzufassen.
Bei Bonanza trieb Hop Sing Hoss manchmal mit dem Hackebeil aus seiner Küche. Aber das war nur Spaß. Bei Hoss und Hopf scheint hingegen keine Versöhnung mehr möglich zu sein. Der Bruch sei endgültig, hieß es von Hopf, Hossainpour äußerte sich auf Anfrage nicht. Doch die Fans trifft es hart: Für die Krypto-Gemeinde komme die Trennung einem blitzartigen Crash gleich.