Firmen-Bauplätze für Waldenbuch Geschützte Vögel wurden umgesiedelt
Mit einem Spatenstich die Arbeit am Waldenbucher Gewerbegebiet Bonholz: Lange wurde über diese Erweiterung diskutiert, auch, weil das Areal seltene Arten beherbergt.
Mit einem Spatenstich die Arbeit am Waldenbucher Gewerbegebiet Bonholz: Lange wurde über diese Erweiterung diskutiert, auch, weil das Areal seltene Arten beherbergt.
Schließlich liegen die Spaten in den Händen, die Bagger sind längst da, ein Schild im Hintergrund erklärt großformatig: „Die Stadt Waldenbuch verkauft im Gewerbegebiet Bonholz West attraktive Gewerbeplätze.“
Ein neues Gewerbegebiet – das war ein Ziel der Stadt Waldenbuch seit 2013 schon, seit zwölf Jahren also. Um das Gewerbegebiet Bonholz wurde gerungen. Bedenken unterschiedlicher Art schoben sich immer wieder vors Ziel, ehe der Aufstellungsbeschluss für das Gebiet durch den Gemeinderat Waldenbuch bestätigt wurde, das war im Oktober 2019. Mit dem Grunderwerb im Gebiet durch die Gemeinde war bereits 2018 begonnen worden. „Wann die Idee zu einer Erweiterung aufkam“, so Chris Nathan, Waldenbuchs Bürgermeister seit dem vergangenen Jahr, „konnte ich unseren Akten nicht mehr entnehmen.“
Es ist also eine gewissermaßen schwere Gewerbegebiets-Geburt, die mit dem Spatenstich am Dienstag ihr Ende findet. Der wertvolle Streuobstbestand vor Ort, die Landschaft, der Naturschutz, insbesondere in Hinblick auf seltene Vogelarten, standen der Erweiterung des Gewerbegebietes entgegen. Nathan geht knapp ein, auf all dies, in seiner Rede zum Spatenstich. Die Frage nach der unbedingten Notwendigkeit, sagt er, habe die Diskussion um das neue Gewerbegebiet von Anfang an begleitet – „Waldenbuch muss aufgrund seiner Topografie und Lage mit seinen Flächen gut haushalten und gerät durch Neuausweisungen schnell in Flächennutzungskonflikte, vor allem mit der Landwirtschaft“. Zudem sei das hochgelegene Gewerbegebiet vom Ort selbst aus gut sichtbar, wirke sich also deutlich auf das Landschaftsbild um Waldenbuch aus. Allem Für und Wider zum Trotz fällte der Waldenbucher Gemeinderat im September 2023 schließlich den endgültigen Satzungsbeschluss und brachte das Gewerbegebiet so auf den Weg.
Dabei blieb es, so Chris Nathan, bei der zweitbesten der angestrebten Lösungen: Ein „Ringschluss“, wie angestrebt für das Bonholz, war nicht möglich, da nicht alle Grundstücke erworben werden konnten, die zur Umsetzung einer solchen Verkehrsführung nötig gewesen wären. Die Lösung, die nun gebaut wird, nennt sich „Wendehammer“, schließt also eine Sackgasse ab mit einer Wendemöglichkeit. Für die im Bonholz beheimateten Vögel, die Feldlerche, die Goldammer und vor allem den Neuntöter, wurde indes eine Ausgleichsfläche geschaffen. Nathan berichtet, dass insbesondere der Neuntöter auf dieser Fläche bereits von Nabu-Ortsgruppe gesichtet wurde.
Die Investitionssumme des Projektes, so Waldenbuchs Bürgermeister, beläuft sich auf rund drei Millionen Euro. Ein Verkaufspreis konnte mittlerweile festgesetzt werden in der Höhe von 220 Euro pro Quadratmeter. Waldenbuch wird, davon geht Chris Nathan aus, durch sein neues Gewerbegebiet an Attraktivität gewinnen: Vielversprechende Unternehmen sollen eine Möglichkeit erhalten, sich anzusiedeln, eingesessene Unternehmen und Betriebe eine Möglichkeit, zu wachsen.