Am Flughafen Stuttgart warten Handelsflächen auf neue Betreiber. Foto: Christian Milankovic
Die Flugreisenden zeigen am Stuttgarter Flughafen noch Zurückhaltung. Das hat auch Einfluss aufs Handelsgeschäft in den Terminals. Nun denkt man bei der Betreibergesellschaft über Veränderungen nach.
Wer derzeit durch die Terminals des Stuttgarter Flughafens geht, dem entgehen nicht die leer stehenden Handelsflächen, auf deren abgeklebten Schaufenstern Immobilienmakler oder die Flughafengesellschaft Stuttgart (FSG) mit mehr oder weniger originellen Slogans nach Nachmietern sucht.
Erholung der Passagierzahlen: Auswirkungen auf Flughafen-Handel
Schlägt die zaghaft verlaufende Erholung der Passagierzahlen nach dem Coronaeinbruch auch auf das von einer FSG-Tochter betriebene Handelsgeschäft durch? Beim Flughafen auf den Fildern sieht man sich nicht alleine in dieser angespannten Situation. „Der Vermietungsmarkt im Einzelhandel und in der Gastronomie verzeichnet derzeit allgemein eine nachlassende Nachfrage, sei es in Innenstädten, in Shopping-Centern oder an Flughäfen“, erklärt eine Sprecherin des Manfred-Rommel-Airports. Rund 9000 Quadratmeter seien in den Terminals durch Handel und Gastronomie belegt.
Anders als vor der Sicherheitskontrolle – der Flughafen spricht dabei von der Landseite – seien jenseits des Check-in alle Handelsflächen belegt. Das habe auch damit zu tun, „dass Flugreisende zumeist schnellstmöglich durch die Passagierkontrollen und ins Gate gelangen möchten und deshalb im öffentlichen Bereich kaum Zeit verbringen“, sagt die Sprecherin. Dort sei deshalb die Nachfrage nach Verkaufsflächen größer als vor den Kontrollstellen.
Der Stuttgarter Flughafen spürt bis heute die Auswirkungen der Coronakrise. Foto: Imago/Harald Dostal
Landseitig seien „einige wenige Flächen frei“, vermeldet die FSG und verweist beispielhaft auf einen ehemaligen Friseursalon in Terminal 1 oder die frühere Touristinfo in Terminal 3. „Der Einbruch der Passagierzahlen nach Corona war ein harter Einschnitt, der sich immer noch auf die Entwicklung der Retail- und Gastroflächen auswirkt“, sagt die Sprecherin. Im Jahr vor dem Ausbruch der Pandemie zählte der Flughafen 12,7 Millionen Passagiere, im zurückliegenden Jahr waren es 9,1 Millionen, die auf den Fildern die Gates passierten.
Bauliche Veränderungen: Neue Flächen für Reisende
Neben der Hoffnung auf einen weiteren Aufschwung bei den Reisendenzahlen setzt man am Flughafen auch auf bauliche Veränderungen. „Im Zusammenhang mit der Terminalsanierung für STRzero wird auch die land- und luftseitige Nachfrage bei der Flächenentwicklung entsprechend berücksichtigt, sodass künftig mehr Flächen für luftseitige Angebote verwendet werden können“. Man erhebe in jährlichen Umfragen die Wünsche der Reisenden.
Schon über die Planungsphase hinaus ist die Neuausrichtung des gastronomischen Angebots am Flughafen, der sich jahrelang mit dem Etikett schmücken konnte, der einzige Airport mit einem Sterne-Restaurant zu sein. Doch seit dem Aus für das Restaurant Top Air ist auch dieses Alleinstellungsmerkmal dahin. Im Lauf des Jahres will der in Stadt sehr präsente Gastronom Michael Wilhelmer mit dem Restaurant „Erika“ an den Start gehen.