Flugzeugabsturz bei Weilheim Pilot hatte keinen Kontakt zur Flugsicherung

Der Pilot war im Bereich von Künzelsau gestartet. Die Trümmerteile des Flugzeugs wurden bei Weilheim gefunden. Foto: SDMG/Kaczor

Am Samstagvormittag war ein Kleinflugzeug bei Weilheim (Kreis Esslingen) abgestürzt. Die Suche nach den Ursachen für das Unglück erweist sich als langwierig. Auch weil der Pilot, der tot geborgen wurde, keinen Kontakt zur Flugsicherung hatte.

Reporterin: Simone Weiß (swe)

Nach einem tragischen Flugzeugunglück bei Weilheim am Wochenende laufen die Ermittlungen zur Ursache. Experten gehen davon aus, dass diese noch lange andauern.

 

Der Pilot, der bei dem Absturz des Kleinflugzeugs gestorben ist, hatte keinen Kontakt zur Flugsicherung. Der 78-Jährige hat den Fluginformationsdienst der Deutschen Flugsicherung nicht in Anspruch genommen. Das teilt Pressesprecherin Tanja Frisch auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Dieser Dienst stelle Informationen und Hinweise für Piloten während des Fluges bereit. Hierbei handle es sich um ein freiwilliges Angebot, das nicht verpflichtend sei: „Leider war er nicht bei uns auf der Frequenz.“ Daher könne die Flugsicherung keine Angaben zum Hergang machen. Für die Untersuchung sei die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) zuständig.

Ein großes Aufgebot an Einsatz- und Rettungskräften war nach dem Flugzeugabsturz im Einsatz. Foto: SDMG/Kaczor

Die BFU mit Sitz in Braunschweig untersucht nach eigenen Angaben Unfälle und schwere Störungen mit zivil zugelassenen Luftfahrzeugen im Inland. Zur Ursache für den Absturz bei Weilheim, so erklärt Pressesprecher Germout Freitag, könne er etwa in einem Jahr mehr sagen: „Solange dauern solche Untersuchungen in der Regel.“

Die meisten Unfälle ereigneten sich bei der Start- und bei der Landephase, sagt Freitag. Bei dem Vorfall in der Nähe von Weilheim war das nicht der Fall. Die verunglückte Maschine war im Bereich Künzelsau gestartet, Ziel des Piloten wäre Hayingen im Kreis Reutlingen gewesen, der Absturz erfolgte in einem bewaldeten, schwer zugänglichen Gebiet.

Mit Blick auf mögliche Altersobergrenzen teilt Tanja Frisch von der Deutschen Flugsicherung mit, dass für Privat-, anders als für Berufspiloten keine bestünden: „Es gibt sogar Piloten, die ihre Privatpilotenlizenz noch im hohen Alter erhalten.“ Germout Freitag ergänzt, dass regelmäßige medizinische Untersuchungen für Privatpiloten vorgeschrieben seien. Mit zunehmendem Alter würden die dafür festgelegten Fristen immer engmaschiger.

Noch am Abend des Absturztages konnten die Trümmerteile des Kleinflugzeugs geborgen werden. Foto: SDMG/Kaczor

Am Samstagvormittag waren laut Polizei gegen 10.45 Uhr Hinweise bei den Einsatzleitstellen eingegangen, dass offenbar ein Kleinflugzeug in der Nähe von Weilheim und Neidlingen abgestürzt sei. Die Trümmerteile des einmotorigen Leichtflugzeuges vom Typ CT wurden nach einer aufwendigen Suchaktion entdeckt und konnten noch am Samstagabend geborgen werden. Für den 78-jährigen Piloten kam jede Hilfe zu spät.

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