Förderprogramm in Stuttgart Neue Heizung: Stuttgarter warten lange auf städtischen Zuschuss

Nicht nur der Bund, auch die Stadt fördert den Einbau einer Wärmepumpe. Foto: dpa

Die Stadt hat ihr Heizungsförderprogramm überarbeitet, seither hakt es an der Software. Seit Monaten können keine Auszahlungsanträge gestellt werden.

Klima/Nachhaltigkeit : Thomas Faltin (fal)

Robert Gehrung freut sich über seine neue Wärmepumpe: Schon seit Ende Oktober letzten Jahres ist die Anlage in Betrieb, im März hat die KfW auch die Bundesförderung in Höhe von 16.500 Euro überwiesen. Jetzt fehlt dem Stuttgarter Bürger, um einen Haken an das Projekt zu machen, nur noch der Zuschuss der Stadt Stuttgart in Höhe von rund 3500 Euro. Doch der lässt wohl noch länger auf sich warten.

 

Harald Knitter, Sprecher der Stadt Stuttgart, räumt Probleme ein. Die Stadt habe im Herbst die Regeln für ihr Heizungsprogramm umgestellt und deshalb auch die Software anpassen müssen. Einen Antrag auf Bewilligung konnte und kann man gleich stellen, der Antrag auf Auszahlung ist aber bis heute nicht möglich.

Ab dem 5. Mai soll alles wieder funktionieren

So war es auch bei Robert Gehrung. Er hatte am 1. Oktober die Bewilligung beantragt; bis der positive Bescheid kam, dauerte das schon einmal zweieinhalb Monate. Auf Nachfrage im Januar, wo er denn die Auszahlung beantragen könne, wurde ihm mitgeteilt, dass es ein IT-Problem gebe. Vor allem aber hieß es auch: Wenn die Software wieder funktioniere, dauere es voraussichtlich nochmals „mehrere Monate“ bis zur Auszahlung.

Das Formular für die Auszahlung habe aus „Kapazitätsgründen“ nicht gleich umgesetzt werden können, argumentiert die Stadt jetzt. Sie verspricht aber, dass die Änderungen im System am 5. Mai online gingen und dann Auszahlungsanträge gestellt werden könnten. Selbstverständlich erhalten die Bürger die bewilligte Summe, obwohl der Gemeinderat vermutlich noch diese Woche neue Regeln mit geringeren Förderhöhen beschließt.

Bisher bekam man 15 Prozent der Investitionskosten als Förderung, künftig bewilligt die Stadt 300 Euro pro Kilowatt Leistung des Geräts. Bei sechs Kilowatt wären es also 1800 Euro Zuschuss. Immerhin: Viele andere Städte schießen gar nichts zu.

Dass es auch nach dem 5. Mai bis zur Auszahlung noch etwas dauere, liege daran, dass die Stadt prüfen müsse, ob die Mittel wie vereinbart verwendet werden – der Bürger muss also entsprechende Unterlagen einreichen. Harald Knitter betont, dass die Bearbeitung der Auszahlung in der Regel schneller gehe als die Bewilligung: „Aber aufgrund der weiterhin hohen Antragszahlen, notwendiger Rückfragen in Einzelfällen sowie begrenzter Personalkapazitäten kann es dennoch zu Verzögerungen kommen.“

Professionelle Abwicklung bei der Bundesförderung

Für Robert Gehrung ist es ein Ärgernis, dass er ein Dreivierteljahr oder womöglich länger warten muss, bis der städtische Bonus auf seinem Konto ist. Dagegen lobt er die KfW in den höchsten Tönen: Alles sei reibungslos verlaufen, die Abwicklung sei sehr professionell gewesen. Trotzdem, ein wenig Geduld müssen alle Haus- oder Wohnungsbesitzer mitbringen, die ihre Heizung tauschen: Fünf Monate hat es auch beim Bundeszuschuss gedauert vom Antrag bis zur Auszahlung.

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