Das Käseparadies ist ausgebucht: Die Fondue-Bubbles im Dorotheen-Quartier sind bis Weihnachten restlos reserviert – noch bevor die Saison startet. Was macht sie so unwiderstehlich?
Der gemeinsame Genuss eines Käse- oder Fleischfondues in leuchtenden Iglus aus Plexiglas ist der Verkaufshit, bevor es richtig losgeht. Die Brüder Maximilian und Ferdinand Trautwein müssen in der dritten Saison der Bubbles in einer Gasse des Dorotheen-Quartiers keine Reklame machen. Alle Plätze in sieben Halbkugeln an sieben Abenden der Woche sind bis zum Saisonschluss am 22. Dezember ausgebucht – der Ruhetag ist längst gestrichen.
Haben die Betreiber über eine Erweiterung der Öffnungszeiten oder über das Aufstellen weiterer Bubbles nachgedacht? Maximilian Trautwein schüttelt den Kopf. Dies sei keine Option für ihn und seinen Bruder. „Wir finden eine gewisse Exklusivität bei diesem Projekt reizvoll“, sagt er. Man habe bereits im März mit den Reservierungen begonnen und gebe den Kunden also genügend Zeit, Plätze zu buchen. Es habe also jeder eine Chance gehabt.
Weihnachtsbaumaktion für benachteiligte Kinder in Stuttgart gestartet
Die Dritte im Bubbles-Bunde ist Janina von Essen, die direkt vor den Iglus seit knapp einem Jahr ihre Weinbar VE betreibt. Von diesem Ort werden die Gäste draußen im kuscheligen Halbrund bedient. Die Wirtin hat eine Wunschbaumaktion für sozial benachteiligte und kranke Kinder gestartet. Ihre Gäste können Wunschzettel bei ihr abholen, die Geschenke kaufen und dann wieder bei ihr abgeben. Vor Weihnachten bringt Janina von Essen die Geschenke dann zur Arche, ins Kinder- und Jugendhospiz sowie zum Jugendamt.
Was macht die Bubbles so unwiderstehlich? In der kalten Zeit erwärmen sich viele gern an einem Fondue-Abend – nicht nur wegen des geschmolzenen Käses, sondern vor allem wegen der besonderen Atmosphäre, die dabei entsteht. Die Bubbles sind beheizt. Anders als bei einem klassischen Essen, bei dem jeder seinen eigenen Teller hat, teilt man beim Fondue alles: den Topf, die Zutaten, das Warten auf den perfekten Biss. Dieses gemeinsame „Tun“ macht den Reiz aus.
In einer Clique stärkt so ein Abend das Wir-Gefühl. Man teilt nicht nur das Essen, sondern auch Geschichten, Insiderwitze und Erinnerungen. Die Trautwein-Brüder, bekannt vom Stuttgarter Weindorf, vom neu eröffneten Restaurant Knitz im Haus des Tourismus und von der Linde in Möhringen, hatten in Baden-Baden die „Gourmet-Iglus“ gesehen und gedacht, mit einen vorweihnachtlichen Glanzpunkt auch in Stuttgart punkten zu können. Die Rechnung ging auf. Wer diesmal leer ausgeht, sollte daran denken: Im März beginnen die Reservierungen für die Bubbles 2026.
Pandemie inspiriert Plexiglas-Iglus als exklusive Essensblase
Entstanden sind die Plexiglas-Iglus in den USA während der Pandemie, berichtet Maximilian Trautwein. Damals musste man sich selbst in großen Restauranträumen oder Hallen separieren. Deshalb setzte man vier bis acht Personen nach den Corona-Regeln abgeschirmt zusammen, also jede Blase für sich.