Am Ende konnten die Holzgerlingen Twister tief durchatmen und lauthals jubeln. In der Football-Regionalliga stand für das Team von Headcoach Yannick Mayer zwar ein auf dem Papier klarer 35:25-Erfolg gegen die Fellbach Warriors, doch der Spielverlauf war dramatischer, als es das Ergebnis vermuten lässt. „Die Moral, die die Mannschaft gezeigt hat, war super“, lobte der Trainer.
Dabei verlief der Spielbeginn wie geschmiert. Quarterback Fabian Klimek bediente im ersten Drive Leon Sautter für den ersten Touchdown, beim zweiten Angriffsversuch lief Patrick Donahue in die gegnerische Endzone. Da Klimek zudem Zielgenauigkeit beim jeweiligen Extrapunkt bewies, schlossen er und seine Kollegen das Viertel mit einem 14:0-Vorsprung ab. „Wir sind mit Vollgas gestartet“, lobte Mayer auch die Abwehrarbeit. Besonders die Defensive Line um Florian Schweickard und Tim Landbeck, die den gegnerischen Quarterback jeweils einmal zu Fall brachten, hob er positiv hervor.
Doch dieser Flow hatte nicht lange bestand. Die gegnerische Verteidigung fing einen Pitch-Versuch auf den Running Back ab und erzielte ihren ersten Touchdown. Zu allem Überfluss erlaubten sich die Hausherren dann auch noch in der eigenen Endzone ein Foul, sodass die Schiedsrichter auf Safety entschieden. So stand es zur Pause nur noch 14:9. „Wir haben uns selbst das Leben mit Fehlern schwer gemacht“, haderte Mayer.
Nach dem Seitenwechsel erlief Donahue den nächsten Touchdown, Klimek erhöhte mit dem Kick auf 21:9. Im Schlussabschnitt schmolz der Vorsprung nach einem Touchdown und einer gelungen Two-Point-Conversion der Warriors auf vier Zähler. Doch Klimek konterte. Erst lief er selbst in die Endzone und erhöhte dann per Extrapunkt auf 28:17. Die Antwort der Gäste folgte auf dem Fuße. Wieder ein Touchdown und eine Two-Point-Conversion – nur noch 28:25. „Wir haben uns viele dumme Fehler in der Defense erlaubt“, monierte der Twister-Coach.
Fellbach versuchte bei etwas mehr als zwei verbleibenden Minuten den Onside-Kick, aber Timo Wolf sicherte Holzgerlingen den Ballbesitz. So besiegelte Runningback-Coach Patrick Wiedmann, der spontan eingesprungen war, mit seinem Lauf-Touchdown den ersten Saisonsieg. „Es war eine gute Leistung, aber ich bin nicht zu einhundert Prozent zufrieden“, bilanzierte Mayer. Besonders an der Performance zum Ende einer Halbzeit will er arbeiten, um an Ostersonntag (15 Uhr) gegen die KIT SC Engineers aus Karlsruhe den nächsten Heimsieg einzufahren.