Deutschlands Sportlerin des Jahres Franziska Preuß wird ihre Karriere mit dem Abschluss der olympischen Wettbewerbe beenden. Der Massenstart am Samstag wird ihr letztes Rennen sein.

Digital Desk: Kai Winderl

„One last dance“, ein letzter Tanz noch für Franziska Preuß bei Olympia, dann ist alles vorbei. Deutschlands Sportlerin des Jahres wird nach dem Massenstart der Biathleten am Samstag ihre so erfolgreiche Karriere beenden - mit der erhofften Medaille um den Hals?

 

Preuß: "Ein letztes Mal alles geben"

„Morgen“, sagte Preuß am Freitag, „geht es nicht um Zeiten oder Platzierungen. Morgen geht es um Dankbarkeit. Ein letztes Mal alles geben.“ Und genießen. Denn dieser Abschied, ergänzte sie, „fühlt sich genau richtig an. Es war eine wahnsinnig spannende Zeit mit ganz vielen besonderen Momenten“ und „ganz vielen tollen Menschen“.

Einige dieser Momente zeigte sie bei Instagram, wo sie in einem langen Beitrag mit zehn Bildern auf ihre erfolgreiche Zeit zurückblickte. „So viele Jahre hat ich dieser Sport begleitet“, schrieb sie. „Er hat mich geprägt, gefordert und mir unendlich viel gegeben. Momente des Erfolgs. Tränen der Enttäuschung. Freundschaften fürs Leben.“

Karrieende von Preuß bereits vor Olympia angekündigt

In Antholz waren es vor allem Tränen und Dramen, immer wieder scheiterte Preuß an ihren Nerven und am Schießstand. Immerhin reichte es zu Bronze mit der Mixed-Staffel - auch das Jubelfoto davon durfte zum Abschied nicht fehlen. Genauso wenig wie eines mit ihrer guten Freundin, der tragisch verunglückten Laura Dahlmeier. Preuß' Rücktritt mit dem Rennen am Samstag bedeutet auch, dass sie nach den Spielen nicht mehr an den finalen drei Weltcup-Stationen der Saison teilnehmen wird - eine Entscheidung, die sie schon länger für sich getroffen hatte. "Ich habe ehrlicherweise gewusst, dass - egal wie es läuft - hier Schluss sein wird“, sagte sie im ZDF.

Die Bayerin hatte vor dem Saisonhöhepunkt bereits ihr Karriereende angekündigt, den Zeitpunkt dann aber noch offengelassen. Nun werde sie vielleicht noch zum Saisonfinale nach Oslo fahren, „um mich von allen zu verabschieden und ein bisschen gemeinsam zu feiern“. 

Immer wieder Probleme mit der Gesundheit

In der vorherigen Saison hatte sich Preuß, die in der Vergangenheit immer wieder von gesundheitlichen Problemen zurückgeworfen worden war, mit dem Gewinn der großen Kristallkugel sowie WM-Gold in der Verfolgung gleich mehrere Träume erfüllt. Sie hinterlässt mit ihrem Abschied eine große Lücke im Aufgebot des Deutschen Skiverbandes (DSV). „Franzi war in den letzten Jahren die Leaderin dieser Mannschaft“, sagte Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling: „Nicht durch große Worte, sondern durch Leistung.“ Der Zeitpunkt des Rücktritts sei dennoch „gut gewählt“.

Preuß hatte die Bedeutung ihres Abschied schon vor den Spielen etwas heruntergespielt. „Ich bin ja nicht die erste, die aufhört“, hatte sie gesagt: „Es ist immer wieder weitergegangen, gut weitergegangen.“ Das werde nun wieder so sein. „Da braucht man sich jetzt keine Sorgen machen.“ Vorher aber steht noch ihr „letzter Tanz“ an, wie sie den Massenstart nannte. „Ein letztes Mal dieses Kribbeln spüren“, sagte sie, „diese Anspannung und die besondere Nervosität.“ Vielleicht reicht es ja auch für ein letztes Selfie - mit Siegerlächeln.