Vor dem Wiederstart am Sonntag spricht bei den Oberliga-Fußballerinnen des FSV Waldebene Ost noch niemand offiziell von Aufstieg. Gelingt trotzdem der Sprung in die Regionalliga?
Sie winden sich, die Verantwortlichen der Oberliga-Fußballerinnen des FSV Waldebene Stuttgart-Ost, üben sich in Zurückhaltung, nehmen das Wort Aufstieg beziehungsweise Regionalliga (noch) nicht in den Mund. Und das, obwohl ihr Team nach zwölf von 22 Spieltagen Zweiter ist – und Stand jetzt eben der Aufsteiger. Grund: Der um vier Punkte bessere Spitzenreiter Karlsruhe SC II kommt dafür nicht in Frage. Dessen Verein ist schon mit seiner Erstvertretung im Oberhaus unterwegs, und jene wird dort wohl auch in der nächsten Saison spielen. Momentan steht sie in der Regionalliga acht Punkte hinter dem Klassenprimus SV Weinberg. Insofern wäre der Weg für die Waldebene-Frauen eigentlich frei. „Konkretere Aussagen treffen wir erst nach den ersten drei Spielen“, sagen der FSV-Coach Manuel Strobel und -Spielleiter Florian Kapfer aber unisono.
Letzterer sieht besonders die Restart-Partie an diesem Sonntag (14 Uhr) zuhause gegen den 1. FC Mühlhausen als „richtungsweisend“ an. Der Tabellenfünfte hat vier Zähler Rückstand auf den möglichen Aufsteiger von der Ebene, wird also versuchen, seine letzte Chance im Aufstiegsrennen zu nutzen. Zudem liegt das Team aus dem Kraichgau „uns ganz und gar nicht, kamen wir unter anderem im Hinspiel über ein 1:1 nicht hinaus“, sagt Kapfer, der aber weiß: Sollten Seinen dieses Mal gewinnen, würde dies das eh schon „große Selbstvertrauen noch größer werden lassen“.
Sowieso sieht auch der Coach Strobel seine Mannschaft einen gehörigen Schritt weiter als zu Rundenbeginn beziehungsweise noch vor der Winterpause. Nach drei Spieltagen hatten die Ost-Frauen nur einen Zähler auf dem Konto, steigerten sich dann, machten „aber immer noch viele einfache Fehler, vor allem fehlte es an der Passgenauigkeit“, erinnert sich Strobel. Und jetzt? Weniger Fehler, geradliniger und zielstrebiger Richtung Tor, was auch eine Mehrzahl an hochwertigen Torchancen bedeute, so der Coach. Wobei er Letzteres mit einem Aber versieht: „Wir verballern immer noch zu viel, brauchen zu viele Möglichkeiten für ein Torf.“ Nur 30 Tore aus den zwölf Begegnungen würden das unterstreichen. Dagegen passe die Defensivleistung: erst 14 Gegentore kassierte der FSV. Zudem gab es in diesem Bereich Zuwachs. Die Innenverteidigerin Saskia Kazmaier – gegangenen im Sommer – wurde aus Sindelfingen zurückgeholt.
Wie gesagt, lautstark wird auf der Waldebene nicht vom Aufstieg gesprochen, im Fall der Fälle würde sich aber auch niemand weigern. „Der Aufstieg ist kein Muss, aber wenn sich die Möglichkeit ergibt, greifen wir zu, nehmen ihn an“, sagt Kapfer. Dementsprechend wird hinter den Kulissen zweigleisig geplant, unter anderem werden auch die Mehrkosten für die höhere Liga berechnet. Mit einer Etat-Aufstockung von „bis zu 50 Prozent“ rechnet der Spielleiter, hervorgerufen unter anderem durch weitere Auswärtsfahrten und auch anfallende Übernachtungskosten – zum KSV Hessen Kassel sind es beispielsweise 370 Kilometer. Zudem müsse das Betreuungsteam um die Mannschaft herum erweitert werden, so Kapfer.
Bleibt noch die Frage, ob die FSV-Frauen bereits im Sommer nicht nur wie jetzt schon das weiß-blau-gestreifte Trikots des Kooperationspartners Stuttgarter Kickers tragen, sondern auch unter dessen Vereinsnamen antreten? Das sei eine von mehreren Optionen, die noch geprüft werde, sagt Kapfer. Aber egal, wie der Vereinsnamen lautet, gespielt werde weiterhin auf der Waldebene, konstatiert der Spielleiter – hierbei ohne Zurückhaltung und ohne sich zu winden.