Noch ziehen Enten ihre Runden im Becken – doch hinter den Kulissen wird längst geschrubbt, geprüft und vorbereitet, dass alles für Badegäste fertig wird – auch das neue Kassensystem.
Nathalie Mainka
17.04.2026 - 14:56 Uhr
Im kleinen Becken am Sprungturm zieht ein Entenpaar gemächlich seine Bahnen. Wie zwei Turteltauben genießen sie die ungestörte Ruhe im nach der kalten Jahreszeit trüben, leicht grün schimmernden Wasser. Spätestens, wenn die ersten Badegäste das Leobad betreten, werden sie wohl das Weite suchen und sich ein neues, lauschiges Plätzchen suchen.
Glücklicherweise ist es nun wärmer als in den vergangenen Tagen, und die Sonne drückt durch die Wolken hindurch. „Bei Nieselregen und kühlen, einstelligen Temperaturen ist es ein sehr harter Job, die Becken mit dem Dampfstrahler zu reinigen“, sagt Patrick Hilpert, der technische Leiter der Leonberger Bäder. Gerade wird das Spaßbecken kräftig bearbeitet. Das 50-Meter-Becken ist schon von Schlamm, Algen und sonstigem Schmodder befreit. Über Nacht wurden 1,5 Millionen Liter Wasser eingelassen, die nun mit Chlor versetzt und in den Beckenwasserkreislauf geleitet werden.
Etwa eine Woche vor der offiziellen Öffnung des Leobades, die in der Woche zwischen dem 18. und 24. Mai geplant ist, wird das Wasser mittels Solartechnik auf mindestens 22 Grad erwärmt. Das Spaßbecken soll künftig mindestens zwei Grad wärmer sein, während das kleinere Wärmebecken noch etwas mehr Behaglichkeit bietet.
Die kostspieligen Frostschäden, die bei den früher gefliesten Becken nach jedem Winter auftraten, gehören seit dem Austausch durch Edelstahl nahezu der Vergangenheit an. Am Reinigungsaufwand hat sich jedoch wenig geändert: Nach wie vor muss alles gründlich geputzt, geschrubbt und mit dem Dampfstrahler bearbeitet werden.
Vor dem Saisonstart prüft der TÜV die Rutschbahn auf ihre Sicherheit. Foto: Nathalie Mainka
Seit Mitte März laufen im Leobad die Vorbereitungen für die Freibadsaison auf Hochtouren. Bereits zuvor hatte eine externe Fachfirma den Rückschnitt von Bäumen und Hecken übernommen. Auch umfangreiche Pflege- und Wartungsarbeiten stehen an: Der Rasen wird instand gehalten, die Bäume auf ihre Standsicherheit überprüft und die Bodenfliesen gründlich gereinigt.
Nur noch am Kartenhäuschen ist Bargeld-Zahlung möglich
Sobald auch die Becken wieder in neuem Glanz erstrahlen, beschränken sich die Arbeiten nicht nur auf die Wartung von Spielgeräten und Rutschen. Auch die im Kellergeschoss des Betriebsgebäudes untergebrachte technische Anlage – einschließlich Heizung und Lüftung – wird umfassend überprüft und auf ihre Funktionsfähigkeit getestet.
Gleich im Eingangsbereich warten auf die Besucherinnen und Besucher des Leobads zwei Neuerungen: ein Rollstuhl- und Kinderwagen-gerechtes Drehkreuz am Ausgang sowie ein neues Kassensystem. „An den neuen Automaten ist die Zahlung bargeldlos mit Karten oder dem Handy möglich. Außerdem kann man über die Homepage der Stadtwerke vorab Onlinetickets kaufen“, sagt Stefan Hilse, der Bereichsleiter der Leonberger Bäder – und erklärt den neuen Bildschirm, der durch Berühren mit dem Finger aktiviert wird. „An der ständig besetzten Kasse gibt es weiterhin die Möglichkeit, mit Bargeld zu bezahlen.“
An frequentierten Wochenenden ist Security notwendig
Mit der Einführung des neuen Kassensystems werden zudem neue Eintrittskarten erforderlich. Ältere können vorab im Leobad umgetauscht werden. Die Termine werden noch bekannt gegeben. Alternativ ist ein Tausch auch beim ersten Besuch in der neuen Saison möglich. Die Eintrittspreise wurden bereits im Herbst des vergangenen Jahres angehoben. Zuvor hatte es zuletzt vor neun Jahren, im Jahr 2016, eine Preisanpassung gegeben.
Mit Blick auf die Personalsituation zeigt sich der Bäderleiter entspannt: „Momentan sind wir gut aufgestellt, da alle Stellen besetzt sind.“ Ein neuer, arbeitnehmerfreundlicher Tarifvertrag habe die Personalgewinnung zuletzt spürbar erleichtert. Zusätzlich wird das Team durch eine externe Kraft unterstützt. An stark frequentierten, heißen Sommertagen sieht sich Stefan Hilse jedoch weiterhin gezwungen, Sicherheitskräfte einzuplanen. „Leider hat der Respekt in unserer Gesellschaft nachgelassen – und das betrifft nicht nur den Umgang mit dem Bäderpersonal.“ Wie hoch die Kosten für die Security sind, darüber gibt die Stadt Leonberg keine Auskunft.
Der Gastro-Pächter macht weiter – auch mit kleinem Biergarten
Von einer erfreulichen Entwicklung spricht der Betriebsleiter im Bereich der Bäder-Gastronomie – sowohl im Leonberger Sportzentrum als auch im Freibad. Der Pächter Kai Hammani, der im vergangenen Jahr eingesprungen war, weil der bisherige kurzfristig abgesagt hatte, ist auch in dieser Saison wieder mit an Bord und wird zum vertrauten Freibad-typischen Chlor-Pommes-Sonnencreme-Geruch beitragen. „Wir sind froh, seit letzter Saison einen zuverlässigen Partner für unsere Gastronomie zu haben“, sagt Hilse. Kai Hammani ist zudem Pächter der Gastronomie im Sindelfinger Freibad sowie im Sindelfinger Wiesengarten. Und wie im vergangenen Jahr wird er im Leobad auch den kleinen Biergarten beim alten Badehaus, der an den Sportpark des SV Leonberg/Eltingen grenzt, öffnen.
Wenn die Freibadsaison im Mai startet, hofft Stefan Hilse natürlich auf schönes Wetter. Denn davon hängen die Besucherzahlen ab. Im vergangenen, phasenweise verregneten Sommer, waren es knapp 155 000 Badende. Da geht mit Sicherheit mehr.
Preise im Leobad
Tagestarife Seit 9. September 2025 gelten neue Preise im Leonberger Hallen- und Freibad. 5,50 Euro kostet der Eintritt für einen Tag, ermäßigt 3,50 Euro. Abends ab 17.30 Uhr gilt der Tarif in Höhe von 4 Euro.
Karten Auch der Erwerb einer Jahreskarte für Leo- und Hallenbad in Höhe von 300 Euro (ermäßigt 150 Euro), einer Saisonkarte in Höhe von 100 Euro (50 Euro) oder einer Geldwertkarte ist möglich.