Fremdenfeindliche Aktion in Stuttgart Unbekannte entrollen Transparent und entzünden Rauchtöpfe im Inselbad

In den vergangenen Wochen ist es im Inselbad Untertürkheim mehrfach zu Vorfällen von sexueller Belästigung gekommen. Foto: Mathias Kuhn

Die Polizei sucht nach drei Personen, die auf dem Dach des Inselbads in Untertürkheim Parolen skandiert und Ärger gemacht haben. Was steckt hinter der Tat?

Familie/Bildung/Soziales: Alexandra Kratz (atz)

Aufregung im Inselbad Untertürkheim: Gegen 14.30 Uhr haben am Sonntag drei bisher Unbekannte auf dem Dach des Gebäudes im Eingangsbereich ein Transparent entrollt, Flugblätter fliegen lassen und Parolen skandiert. Inhaltlich nahm die Aktion Bezug auf eine Reihe von Straftaten, die sich in den vergangenen Wochen im Inselbad ereignet haben – konkret also auf Vorfälle von sexueller Belästigung, sagt ein Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung. „Remigration für sichere Freibäder“ habe auf dem Transparent gestanden. Zudem seien zwei Rauchtöpfe gezündet worden. Die drei Täter seien anschließend unerkannt geflüchtet. Sie seien maskiert gewesen, eine Personenbeschreibung liege nicht vor. Die Fahndung dauert noch an.

 

Die Polizei spricht von einer „kleinen Aktion“, die schnell wieder vorbei gewesen sei. Es habe keinen Großeinsatz gegeben. Die Sicherheit im Freibad und der Badebetrieb seien zu keiner Zeit und in keiner Weise gefährdet gewesen. Die Mitarbeiter der Bäderbetriebe vor Ort wollten am Sonntagnachmittag keine Auskunft gegenüber unserer Zeitung geben. Eine Augenzeugin berichtet von einer „unschönen und fremdenfeindlichen Aktion“. Es sei kurze Zeit chaotisch gewesen. Auf der Internetplattform Twitter bekennt sich eine Gruppierung zu der Tat, die sich „patriotische Aktionsgruppe Wackre Schwaben“ nennt.

Im Untertürkheimer Freibad hat es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Am Pfingstwochenende war es zu drei Fällen von sexueller Belästigung gekommen. An einem Wochenende Mitte Juni sollen zudem zehn junge Männer vier Frauen im jugendlichen Alter im Familienbecken des Inselbads bedrängt und angefasst haben. Die Bäderbetriebe haben reagiert und die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht.

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