Friedrichsbau-Varieté Queen leiht den Titel fürs Zauberertreffen
Im Friedrichsbau wird wieder gezaubert. Ein Ensemble voller Magiere lässt das Publikum staunen und rätseln: Sind das wirklich Tricks?
Im Friedrichsbau wird wieder gezaubert. Ein Ensemble voller Magiere lässt das Publikum staunen und rätseln: Sind das wirklich Tricks?
Es muss ein Trick sein. Natürlich. Aber wie macht er das? Winston Fuenmayor holt Spielkarten überall hervor. Wirklich überall. Sie kleben an seinen Fingern, purzeln aus seinem Mund; wenn er sich die Haut reibt, drängen sie heraus, zu Dutzenden. Verzweifelt will er sie loswerden, aber es werden immer mehr. Das muss Magie sein.
Oder doch nur ein Trick? Zu gerne hätte man ja, dass es tatsächlich keine Illusion ist, nicht nur Fingerfertigkeit und Ablenkung, keine ausgeklügelte Mechanik, sondern tatsächlich Zauberei. Sind wir nicht mit Harry Potter durch Bücher und Filme gereist, haben geträumt auch wir könnten mit einem Schwenk des Zauberstabs und einem Spruch Unmögliches vollbringen. Uralt ist diese Sehnsucht, und uralt ist die Kunst. die Fuenmayor und seine Kollegen auf die Bühne des Friedrichsbaus bringen.
„A Kind of Magic“, heißt das neue Programm. Nach dem Lied von Queen. Teil des Soundtracks des Films „Highlander“. Und der Titel ist ein Zitat aus dem Film. Als der tödlich verletzte Connor McLeod wieder aufsteht, sagt er einem staunenden Jungen: „It’s a Kind of Magic“. Magisch halt. Zeugen einer Auferstehung werden wir erst wieder an Ostern, so weit gehen sie im Friedrichsbau nicht. Aber es gibt doch so allerhand Staunenswertes und Unerklärliches.
So hebt etwa die Lokalmoderatorin Janaa Felicitas die Schwerkraft auf. Man will hier ihren Tanzpartner nicht verraten, der Überraschung wegen. Es ist eine Nummer, an der sie lange gearbeitet hat. Sie tüftelten zwei Jahre an der Nummer und trat 2018 schließlich in der Rosenau auf, um zu sehen: „Kann das überhaupt funktionieren?“ Es funktionierte. In Frankreich begeisterte sie die Juroren bei „France got Talent“, der dortigen Version der RTL-Show „Das Supertalent“, und sie wurde 2022 Deutsche Meisterin.
Und es gab den Ritterschlag. Sie wurde nach Las Vegas in die TV-Show „Penn and Teller: Fool Us“ eingeladen. Penn Jillette und sein Partner Teller sind dort große Nummern, sie lassen sich Tricks vorführen und wollen sich überraschen lassen. Wie das mit dem Stuhl funktioniert, haben die Herren begriffen, schließlich ist Teller ein Meister des Bewegens von Objekten. Doch Penn Jillette war voll des Lobes: „Das ist so gut, so frisch.“ Jaana Felicitas zeige, dass es nicht mehr immer der gleiche alte verstaubte Kram sein müsse. Deshalb durfte sie wiederkommen mit einer anderen Nummer. Da lässt sie aus ihren Händen Eiszapfen wachsen, sie schmelzen oder verdampfen. Wieder gab es viel Lob.
Nun darf man das mal wieder in der Heimat sehen. Einen weiteren Weg hatte Hannu Juntunen. Er kommt aus Finnland nach Stuttgart. Elegant kommt er daher, ein Magier der alten Schule, der genau so gut Tango tanzen könnte wie er mit Zeitungen zaubert. Andrea O’Ryon und Lady V lieben dagegen die große Geste, die großen Illusionen.
Das alles zusammenzubinden ist die Aufgabe von Luke Dimon. Er zaubert, macht Comedy und die Ansagen. Und war glücklicherweise noch rechtzeitig in Stuttgart, um proben zu können mit dem Ensemble. Denn er saß auf einem Kreuzfahrtschiff in Dubai fest. Dort hatte er ein Engagement. Durch den Krieg gegen den Iran kam er nicht rechtzeitig zum Probenbeginn weg. Mit einer Woche Verspätung schaffte er es noch dank einiger Umwege und einer 36 Stunden langen Reise. Nun wird halt länger geprobt, damit am Freitag alles so scheint, als könnten alle wirklich zaubern.
Wobei: Ganz andere Zauberkunst zeigt das Duo Rose, Samuel und Sylvia. Wie sie ihre Körper biegen und verwinden, sich in der Luft bewegen, als habe diese tatsächlich Balken, das ist wirklich magisch. Ganz ohne Tricks.