Nur noch ein Punkt fehlt dem FC Marbach, um die in den Fußballkreisen ominöse Faustregel „40 Punkte reichen zum Klassenverbleib“ zu erreichen. Ungeachtet der altbekannten „40-Punkte-Regel“ stehen die Chancen für die Marbacher sehr gut. Der Abstand zum Abstiegsrang 14 beträgt satte 15 Punkte. Zum Abstiegs-Relegationsplatz sind es nun elf Punkte. Ein gutes Polster, auch wenn der dort stehende SV Pattonville ein Spiel weniger absolviert hat. Dieses Polster kann der FC Marbach am kommenden Sonntag um 15 Uhr vergrößern. Mit einem Heimsieg wäre endgültig ein Haken unter den Klassenverbleib gesetzt. „Die Siege machen Spaß und geben uns Rückenwind“, sagt der spielende Co-Trainer Dominik Gallert.
Er mahnt jedoch auch: „Die Liga ist unberechenbar. Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen.“ Zumal es einfacher sei, nach unten zu fallen als nach oben zu klettern, ist der Coach überzeugt. Deshalb wollen sich die Marbacher mit einer ganz anderen Spielerei erst gar nicht beschäftigen. Denn der auf Rang zwei stehende TSV Münchingen lässt weiter Federn und hat an diesem Wochenende spielfrei. Hinter dem Aufsteiger lauern sechs Teams, die nur drei Punkte voneinander trennen. Mit dabei: die Marbacher, die aber eben zwei Spiele mehr als mancher Konkurrent ausgetragen und mit -5 das mit Abstand schlechteste Torverhältnis haben. Das Ziel des FC Marbach ist es deshalb, einen soliden Mittelfeldplatz zu belegen und von den Abstiegsplätzen weit entfernt zu bleiben.
SV Pattonville unter Druck
Eben jener SV Pattonville ist den Abstiegsplätzen gefährlich nahe. Nur vier Punkte beträgt aktuell der Vorsprung auf Rang 14. Deshalb sieht Gallert den Druck eher bei den Gästen. „Dennoch sollten wir sie nicht unterschätzen. Nach der Hinspielniederlage haben wir so oder so nicht die Berechtigung dafür“, sagt er. Die Hinrundenpartie gewann der SV Pattonville knapp mit 1:0. Darauf wollen sich die Gäste aber nicht besinnen. „Das Spiel liegt zu weit zurück. Die Situation muss neu bewertet werden“, sagt der Pattonviller Trainer Francis Pola. Er rechnet mit einem motivierten und beflügelten Gegner: „Sie haben die vergangenen beiden Spiele gewonnen, dazu beide ohne Gegentor. Das spricht für eine gute defensive Stabilität.“
Der hohe Druck auf Pattonville rührt auch daher, dass dem SVP nach dem Rückzug des AKV Ludwigsburg zwei Siege annulliert wurden. „Das ist eine Frechheit und extrem schade, dass unsere hart erarbeiteten Siege uns nichts mehr bringen“, ist Pola über die Entscheidung des Verbandes verärgert. Marbach dagegen, das in der Hinrunde gegen den AKV Ludwigsburg verloren hatte, verliert durch die Annullierung keine Punkte. „Statt elf Punkte Unterschied zwischen uns wären es dann nur fünf und die Ausgangslage eine ganz andere“, weist Pola auf die Ungerechtigkeit hin.
Pola will die völlige Schuld für die Situation aber nicht in die Schuhe des Verbandes schieben. „Wir müssen uns an unsere eigene Nase fassen und uns selbst aus der Lage wieder bringen“, sagt der Coach. Beim FC Marbach fehlt Nabil Abder-Razzag, der noch weitere drei Spiele gesperrt ist.