Fußball-Bezirksliga: SV Vaihingen Drei Neue mit Startelfpotenzial – und ein Gewinner der Vorbereitung

Der Trainer Tim Schumann hat mit seinem Team die relativ beste Ausgangsposition. Foto: Günter Bergmann

Teil sieben unserer Rückrundenvorschau. Führt der Vaihinger Weg nach zwölf Jahren zurück in die Landesliga? Der Trainer nennt ein anderes Hauptziel und baut auf einen starken Kader.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Sollte für die Bezirksliga-Fußballer des SV Vaihingen in dieser Saison noch etwas schief gehen, dann wird es zumindest an einem nicht gelegen haben: einem Mangel an Akribie. Ganze Tage lang hat der Trainer Tim Schumann zuletzt im stillen Kämmerlein verbracht, und manch einer am Schwarzbach scherzt, eigentlich müsste der Mann schon viereckige Augen haben – nämlich vom vielen Glotzen auf die formidentische Bildschirmfläche. Programmpunkt: Videoanalyse. Von vorn bis hinten hat der Coach das Spiel der Seinen bis ins kleinste Detail seziert. Am Reißbrett wurde getüftelt und gefeilt. Und in der Fußballtheorie, so viel steht schon einmal fest, ist die eigene Mannschaft nun von den Zehen- bis zu den Haarspitzen präpariert.

 

Die spannende Frage ist: Wie wird es im wieder Praxisfall der Punkterunde funktionieren? Gelingt auch auf dem Rasen der von Schumann erhoffte nächste Entwicklungsschritt? Bislang, seit dem Aufstieg des 35-Jährigen im Sommer vom Co zum Chef im Verein, ging die Formkurve jedenfalls stetig nach oben. Der Lohn: Tabellenplatz drei mit nur zwei Punkten Rückstand zu Rang eins. So gut standen die Vaihinger in der Staffel schon lange nicht mehr da. Und dabei haben sie im Vergleich zur Spitzenkonkurrenz noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Die in der Hinrunde wegen Nebels abgebrochene Partie gegen den SV Deckenpfronn ist für den 2. April neu angesetzt.

Eben Deckenpfronn ist auch jetzt der erste Gegner im neuen Jahr, diesmal allerdings auswärts (Sonntag, 15 Uhr). Eine schwierige Anfangsaufgabe, vor welcher Schumann mittlerweile aufkommende Vorschusslorbeeren mit einem Schulterzucken registriert. Titelmitfavorit SV Vaihingen? „Unser Hauptziel ist nicht, Erster zu werden“, sagt der nach einer mehrwöchigen Hinrunden-Krankheitspause an die Seitenlinie zurückgekehrte Coach. „Das Wichtigste ist, dass wir unseren Vaihinger Weg weitergehen.“ Heißt: „Viel auf die Jugend setzen, attraktiven Fußball spielen, unsere Fans mitnehmen.“ Freilich: sollte damit dann das eine zum anderen kommen, wehren würde sich keiner im Verein. „Wenn wir am Ende oben stehen, schön. Wenn nicht, wird bei uns keiner nervös“, bewertet Schumann die Situation. Letztmals waren die Rot-Weißen vor zwölf Jahren in der Landesliga unterwegs.

Allemal als Plus sieht der Trainer die Kaderbreite. „Fällt mal jemand aus, muss ich keine Schweißausbrüche kriegen“, weiß er, „wir haben 18,19 gute Bezirksliga-Spieler“. Vier sind über die Jahreswende noch hinzugekommen, darunter der Spanien-Rückkehrer Tom Huhnke (nach Auslandssemester). Doch auch in dem Youngster Itzak Sandoval und Marius Kappeler sieht Schumann „Stammspielerpotenzial“. Letzterer ist berufsbedingt aus dem Südbadischen nach Stuttgart gezogen, befindet sich nach einem Kreuzbandriss aber noch im Aufbautraining.

Auftreten wollen die Vaihinger weiter im Schumann-Stil, den der Coach selbst einmal kurz und knapp so beschrieben hat: „Gegner stressen, eklig sein.“ Hohes Pressing, möglichst viele Balleroberungen, Dominanz auf dem Platz. „Offensiv war das schon gut“, lobt Schumann. Das Augenmerk lag und liegt nun darauf, „noch besser zu verteidigen“. Als Gewinner der Vorbereitung sieht er eben einen Abwehrmann: Nico Breuer, der bis auf Weiteres zusammen mit Nick Rudloff die Defensivzentrale bilden dürfte.

Finale Vorgaben an die beiden dann noch in dieser Woche. Noch bleibt bis zum Spieltag ja etwas Zeit für weitere Videostudien.

Personalien

Zugänge
Marius Kappeler (Mittelfeld, FV Möhringen/Landesliga Südbaden), Tom Huhnke (Mittelfeld, zurück von Auslandssemester aus Spanien), Itzak Sandoval (Angriff, zurück vom Studium aus den USA/zuvor A-Junioren SV Vaihingen), Jonas Günther (Torhüter, TSV Grafenau).

Abgänge
Max Winkel, Sandro Di Nunno (beide eigene zweite Mannschaft). Bereits während der Hinrunde: Niko Kemner (Studium in Freiburg, per Zweitspielrecht weiter Vaihingen, neuer Hauptverein: FSV Rot-Weiß Stegen/Landesliga Südbaden).

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